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Geschrieben: 16. April. 2017Live Review

Pain of Salvation

Die Kantine, Köln am 13.04.2017
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Nach der Veröffentlichung von „The passing light of day“ war klar, dass PAIN OF SALVATION an alte Qualitäten nahtlos anknüpfen werden. Am 13. April durften sich die Fans der Schweden um Daniel Gildenlöw - der im aktuellen Album seinen langen, harten Krankenhausaufenthalt verarbeitet – auch von der Livequalität der neuen (und natürlich auch alten) Songs überzeugen, dazu ging es auf nach Köln in die Kantine.
Die Kantine ist eine Konzertlocation zum Wohlfühlen, genau das Richtige um eine Band, die stets eine familiäre Atmosphäre ausstrahlt zu erleben. Doch den Anfang machten zunächt PORT NOIR, die ebenfalls aus Schweden stammen und deren Musik irgendwo zwischen einfachem Progressive Metal und Post Rock zu verzeichnen ist. Katatonia trifft auf Tool trifft auf Leprous. Als das Trio zu den ersten Klängen anstimmt, stöhne ich erst mal auf, denn der Sound ist eher scheppernd als ausgewogen. Da half es auch nicht sich direkt vor den Mischer zu stellen um den besten Klang zu erwischen. Die blechernen Schlagzeugspitzen mildere ich ein wenig, indem ich mir meine Live-Ohrstöpsel in die Gehörgänge schiebe.
Abgesehen vom Sound machen die Drei live alles richtig. Love Andersson trifft die Töne genau, wobei die Gesangsmelodien keine extremen Herausforderungen einschließen. Oft singen Love und Andreas Hollstrand gekonnt im Duett. Doch leider dringt die Begeisterung der Fans (ein paar sind augenscheinlich für PORT NOIR angereist) nicht bis zu mir durch. Die Songs wirken auf mich zu eintönig, bieten mir zu wenig Abwechslung in Stimmung und Melodie.

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Ganz anders sind da PAIN OF SALVATION. Die Songs bieten eine ungeheure Vielfalt in sich selbst. Uns präsentiert sich eine Band, die auch nach über 20 Jahren noch mit überspringender Begeisterung auf den Brettern für Menschen musizieren kann und will. Allerdings hat sich auch Mitgliedstechnisch immer wieder viel verändert, und so ist der Kopf der Band der einzige, der aus Anfangstagen geblieben ist. Die frischsten Zugänge (seit 2013) sind Bassist Gustaf Hielm und Gitarrist und Sänger Ragnar Zolberg. Letzter hatte als Nachfolger von Johan Hallgren ein schweres Erbe, was er aber grandios und mit Stimmgewalt in ungeahnte Höhen meistert. Und das auch live! Daniel und Ragnar sind ein perfektes Duo, das wird vor allem bei Songs vom neusten Output klar, Das energische (und live wunderbar funktionierende) „Reasons“, in dem die Beiden mal zweistimmig (Wobei der Stimmanteil von Bassist Gustaf auch nicht vergessen werden darf) mal abwechselnd den Song vorantreiben oder durch ruhigere Gewässer führen. Oder in „Meaningless“ wo Ragnar wahre Energie in wahnsinns Höhen beweist. Da muss man als Fan einfach versuchen mit einzustimmen – die Betonung liegt auf versuchen.
Insgesamt hören wir an diesem Abend 12 Songs aus der gesamten Diskografie der Band, darunter Klassiker wie „A Trace of Blood“ und „Ashes“, wobei den höchsten Anteil natürlich „The Passing Light of Day“ einnimmt. Sechs Songs testen die Fans hier (erfolgreich) auf Livetauglichkeit: Darunter das abenderöffnende, laut und verzweifelte „Full Throttle Tribe“, das hoffnungsvolle und in der ruhe starke „Silent Gold“, sowie „On a Tuesday“ und final als Zugabe der Titelsong „The Passing Light Of Day“, welcher auch das Album beendet und nach dem frenetischen Jubel des Publikums in seiner anfänglichen Stille, mit einem Solo beginnenden Daniel umso intensiver daherkommt. Erst nach und nach folgen die anderen, um im Chor in einige Textpassagen einzusteigen. Wahre Gänsehautmomente. Erst nach und nach entfaltet der Song mit addierten Instrumenten seine volle Macht und zementiert nicht nur in mein Gesicht ein glückseliges Lächeln, als ich mich durch die frische, nächtliche Brise auf den Heimweg mache.

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(Autor: Saskia Z.)
Fazit:

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Location

Die Kantine
Neusser Landstrasse 2
50735 Köln

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