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Geschrieben: 21. Oktober. 2014CD Review

In Flames

Siren Charms

Bewertung ( 4 von 10 ):

0123012345

Genre:

Alternative Metal

Spieldauer:

44:30

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Schweden

Release

05.09.2014

Link


Nach drei Jahren und dem überraschend großen Erfolg von "Sounds of a Playground Fading" (2011), mit dem viele nach "A Sense of Purpose" (2008) und dem Austieg von Gründungsmitglied und Mastermind Jesper Strömblad wohl nicht mehr gerechnet hätten, melden IN FLAMES sich nun mit ihrer neuen Scheibe "Siren Charms" zurück. Inzwischen hat Gitarrist Niclas Engelin sich als Nachfolger von Jesper etabliert und IN FLAMES haben kurzerhand den Aufnahmeort von Göteborg nach Berlin verlegt. Nachdem die einstigen Melodic Death Metal Pioniere ihren Sound über die Jahre immer wieder verändert und verfeinert haben und sich zum Leidwesen vieler Fans der ersten Stunde immer weiter in Richtung Mainstream bewegt haben, steht nun die Frage im Raum ob "Siren Charms" diesen Trend weiter fortführen wird.

Im Gegensatz zu vielen Kritikern, finde ich persönlich es erstmal nicht verkehrt wenn eine Band sich weiterentwickeln möchte, man wünscht sich schließlich nicht, dass alle Alben/Songs absolut gleich klingen. Mit Abstrichen (u.a. "A Sense of Purpose") haben IN FLAMES es für mich auch fast immer geschafft ihren Wurzeln in gewisser Weise treu zu bleiben. Anders Vocals sind zwar immer softer geworden und die Klargesangspassagen häuften sich zusehends, aber zumindest auf "Sounds of a Playground Fading" hatte die Band meiner Meinung nach einen guten Mix zwischen alter Härte und dem neuen Modern Metal Sound gefunden. Auf "Siren Charms" sieht dies leider ganz anders aus.
Bis auf wenige Ausnahmen ("Everything Is Gone", "Rusted Nail", "Filtered Truth") gibt es kaum richtig starke Nummern auf dem Album. Es plätschert eher so im Hintergrund vor sich hin und klingt insgesamt sehr abgeschwächt, zeitweilig schon fast poppig. Die glatte Produktion tut hier ihr Übriges. Der charakteristischen Gutturalgesang und die Growls sind durchgehendem Klargesang gewichen und auch die Gitarren haben deutlich an Härte verloren. Eine melancholische, fast schon balladeske Nummer jagt die nächste ("Paralyzed", "Through Oblivion", "With Eyes Wide Open", "Siren Charms"). Und auch das Duett mit Emilia Feldt ("When the World Explodes") kann diesen Eindruck nicht mildern. Zwar fängt der Song gut an: harte Gitarren und gutturaler Gesang, aber kann dieses Niveau nicht halten und spätestens wenn die Sophranistin einsteigt wird klar, dass sich auch dieser Track eher in seichtes Fahrwasser einordnen lässt. Der Refrain klingt unglaublich weinerlich und poppig, auch wenn die Dame gesanglich durchaus zu überzeugen weiß. Schöner Gedanke, aber dürftig umgesetzt. Auch die anderen Nummern können nicht wirklich überzeugen und selbst nach mehreren Anläufen werde ich mit dem Album nicht wirklich warm. Der einzige Lichtblick ist der finale Song "Filtered Truth". Hier wird es tatsächlich nochmal ein bisschen metallastiger und auch die Growls werden wieder ausgepackt. Diesmal nicht von opereskem Klargesang unterbrochen ("When the World Explodes"), mausert der Song sich als echte Perle, die den Hauch der Erinnerung an alte IN FLAMES trägt. Schade, dass "Siren Charms" davon nicht mehr zu bieten hat.

Anspieltipps: "Everything Is Gone" und "Filtered Truth" (Autor: Bianca P.)
Fazit:
So bleibt als Fazit nur, dass IN FLAMES mit "Siren Charms" abermals eine neue Richtung eingeschlagen haben und damit mit Riesenschritten in Richtung Mainstream maschieren. Das hier ist kein Melodic Death Metal mehr, wie man ihn von dieser Genregröße gewohnt ist. Vielmehr handelt es sich um ein Alternative Rock Album, dass sich in CD Regalen zwischen PAPA ROACH, GREEN DAY und Co einreihen lässt. Wer auf ein "back to the roots" oder eine Fortsetzung von "Sounds of a Playground Fading" gehofft hat, sollte hiervon tunlichst die Finger lassen.

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Cover

Trackliste


1. In Plain View
2. Everything's Gone
3. Paralyzed
4. Through Oblivion
5. With Eyes Wide Open
6. Siren Charms
7. When the World Explodes
8. Rusted Nail
9. Dead Eyes
10. Monsters in the Ballroom
11. Filtered Truth

Künstler


Björn Gelotte - Guitars
Anders Fridén - Vocals
Peter Iwers - Bass
Niclas Engelin - Guitars
Daniel Svensson - Drums

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