Metal.tm - Musik Community, Portal & Magazin

Geschrieben: 23. April. 2014CD Review

Ered Wethrin

Tides of War

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Symphonic Black Metal

Spieldauer:

67:45

Label:

Vetrieb

Land

Fahne USA

Release

14.02.2014

Link


ERED WETHRIN veröffentlichen mit "Tides of War" ihr erstes Album. Obwohl sie nach eigenen Angaben bereits seit 2004 existieren, ist dies ihre erste Veröffentlichung und auch im Internet ist noch wenig zu finden. Man sollte EW nicht mit der gleichnamigen schwedischen Band verwechseln. Es handelt sich um ein Soloprojekt von Sven Smith, bei dessen Namen bei mir aber auch keine Glocken geläutet haben. So hatte ich zuerst den Eindruck, hier wieder auf ein 08/15 Black Metal Projekt mit aus dem tolkienschen Universum entlehnten Namen (Ered Wethrin = Schattengebirge) gestoßen zu sein. Doch was man hier geboten bekommt ist alles andere als Mittelmaß. Atmosphärischer Black Metal steht auf dem Programm. Die Marschrichtung wird auch schon durch die sich selbst auferlegten Vorbilder wie SUMMONING, BURZUM, BATHORY oder DRUDKH gegeben. Wobei EW aber im Gegensatz zu SUMMONING die Keyboards zumeist im Hintergrund halten. Vielmehr wird das Hauptaugenmerk ganz klar auf die Gitarrenriffs gelegt. Auch wenn sie recht einfach gehalten sind, besteht genug Abwechslung, sodass die Songs nicht langweilig werden, obwohl fast alle Längen um die 10 min erreichen.

Der Opener "Frozen Rivers" vereint bereits alles, was das gesamte Album ausmacht. Tragende Gitarrenriffs, die zusammen mit der Keyboardhinterlegung eine sehr dichte Atmosphäre erzeugen. Darin eingebettet wird auch ab und zu mal ein Solo präsentiert. Das Hämmern des Schlagzeuges ist meist recht dominant und vielleicht ein Tick zu scheppernd. Ansonsten ist die Produktion des Albums sehr gut, wodurch alle Instrumente gut zu hören sind. Es werden harsche Vocals benutzt, um die Geschichten epischer Kämpfe zu erzählen. Wie der Hörer es erwartet, bleiben EW passend dazu meist im langsameren Tempobereich.

Das Intro zu "Frigrid Tides" besteht aus ruhigem Keyboardspiel, welches mit Wasserrauschen unterlegt ist. Diese Klänge begleiten den Hörer dann auch durch das gesamte Lied. Die harschen Vocals werden mit cleanem Gesang kombiniert, was sehr gut zusammen passt und dem Ganzen eine Art Halleffekt und Erhabenheit verleiht. Im etwas schnelleren Zwischenspiel wirkt es dann allerdings etwas durcheinander. Dies hätte man sich ruhig sparen können. Der recht lange Schlussteil mit Wasserplätschern oder Wellenrauschen ist sehr atmosphärisch, aber ich hätte mir zum Ende noch einmal einen richtigen Kracher erhofft, da Spannung aufgebaut wird, dann aber doch verebbt.

"Bloody Annals and Brooding Skies" beginnt langsam und stampfend, nimmt dann aber an Fahrt auf und eine fröhlich beschwingte Melodie setzt ein. Dieses Lied ist eine Art Ode an das Kriegerleben und kommt sowohl erhaben als auch fröhlich daher. Obwohl solche Melodien im Black Metal eher unerwartet sind, weiß der Song durchaus zu überzeugen und so würde ich ihn zu einem der Highlights des Albums zählen.

In den weiteren Songs führen ERED WETHRIN dann das Begonnene in zu erwartender Manier weiter und halten dabei auch das anfängliche hohe Niveau. Den Abschluss bildet mit "Stellar Graveyard" noch einmal ein sehr ruhiger Song, der das Album gut ausklingen lässt, aber auch keine neuen Akzente setzen kann. Er ist aber gut, um nach der dargebotenen Reise wieder runterzukommen und auszuspannen. Gegen Ende klingt es jedoch bereits nach neuem Aufbruch und weckt Hoffnung auf ein Nachfolgewerk.

So lässt das Album den Hörer nach über einstündiger Spielzeit vollkommen zufrieden gestellt zurück. Da ich zunächst ein wenig skeptisch war, ob sich die CD auch über längere Zeit in meiner Playlist halten kann, habe ich mir sehr viel Zeit für das Review gelassen. Doch nach nun fast 5 Monaten lege ich sie immer noch sehr gerne ein und die Songs wachsen auch noch mit der Zeit und bleiben im Ohr. Für ein Erstlingswerk wird ihr wirklich sehr gutes Geboten, wobei im Endeffekt aber manchmal noch das gewisse Etwas fehlt. ERED WETHRIN sind auf jeden Fall eine Band, die man weiter im Auge behalten sollte, denn wenn das hier begonnene weitergeführt wird, ist wirklich großes zu erwarten.
(Autor: Thomas B.)
Fazit:
Das Debut von ERED WETHRIN ist für jeden Fan von atmosphärischem Black Metal ein Muss und auch jeder der mit teilweise ruhigeren Klängen etwas anzufangen vermag sollte ein Ohr riskieren. Man erfindet das Genre zwar nicht neu, allerdings schaffen es die eingängigen Gitarrenmelodien sich lange Zeit im Gehörgang festzusetzen. In der Hoffnung, dass in Zukunft noch ein paar mehr Akzente gesetzt werden können, sollte man auf jeden Fall ihren Werdegang verfolgen. Eines der ersten Highlights des Jahres 2014.

Kommentare

Diese Kommentare im Forum anzeigen.    
Gastkommentar schreiben
Gastkommentare werden nach Prüfung freigeschaltet.
 

Cover

Trackliste


1. Frozen Rivers
2. Frigid Tides
3. Bloody Annals and Brooding Skies
4. Into the Stars
5. Realm of the Tyrant
6. Requiem for the Fallen
7. Stellar Graveyard

Künstler


-n/a-

Review verlinken


Review-URL

Review-Code (HTML)

Review-Code (BBCODE)

Short-URL

Bookmark and Share Subscribe

Facebook-Kommentar

Anzeige

 
 Besucher heute: 651    
(metal.tm beta v0.874)