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Geschrieben: 09. März. 2018Live Review

Dool & Harakiri For The Sky - Elate / Elevate Tour 2018

Turock, Essen am 02.03.2018
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Wenn man die Mediabook-Edition eines Albums zuhause hat, so darf ein Konzert in Reichweite (oder theoretisch auch Nicht-Reichweite) der Werkschöpfer keinstenfalls verpasst werden. Hatte ich mich im Juli 2017 noch kalkweißgeärgert, dass ich DOOL ausgerechnet in meiner Heimatstadt Düsseldorf verpasste, so wurde der 2. März in Essen diesmal unauslöschlich mit Hammer und Meißel in den Terminkalender gekerbt.

Die Niederländer mischen klassischen Hard Rock, mit einer Prise Goth Pop und Pychedelischen Metal. Und was schon auf Platte in Form des Debütalbums „Here Now, There Then“ perfekt harmoniert, wird live erst recht funktionieren – sorgen um die Live-Expertise der beteiligten Musiker muss man sich schließlich auch nicht machen, sind doch 3/5 einst Mitglieder von THE DEVILS BLOOD gewesen.

BildHarakiri For The Sky

Den Abend im gut gefüllten, wenn auch nicht Sardinenbüchsen-gleichen Turock, eröffnen HARAKIRI FOR THE SKY. Auch auf die Post Black Metal-Darbietung der Österreicher bin ich gespannt, denn aus der Konserve konnte mich das Material der Band noch nicht so recht packen, obwohl ich dem Genre entsprechend Zielgruppe Nummer 1 sein müsste. Live kann die Geschichte da schon ganz anders aussehen. Angefangen mit „Heroin Waltz“, vom aktuellen Album „Arson“ zeigt sich die Musik schon angenehm abwechslungsreich. Ruhige Harmonisch-melodische Keyboard-Parts wechseln sich mit treibenden, wenn auch hier stets melodischen Abschnitten ab. Diese Wechsel sind Markenzeichen der Band und finden sich in fast jedem Song wieder. Leider bestätigt sich der Eindruck auch live, dass HARAKIRI FOR THE SKY nicht so recht was für meine Ohren ist. Sänger J.J. schreit stets in gleicher Tonlage und ohne jegliche Abwechslung ins Mikrofon, sodass sich bei mir schnell Ermüdungserscheinungen einstellen und der Großteil des – wenn auch musikalisch einwandfreien Gigs – an mir vorbei geht.

BildDool

Die gefühlt etwas lang geratene Umbaupause lässt mich beim Drumcheck zusammenzucken. Die Bassdrum dröhnt schon beim ersten Schlag alles weg und runter geregelt wird trotz Testrunde offensichtlich nichts. Vielleicht sollte das aber auch nur ein falscher Eindruck sein? Leider sollte sich die Vorahnung als richtig erweisen. „The Alpha“ wird mit lauten Schlägen von Micha angespielt. Als wenige Sekunden später auch Jobs Bass ertönt, resoniert gefühlt alles im Raum was nicht niet und nagelfest ist. Die helleren Tonlagen gehen neben dem Dröhnen regelrecht unter. Leider scheint der Tontechniker diesen Zustand als normal zu empfinden und so wird es während des gesamten Konzerts nicht wesentlich besser. Nur mein nachträglich zugestöpseltes Gehör gewöhnt sich mit der Zeit an den alles dominierenden Bass und versucht im Gehirn einigermaßen nachzuregeln.

BildDool

Trotz etwas geschmälertem Musikgenuss freue ich mich über so gut wie jeden Song der Setlist. Dem mal düster, mal hoffnungsvoll groovenden „Golden Serpents“ folgt mit „God Particle“ ein neuer Song. Auch später wird mit „Well's Run Dry“ ein noch nicht auf LP gebannter Song präsentiert, der sich vielversprechend zeigt. Fast das gesamte musikalische Schaffen hat an diesem Abend Platz (leider bis auf „Words on Paper“, welcher zwar gemächlicher aber nicht minder Mächtig ist). Ryanne macht kein aufheben zwischen den Songs. Die 10 Tracks werden ohne wesentliche Unterbrechung durchgezockt. Rechts auf der Bühne nimmt jemand mir unbekanntes Reinier Vermeulens Platz ein. Auch über das Fehlen des Gitarristen wird kein Wort verloren. Ein musikalisches Stelldichein ohne große Worte und unnötiges Gehabe – aber stets großer Bühnenpräsenz der Sängerin.

BildDool

Nach „Oweynagat“ endet das Konzert recht abrupt. Die Band genießt nur kurz den Applaus des Publikums und zieht unter Zugaberufen von der Bühne, als Sekunden später schon Musik vom Band läuft – um dann wieder zu verstummen, uns etwas verwirrt und die hoffnungsvolle Frage nach einer Zugabe doch noch aufwirft. Diese wird schließlich aber mit dem erneuten anlaufen der Konservenmusik wieder zunichte gemacht. Leider ein etwas holpriges Ende eines großartigen Konzerts, das von mäßigem Sound überschattet wurde.

DOOL Setlist:

Intro
The Alpha
Golden Serpents
God Particle
In Her Darkest Hour
Vantablack
The Death of Love
Well's Run Dry
She Goat
Love Like Blood
Oweynagat (Autor: Saskia Z.)
Fazit:

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Location

Turock
Viehofer Platz 3
45127 Essen, Ruhr

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Dool
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