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Geschrieben: 20. Januar. 2012CD Review

Dodecahedron

Dodecahedron

Bewertung ( 8 von 10 ):

0123456701

Genre:

Black Metal

Spieldauer:

52:19

Label:

Vetrieb

Land

Fahne Niederlande

Release

20.01.2012

Link


Wenn sich eine Band das Zwölfeck als Namen aussucht, dann hat man als Hörer schon im Vornherein eine Ahnung, wohin das gehen könnte, nämlich in die technische Death Metal Ecke. Dem ist bei DODECAHEDRON, die ihr Debüt diesen Monat über Season Of Mist rausbringen, nicht so. Aber irgendwie doch. Denn musikalisch lassen sich die Holländer nur schwer in eine Ecke stecken. Hier steckt zwar einerseits ganz viel Black Metal drin, von der Atmosphäre als auch vom musikalischen, aber irgendwie würde es der Musik nicht gerecht, würde man sie leidglich mit diesem Attribut beschreiben.

Schon der Opener „Allfather“ zeigt die Vielfalt, welche die nächsten 52 Minuten lang herrschen wird. Hier treffen höchst technische Riffs, wie sie teilweise auch auf GORGUTS „Obscura“ stehen könnten, auf vertrackten Black Metal und Industrial-Einschübe. Innerhalb von sekundenschnelle wechselt man von dissonanten, stark verzerrten Black Metal Riffs auf technische Feuerwerke nur um den Hörer Sekunden später in den schwarzen Abgrund der elektronischen Elemente zu werfen. Dass die Musiker ihre Instrumente meisterhaft beherrschen, das braucht an dieser Stelle wohl nicht weiter ausgeführt zu werden. Auch das Songwriting beherrschen die Herren sehr gut, auch wenn sich vereinzelt ganz kleine Längen in die Songs eingeschlichen haben, die aber nicht gross stören und zudem den einzigen richtigen Kritikpunkt an „Dodecahedron“ darstellen.

Manch einer könnte sich von der oben beschriebenen Mischung, die auf „Dodecahedron“ zu finden ist, abgeschreckt werden. Doch grundsätzlich klingt das Ganze komplizierter als es ist. Eingängig ist - natürlicherweise - anders, aber DODECAHEDRON schaffen es, eine solch dichte und düstere Atmosphäre aufzubauen, dass die Vertracktheit und Kompliziertheit des Materials nicht unbedingt als Hindernis, sondern eher als Mittel zum Zweck gesehen werden kann. Dafür spricht auch, dass man bei jedem Hördurchgang Neues entdeckt und dabei jederzeit ein leichtes, die Atmosphäre passend untermalendes Gefühl der Überforderung erhält. Wer nicht mehr als zwei Tempowechsel in einem Song verkraftet, der ist hier sicher an der falschen Stelle, doch wer Herausforderungen mag und Technik als Mittel zur Atmosphäreschaffung sieht, der wird sich mit Freuden der Düsternis, Bosheit und (zuweilen) Verzweiflung von „Dodecahedron“ hingeben.

Die Einflüsse, die auf diesem Album verarbeitet werden, sind, man ahnt es, sehr vielfältig geraten. Man fühlt sich, auch von der Atmosphäre her, mit Sicherheit immer wieder an die letzten beiden Grosstaten von DEATHSPELL OMEGA erinnert. Teilweise könnten aber auch DARKSPACE ihre Wege in die Gehörgänge der Protagonisten gefunden haben. Gemischt mit den industriell angehauchten Werken von BLUT AUS NORD, den angesprochenen GORGUTS, ein bisschen CYNIC (vorallem bei den verzerrten Vocals) und ein bisschen GOJIRA erhält man ein ungefähres Bild davon, wie „Dodecahedron“ wohl klingt. Und dennoch reichen die vereinzelten Einflüsse hier nicht aus um das Ganze zu beschreiben. Denn die Niederländer schaffen es, ihre eigene Note über die ganze Zeit hörbar zu machen und niemals in blosses Kopieren abzudriften. Am eindrücklichsten hat man dies im dreigeteilten „View From Hverfell“ gemacht, das den Hörer über 22 Minuten lang in einen pechschwarzen Schlund wirft und ihn danach völlig fertig wieder ausspuckt. (Autor: Tizian C.)
Fazit:
Pechschwarz, böse und düster. So präsentiert sich das vertrackte und sehr eigenwillige Debüt von DODECAHEDRON. Die Holländer erschaffen mit ihrer anstrengenden und fordernden Mischung aus Black Metal, technischem Death Metal und Industrial eine pechschwarze Atmosphäre, die den Hörer gefangen nimmt und ihn für 52 Minuten malträtiert. Ein beeindruckendes Debüt, das hier und da zwar noch leichten Spielraum gegen oben bietet, aber nichtsdestotrotz von jedem, der auf anspruchsvollen Black Metal steht, angetestet werden sollte. Ein frühes Black Metal Highlight ist "Dodecahedron" mit Sicherheit!

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Cover

Trackliste


1. Allfather
2. I, Chronocrator
3. Vanitas
4. Descending Jacob's Ladder
5. View from Hverfell I: Head above the Heavens
6. View from Hverfell II: Inside Omnipotent Chaos
7. View from Hverfell III: A Traveller of the Seed of the Earth

Künstler


M. Eikenaar - Vocals
M. Nienhuis - Guitars, Composition
J. Barendregt - Drums
J. Bonis - Guitars, Electronics
Y. Terwisscha van Scheltinga - Bass

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