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Interview mit Jano von Xicution

Interview mit Jano von Xicution

XICUTION aus Eberswalde haben mit ihrem zweiten Album "Posterity" genau meinen Geschmack getroffen. Ich bin Neugierig geworden und so kam es dann auch sehr schnell zu einem Interview mit Jano dem Sänger und Texter der Band.

Sascha S.: Moin. Könntest du dich und deine Band kurz vorstellen...

Jano: Wir sind XICUTION aus Eberswalde bei Berlin und spielen Old-School Death gepaart mit modernen Elementen.

Sascha S.: Dass man 9 Monate nach dem ersten Gig überhaupt, gleich auf dem Protzen Open Air spielen darf ist auch nicht alltäglich. Wie war's?

Jano: Das war wirklich ein großes Ding für uns alle, zumal wir große Fans des P:O:A sind und jedes Jahr dorthin fahren. Es ist dort mittlerweile wie eine echte Familie beim P:O:A, man kennt sich und man sieht sich jedes Jahr, das hat es uns auch ermöglicht dort spielen zu können. Ich hab mit meiner vorherigen Band ja schon 2009 dort gespielt, aber jetzt in dieser Formation dort zu spielen war echt geil, die Rückmeldungen der Zuschauer, der anderen Bands und nicht zuletzt von Mario dem Veranstalter waren super. Mit dem Gig waren wir sehr zufrieden und wir freuen uns über eine weitere Einladung vom P:O:A.

Sascha S.: Gegründet wurde XICUTION Anfang 2011 und im selben Jahr ist noch die erste CD erschienen. Ihr scheint ja förmlich überzusprudeln was die Kreativität angeht?!

Jano: Dadurch, dass unsere Aufgabenbereiche klar verteilt sind, haben wir die Möglichkeiten, dass sich jeder in seinem Bereich einbringen kann. Unser Gitarrist SiO ist der Mann der für das Songwriting verantwortlich ist. Die Songs stammen alle weitestgehend aus seiner Feder, unser Neuzugang Hagen und ich ergänzen und bringen unsere Ideen ein. Dadurch, dass die Aufgaben klar verteilt sind kann SiO sich komplett entfalten, zumal wir ihm dabei freie Hand lassen. Bisher hat uns es immer wieder überrascht, wie viele Songideen er hat und in welchem atemberaubenden Tempo er die Songs schreibt.
Die Texte schreibe ich alle, meistens geistert mir eine Idee im Kopf herum, die ich in das Songwriting mit einfließen lassen kann.

Sascha S.: Für mich klingen XICUTION in erster Linie nach JUNGLE ROT und oder SIX FEET UNDER. Würdest du auch sagen, dass diese Bands euren Sound beeinflusst haben?

Jano: Erstmal danke für das Lob Sascha, wir sind große Fans dieser Bands und stehen auf diesen Stil den die Bands spielen, von daher würde ich auch sagen, dass uns diese Bands inspirieren und prägen. Aber noch andere Bands sind Vorbilder für uns, wie DEBAUCHERY, TORTURE KILLER und noch viele andere. Also für mich persönlich sind gesanglich Chris von SIX FEET UNDER und Thomas von DEBAUCHERY die größten Vorbilder, da diese beiden mich geprägt haben und ich mich vom Gesangsstil der beiden immer wieder inspirieren lasse.

Sascha S.: Wer ist auf den Namen XICUTION gekommen? Ziemliche Verwechslungsgefahr mit dem OBITUARY Vorreiter find' ich... War das Absicht?

Jano: Ja, das war alles Absicht, zu dieser Zeit habe ich dieses Album rauf und runter gehört. Zum einen wollte ich der Band damit meinen Tribut zollen, zum anderen wollte ich einen Namen der zu uns passt, ich hab die Schreibweise abgeändert um mich doch ein Stück weit davon abzugrenzen und den Tribut nicht allzu offensichtlich zu gestalten. Ich bin mit der Idee zu SiO gegangen und er war damit einverstanden. Seitdem heißen wir XICUTION. Außerdem mag ich den Buchstaben "X"!

Sascha S.: Wie bist du zum Metal gekommen und was hat dich am meisten geprägt?

Jano: Also Metal höre ich eigentlich schon seit dem ich denken kann. Bei meinem Onkel lief damals viel klassischer Heavy Metal wie PRIEST, SAXON, MAIDEN und auch CELTIC FROST. Irgendwann hab ich mich dann selbst für diese Musikrichtung interessiert und war immer auf der Suche nach neuen Bands. Bei meiner Suche bin ich auf viele Bands gestoßen, die mich geprägt haben, wie IMMORTAL, ROB ZOMBIE oder TYPE O NEGATIVE. Du siehst also, dass mein Geschmack sehr breit gefächert ist und ich mir aus jeder Nische des Metal meine Prägung gesucht und gefunden habe.

Sascha S.: Wovon handeln eure Texte? Spielt dein Job in der Psychiatrie dabei eine Rolle?

Jano: Nein, meine Arbeit in der Psychiatrie hat damit ziemlich wenig zu tun, eher meine Liebe zu Horrorfilmen. Das erste Album "Zombie War" war auch textlich eher in der Splatter Richtung zuhause. Bei der "Posterity" kam der Input eher von SiO, der ist ein riesiger Endzeit Fanatiker und Fan. Ich verarbeite eher automatisch kleinere Sachen aus meinem Berufsleben, was mir meist jedoch erst später auffällt. Aber im Großen und Ganzen bin ich ein Horror-, Psycho- und Splatterfilm Fan.
An sich schreibe ich jeden Text für ein Album nicht in sich abgeschlossen, sondern ich schreibe eher in jedem Song ein Kapitel einer Geschichte. Für mich hat jedes Album seine eigene Geschichte und jeder Song auf diesem Album liefert dafür ein Kapitel. Liest man zwischen den Zeilen, dann merkt man, dass die „Posterity“ auch der geschichtliche Nachfolger der "Zombie War" Trilogie ist. Von daher kommt danach noch ein Kapitel, mit dem wir die Geschichte zum Ende führen wollen.

Sascha S.: Mal ganz ehrlich, lohnt es sich wirklich eine Album in Eigenregie zu produzieren und zu veröffentlichen? Was kostet so 'n Spaß eigentlich zirka?

Jano: In erster Linie kostet das ganze unglaublich viel Lebenszeit, ein Album von ca. einer halben Stunde auf die Beine zu stellen. Dadurch, dass wir alles in Eigenregie produzieren ist es aber bezahlbar, zumal man rückblickend doch mit einigem Stolz auf sein neuestes Werk sieht, auch wenn man jetzt schon weiß, was man beim nächsten Mal noch besser machen möchte.
Beim Release der "Zombie War" waren die Arbeiten der "Posterity" bereits in vollem Gange. Dadurch, dass wir alles in Eigenregie machen, müssen wir uns auch um alles alleine kümmern und alles alleine planen, begonnen beim Songwriting, über die Aufnahmen, das Mixen und Mastern, bis hin zu dem Druck der Booklets. Da geht schnell ein Jahr ins Land bis man auch nur annähernd zufrieden ist.

Sascha S.: Bist du mit den Resonanzen zu "Posterity" soweit zufrieden?

Jano: Die bisherigen Kritiken die wir bekommen haben sind wirklich mehr als wir erwartet haben. Sie bestätigen uns in unserer Arbeit, diese Mühen für ein paar Songs zu bestreiten. Die Kritik die wir jedoch von Musikerkollegen erhalten haben hat uns vom Stuhl gehauen, das war wirklich klasse, all diese positiven Resonanzen zu bekommen. Die negativen Punkte, die uns bei unserer neuesten CD angekreidet werden, sind gleichzeitig die Kritikpunkte die wir selbst an uns erheben und an denen wir arbeiten werden um noch besser zu werden.

Sascha S.: Das XICUTION Besetzungskarussell dreht sich ja ziemlich schnell. Wer ist denn momentan an Bord und wer hat "Posterity" überhaupt eingespielt?

Jano: Aktuell sind fest bei uns: SiO an der Gitarre, unser Neuzugang Hagen am Bass und ich, Jano am Mikro. Morten unterstützt uns noch live, da er seinen Ausstieg bereits bekanntgegeben hat suchen wir immer noch einen neuen Schlagzeuger.
Das Album wurde von SiO, unserem ehemaligen Gitarristen Mirko, Morten und mir eingespielt.

Sascha S.: Erzähl uns doch mal etwas über eure Videos. Wie kommen die zustande, wer hat die Ideen dazu? Gerade das Video zu "Xicution" dürfte nicht jedem gefallen, da es relativ blutig und in der Ego-Shooter Perspektive abgedreht wurde...

Jano: Die Videos wachsen alle auf meinem Mist. Ich schaffe die Ideen dazu ran und plane auch die Umsetzung. Wenn die anderen Mitglieder ihr Okay dazu geben dann drehen wir das so ab. Hierbei kommt wieder meine Liebe zu Horrorfilmen zum Ausdruck. Die Idee mit der Ego-Shooter Perspektive kam mir bei dem Film "Doom", das wollte ich mal ausprobieren. Ich kenne auch ehrlich gesagt keine Band, die jemals etwas aus der First-Person Sicht gedreht hat. Wir wollten etwas Neues machen und haben es auch getan. "Warfield" stellt dar, was wir in den letzten zwei Jahren alles getrieben haben, also eine Art Retrospektive.

Sascha S.: Danke für deine Zeit. Die letzten Worte gehören dir...

Jano: Danke für das Interview und an alle die uns auf unserem Weg unterstützt haben, es immer noch tun und auch an alle Regisseure von großartigen Horrorfilmen.

 
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