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Interview mit Peter Laustsen von When Nothing Remains

Interview mit Peter Laustsen

Die Schweden von WHEN NOTHING REMAINS haben mit ihrem Debüt "As All Torn Asunder" einen traumhaften Start in die Metalwelt hingelegt und konnten überwiegend positive Kritiken einfahren. Nach etwas längerer Wartezeit aufgrund von Internetproblemen und einem Umzug hat Bandkopf Peter Laustsen letztendlich doch noch die Zeit gefunden, sich unseren Fragen zu stellen. Lest im folgenden, wie es zur Gründung von WHEN NOTHING REMAINS kam, wieso Peter NOX AUREA verlassen hat und wer die im Booklet auftauchende Daniela Svensson ist.

Malte H.: Hi Peter, wie geht's? Alles gut bei euch oben in Schweden?

Peter: Hi Malte, hier ist alles super. Ich habe im Moment Urlaub und arbeite daran, mein Studio in einen größeren Raum im Keller zu verlegen, und natürlich arbeite ich an neuem Material für das nächste WHEN NOTHING REMAINS Album, welches als Release für das Frühjahr 2013 geplant ist. Fünf bis sechs Songs sind bis dato fertig und ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen.

Malte H.: Zuerst einmal Gratulation zum Release eures Debüts "As All Torn Asunder"! Ein tolles Album mit einer emotionalen, düsteren Atmosphäre. Bist du mit dem Resultat zufrieden?

Peter: Also, um ehrlich zu sein bin ich sehr zufrieden, aber als Musiker strebst du immer danach noch bessere Alben zu veröffentlichen.

Malte H.: Wie sind die Reaktionen auf das Album bisher ausgefallen?

Peter: Das Feedback war unglaublich und es scheint als würden die Leute das Album genießen.

Malte H.: Ihr seid eine ziemlich junge Band. Ich denke, viele unserer Leser kennen euch noch nicht. Magst du uns deine Band kurz vorstellen?

Peter: Nein, wahrscheinlich wissen die Leute bis jetzt noch nicht so viel über WHEN NOTHING REMAINS. Aber dieses Projekt beinhaltet viele bekannte Namen, die von mir mit Bedacht ausgewählt wurden, um das best mögliche Album zu erschaffen. Ich wollte nur erfahrene Personen, erfahrene Personen, wenn es um Doom geht. Einer der Gedanken hierbei war, der Szene etwas frisches zu geben, etwas anderes als diese typischen "Beauty and the Beast"-Vocals, die sich aus Growls und darauf antwortenden weiblichen Gesängen zusammensetzen. Ich wurde dieses Konzept langsam müde seit ich es vorher schon mit NOX AUREA gemacht habe und ich wollte kein weiteres NOX AUREA Album erschaffen. Ich hatte dann die Idee Johan (Ericson, Anm. d. Verf.) bezüglich der klaren Vocals zu kontaktieren. Und ich habe das Gefühl, dass WHEN NOTHING REMAINS dieses Besondere hat, was ich erschaffen wollte, um all meine Ideen richtig zu verwirklichen.

Malte H.: Wie kam es dazu, dass du dieses Projekt zusammen mit Jan (Sallander, Anm. d. Verf.) gegründet hast?

Peter: Jan und ich haben bereits seit mehreren Jahren darüber nachgedacht, zusammen ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Wir schreiben die Musik für unsere Death / Black Band THE COLD EXISTENCE zusammen und hatten dabei viele gute Ideen, die nicht wirklich gepasst haben; warum sollten wir diese Ideen also nicht für etwas anderes verwenden?

Malte H.: Du bist ein ehemaliges Mitglied einer weiteren schwedischen Death / Doom Band, die sich NOX AUREA nennt. Wieso hast du die Band verlassen?

Peter: Ich bin eines der Gründungsmitglieder bzw. Gehirne hinter NOX AUREA. Es gab verschiedene Gründe, die Band zu verlassen. Allem voran wollte ich ein neues Projekt gründen, wo ich alle Entscheidungen und den gesamten Songwritingprozess alleine erledigen konnte. Zudem gab es zu dieser Zeit einige Unstimmigkeiten mit unserem Label.

Malte H.: Lass uns etwas über "As All Torn Asunder" reden. Als ich das Booklet gelesen habe, bemerkte ich, dass alle Texte von Daniela Svensson geschrieben wurden. Sie ist kein offizieller Teil des Lineups, oder? Wer ist sie?

Peter: Daniela ist meine Freundin. Wir stellten ihr ein Konzept vor, ich fügte die Songtitel hinzu und bat sie darum, die Texte zu schreiben. Sie ist kein Mitglied der Band, das stimmt, aber ich werde sie auch beim nächsten Album die Texte schreiben lassen, da ich mich beim Schreiben von Songtexten selber nicht so wohl fühle.

Malte H.: Gibt es ein Konzept hinter "As All Torn Asunder" und seinen Texten?

Peter: Klar gibt es da ein Konzept, aber ich überlasse das jedem selbst, wie er die Texte für sich entschlüsselt.

Malte H.: Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet? Und wie können wir uns den Arbeitsprozess vorstellen?

Peter: Wir haben an dem Album mehrere Jahre gearbeitet, da wir auch noch Musik für all unsere anderen Bands schreiben. Und wenn wir im Zuge dessen Riffs schrieben, die in keine der Bands reinpassten, brachten wir sie zu einem der anderen Projekte. Als ich dann das Gefühl hatte, dass wir genug Material beisammen hatten, begannen wir damit, alles zusammenzupuzzeln und nahmen ungefähr zur gleichen Zeit dann das Album auf.

Malte H.: Was inspiriert dich als Musiker, diese Art von Musik zu spielen? Auf eine gewisse Weise erinnert mich "As All Torn Asunder" an frühe SWALLOW THE SUN und DRACONIAN.

Peter: Nun, ich schätze, dass wir die Art von Musik schreiben, die am nahesten an unseren Herzen dran ist und ich bin dazu ein großer Fan von Doom. Zudem ist dies eine Form von Musik, die ich gut schreiben kann. Es gibt mir die innere Ruhe und ist ein guter Weg, Gefühle auszudrücken.

Malte H.: Es gibt auf dem Album einige Gastvocals von Johan Ericson. Er hat das Album zudem gemixt und gemastert. Ich habe gelesen, dass du ihn bereits seit einigen Jahren kennst und es wirkte auf mich so, als sei er die logische Wahl für all diese Aufgaben gewesen. Hast du jemals über jemand anderen für diese Aufgaben nachgedacht?

Peter: Nein, Johan ist ein großartiger Kerl und ich liebe seine Stimme für diese Art von Musik. Ich wollte zudem Musiker, denen ich die Verantwortung geben konnte, eigene Entscheidungen zu treffen und die dabei einen guten Job machen. Johan ist ein erfahrener Kerl für genau diese Sorte Musik. Wäre er an der Sache nicht interessiert gewesen, hätte ich auch niemand anderen gefragt, sondern den klaren Gesang einfach selber eingesungen.

Malte H.: Zoltan Horvath hat einen tollen Job beim Coverartwork geleistet. Gibt es eine Verbindung zwischen den Songs und dem Cover? Und war es deine oder seine Idee, das Artwork in dieser Form zu gestalten?

Peter: Ich war mit seiner Arbeit immer sehr zufrieden. Er hat auch schon das letzte Artwork für NOX AUREA entworfen und ich habe mich in seine Kunst verliebt. Ich schreibe für die Alben ein Konzept, schicke es Zoltan zu und er zeichnet, nachdem er das Konzept gelesen hat, das Artwork. Ich werde seine Dienste auch für das nächste WHEN NOTHING REMAINS Album in Anspruch nehmen.

Malte H.: Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

Peter: Hmm, das ist eine schwere Frage, ich mag einige der Songs sehr gerne. Aber ich denke, dass "As All Torn Asunder" der interessanteste Track ist, da er sehr düster und emotional ist.

Malte H.: Du und Jan, ihr habt zusammen als Duo angefangen, doch im Laufe der Zeit seit ihr eine komplett besetzte Band geworden. Ihr habt nun also auch ein Lineup für Live-Shows. Gibt es Pläne für eine Tour oder Auftritte auf Festivals?

Peter: Das ist richtig, wir sind nun eine vollständige Band! Im Moment ist noch nichts geplant und wir haben vor kurzem erst einen neuen Proberaum bezogen. Wir werden damit beginnen, das Material zu proben und werden schauen, wohin uns die Angebote für Auftritte, Touren und Festivals bringen werden. Sollte sich etwas gutes anbieten, würden wir wohl mitmachen.

Malte H.: Gibt es eine Band, mit der du gerne mal auf Tour gehen würdest? Und bist du eher ein Fan von Konzerten mit Bands, die die selbe Art Musik spielen oder von Gigs, wo Bands aus unterschiedlichen Genres zusammenkommen?

Peter: Eine Tour mit SWALLOW THE SUN, MY DYING BRIDE oder PARADISE LOST wäre klasse. Und ich denke, um die richtige Sorte Publikum zu bekommen, ist es wichtig, dass die Bands, die miteinander auf Tour sind, einen ähnlichen Musik-Stil verfolgen.

Malte H.: Ihr seid nun im Rooster von Solitude Productions gelandet. Wie kam es dazu?

Peter: Nun, ich kenne Solitude mittlerweile sehr gut. Sie waren stets sehr ehrlich und man konnte gut mit ihnen zusammenarbeiten. Zuerst sollte WHEN NOTHING REMAINS in den Rooster von Napalm Records, aber es stellte sich heraus, dass Solitude das bessere Label ist, um damit zu arbeiten.

Malte H.: Was für Musik hörst du in deiner Freizeit?

Peter: Ich höre alles mögliche, von Klassik bis Metal.

Malte H.: Hast du für unsere Leser irgendwelche Bandempfehlungen parat? Irgendwelche schwedischen Underground-Insider-Tipps?

Peter: Also, es wird bald ein neues Projekt von mir und Grim Vindkall von NOX AUREA geben, welches sich THETRA DERKAIN nennen wird. Es ist mehr Richtung Funeral Doom orientierter Doom Metal im Stile von EVOKEN. Weitere Infos darüber gibt es später, sobald wir neben unseren anderen Projekten Zeit für die Aufnahmen finden.

Malte H.: Wir haben damit auch schon das Ende des Interviews erreicht. Ich möchte dir für die Zeit danken, die du dir genommen hast und wünsche dir alles Gute für die Zukunft! Spielt weiter so guten Doom Metal! Die letzten Worte gehören dir.

Peter: Danke für das Interview und haltet sowohl nach THETRA DERKAIN als auch nach WHEN NOTHING REMAINS Ausschau.

Cheers,
Peter

 
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