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 Interview mit Henning A. und Markus Z. von Vermis
 
  Das Interview führte Rocco am 27.05.2008







Vermis, die Düsseldorfer Death Metal Combo ist wahrscheinlich die neue Hoffnung am riesengroßem Knüppelmusikhimmel. Aus verschiedenen Projekten oder Bands entstanden steht auch ihr erstes Debüt auf der Favoritenliste vieler Fans brutaler Musik. Da wir in der selben Stadt und in die selbe Kneipe gehen ( und sogar befreundet sind ), habe ich die Chance genutzt die Jungs mal zu interviewen. Markus Zeitz und Henning Auer standen mir Rede und Antwort über das Album und andere Abstrusen.


Rocco: Hallo ,stellt eure Band doch mal der Welt da draußen vor!

Markus: Also ,hallo wir sind Vermis aus Düsseldorf. Die Band stellt sich wie folgt zusammen: Markus (Gitarre), Henning (Gesang), Phil (Schlagzeug) und Marco (Bass). Uns gibt es ungefähr seit März 2004, haben ziemlich schnell ein Demo mit zwei Stücken aufgenommen. Anfangs war es eher mehr so eine Spassklamotte, aber dann kam halt der Peter von Darkwind Records auf uns zu und hat uns direkt einen coolen Deal angeboten. Wir haben auch direkt gesagt ja O.K., gute Chance, erstes Sprungbrett sozusagen, und haben den Deal auch angenommen. Erstes Ergebnis daraus ist unser erstes Album "Liturgy of the Annihilated" ,was es jetzt seit November 2005 zu kaufen gibt. Aufgenommen haben wir es im Sommer letzten Jahres. Ja ziemlich übles Gebolze für alle die so auf Hate Eternal, Morbid Angel, Mostrosity und ähnlichen Krempel stehen. Und ja, wir trinken alle gerne Alkohol außer unser Drummer.


Rocco:Das glaube ich euch gerne haha. Ihr habt ja vorher alle in anderen Bands gespielt, in welchen denn und was führte dazu euch alle zusammen zu tun?

Markus: Ja ich habe mit Marco zusammen bei Obsidian Gate gespielt, das war eine Orchestrale Black Metalband. Irgendwann war dieses Black Metal Thema für uns ausgereizt, da wir eigentlich kaum noch Ideen hatten und hätten uns nur noch selbst kopiert. Also sagten wir, das wir die Band erstmal auf Eis legen und starten was neues, weil wir halt schon seit früher Jugend Death Metal Fans waren. Da hatten wir gesagt, wir machen ein Projekt, was dann in eine Oldschool Death Metal Richtung ging. Das heißt Obsidian Gate ist nicht tot sondern nur auf Eis gelegt. Nun spielen wir alle hauptsächlich bei Vermis und sind auch ganz glücklich damit, das ist auch mehr unser Ding, weil im Bandgefüge macht es einfach mehr Spaß als zu zweit zu arbeiten. Vermis ist auch mehr Bauchmusik als Kopfmusik wie es bei Obsidian Gate der Fall war. Es hat eben einen Vorteil, weil man sich halt im Proberaum trifft und Ideen ausarbeitet oder dieses ganze Zusammenspiel einfach. Es ist auch eine gewisse Form von Training was Tightness angeht und so. Und deswegen haben wir mit Vermis auch viel mehr Spaß als mit Obsidian Gate, da es quasi nur ein Wohnzimmer gewesen ist und wo Marco und ich zusammen gesessen haben und Arrangements ausgetüftelt haben, möglichst viele Breaks und möglichst viele Riffs einzubauen, mit klassischem Anspruch zu komponieren und ja nach ein bis zwei Bierchen konnte man das gar nicht mehr nachspielen, und deshalb haben wir mit Vermis angefangen, ein bisschen mehr straight auf die Fresse zu kloppen und damit fahren wir auch ganz gut.


Rocco: Henning du hast bestimmt auch was gemacht denke ich doch mal oder?

Henning: Also ich habe so ungefähr 1998 angefangen Gitarre zu spielen, aber mehr schlecht als recht, wenn man das so sagen kann. Dann habe ich mich in mehreren Projekten versucht aber das hat alles gar nicht so richtig gefruchtet, weil ich nie die fähigen Leute gefunden habe um das irgendwie in Fahrt zu bringen die man auch produzieren könnte, bin ich dann immer sehr lange mit rumgerodelt. Bis ich dann halt Vermis gefunden habe und wo das alles auch wunderbar geklappt hat. Momentan habe ich noch ein Nebenprojekt mit dem David von Vagina Incest, das nennt sich Rumpelgrumpel und ist einfach nur sinnloses auf die Fresse Gebolze mit vielem gefrogge und Gegrunze. Hört sich einfach an und Texte gibt es auch nicht. Ja und dann gibt es noch ein anderes Projekt, was sich mehr in Richtung Dying Fetus, das wird hoffentlich mal in den nächsten Monaten an den Start gehen aber das wird die Zeit zeigen. Unser Phil hat noch vor einiger Zeit für Khaosick gezockt, die sich quasi aufgelöst und neu formiert haben und jetzt haben wir den Phil ganz für uns.


Rocco: Wer schreibt bei euch im allgemeinen Songs und Texte?

Markus: Also die meisten Songs schreibe ich im Alleingang, später kommt der Marco dazu, zeigs ihm, dann kommen die zweiten Lines dazu. Es gibt auch Songs die wir zusammen geschrieben haben, aber das ist eher ein bisschen seltener der Fall, da ich da etwas mehr in der Materie drin bin und auch irgendwie die meisten Ideen liefere. Die Texte schreibe ich auch fast alle im Alleingang, bis auf "The sickening Crawl", da hat der Henning eben den Text dazu geschrieben und ich habe ihn halt noch ein bisschen Grammatikalisch umformuliert. Es ist auf jedenfalls die beste Arbeitslösung die wir gefunden haben, das heißt das ein fast fertiger Song in den Proberaum gebracht wird und dann feilt der Rest der Belegschaft auch noch mit dran rum bis das Endergebnis richtig rund und stößig ist. Der Phil hat da auch einen großen Anteil dran. Ich gebe im meisten Drumcomputerspuren vor, der die Sachen dann noch ausarbeitet und meistens die Songs noch ein Stückchen schneller wird. Und ich denke das ist eine Arbeitsweise mit der wir sehr gut laufen und das wird auch in Zukunft so sein.

Henning: Ich bin mit der Lösung eigentlich ganz zufrieden, weil für mich sind Texte ziemlich nebensächlich. Ich finde das Musik eher irgendwelche Emotionen vermitteln sollte als Botschaften und von daher ist mir das so ziemlich Wurscht.
Da der Markus ganz lustiges Zeug schreibt, wo man sich so auch mit vereinbaren kann, passt es so auch gut und eigentlich reicht es mir, wenn ich die Phrasierung ein bisschen ändere. Ansonsten überlass ich das alles lieber mal dem Markus und es läuft auch wunderbar so.


Rocco: Von was handeln die Texte?

Markus: Unser erstes Album "Liturgy of the Anihilated" ist quasi ein halbes Konzeptalbum, da alle Texte sich irgendwie mit dem Weltuntergang befassen. Da geht es um dem Menschen als die schädliche Rasse des Planeten, da es mich ungemein annervt das der Mensch sich das Recht herausnimmt, den Planeten auszubeuten und sich seiner Rohstoffe zu bemächtigen, und da habe ich ein kleine Konzept verfasst aus einer leicht okkulten Sichtweise heraus. Wie die Welt zu Grunde gehen kann und das in verschiedenen Arten. Der Großteil der Texte auf dem Album handelt eben davon, aber es gibt auch ein, zwei Stücke die etwas persönlicher gehalten sind wie "Void of fallen grace", was eine etwas emotionalere Sichtweise in Bezug auf des Leben nach dem Tod, wie zum Beispiel Fegefeuer, etwas pseudosatanisch sag ich mal. Aber in Zukunft werden die Texte noch ein bisschen weiter gefasst sein, auf jedenfalls immer einen leicht okkulten Kern. Ich halte nicht so viel von dieser Blut und Porn Scheisse, weil erstens hab ich ein gutes Sexleben, da brauche ich nicht darüber zu philosophieren, was ich alles mit einer Frau anfangen kann und zweiten brauche ich auch keine extremen Blutbäder, in denen ich mich suhlen kann, das heißt die Ausrichtung ist eigentlich so ein bisschen dunkel, bisschen okkult, Weltuntergang, bisschen nihilistisch auch aber im Großem und Ganzem doch auf jedenfalls sehr Death Metal bezogen so das man sagen kann das ist Death Metal.



Rocco: Was sind musikalisch eure Einflüsse oder eure bestimmten Helden?

Markus: Also für mich ist auf jedenfall ein sehr großer Einfluss Erik Rutan (Hate Eternal), da er ein begnadeter Gitarrist ist. Unter anderem auch Morbid Angel, Hate Eternal, Origin, die eine der brutalsten Bands auf jedenfall, die es bisher gegeben hat, mit Gravity Blast ,da bin ich zum ersten mal auf diese Technik gestoßen und habe sie unserem Schlagzeuger auch direkt mal beigebracht, beziehungsweise ihm gesagt was er da zu spielen hat. Da bin ich auch sehr stolz drauf, da wir eine der wenigen deutschen Bands sind, die diese Elemente mit verarbeiten. Dann gibt es auch noch Black Metalbands wie Emperor, Behemoth, viele polnische Death Metalbands allgemein wie Disenter, die sind jedenfalls auch ein Einfluss aber ich versuche trotzdem unser eigenes Süppchen zu kochen, das wir irgendwie unseren eigenen Stil finden. Es ist eine schwere Sache, weil gerade im Death Metal fast alles gesagt ist, aber durch Zusammenführung verschiedener Zutaten denke ich mal das wir da erfolgreich sein können unseren ganz eigenen Stil zu etablieren.

Henning: Vorbilder gibt es eigentlich keine, sondern auch nur die Bands die man so raushört wie Morbid Angel, Hate Eternal und solche Sachen. Krisiun ist auch ne Sache, ich mag halt mehr den klassischen Death Metal Gesang wenn es darum geht, also bei uns wird's wahrscheinlich nie frogs oder so was geben und das ganze ist auch so ein bisschen klassisch gehalten, kann man so sagen und.

Markus: Oldschool.

Henning: Oldschool genau ja.


Rocco: Was haltet ihr im eigentlichem Sinne von der Death/Black Metal Szene und wie seht ihr auch andere Richtungen?

Markus: EMO ist Scheisse haha!
Ne also die Death Metal Szene gesundet derzeit sehr gut. Wir haben gerade in Deutschland sehr geile Bands wie Defloration, Misentophic, Embattled und Purgatory. Also wir haben richtig gute Death Metalbands in Deutschland die auch alle sehr nette und umgängliche Leute sind. Zum Black Metal hab ich ein relativ gespaltenes Verhältnis, weil da hat man auf der einen Seite Leute, die das ganze eben wegen der Musik schätzen, find ich auch in Ordnung und dann diese ganzen Kleinkinder Vereine die möglichst den harten Max machen wollen aber wie gesagt auf die legen wir nen dicken Haufen wenn die mit ihrem Adolf Scheiß kommen und dann ist das sowieso außer Frage. Aber ich denke mal speziell in Deutschland ist die Szene sehr gesund. Das sieht man auch an den vielen kleinen Konzerten, die wir auch gerne besuchen. Ich bin zwar der Meinung es könnte davon nie genug geben gerade so mit Bands die richtig schön knüppeln, da bin ich immer sehr glücklich, wenn ich da wieder irgendwas neues entdecke. Diese ganze Melodic Kiste sollte auch mal langsam abebben, weil wir sind hier in Deutschland und nicht in Schweden und deshalb denke ich mal, wir sind auf einem guten Weg.


Rocco: Ihr seid ja Live mäßig mittlerweile ja sehr gut unterwegs und spielt mit Größen aus der Szene, wie sieht es in Zukunft denn bei euch Live aus?

Markus: Wir sind gerade dabei unseren Bassisten einzuarbeiten, das heißt auf jedenfall noch ein wenig gewappneter als in der Vergangenheit war. Obwohl die Gigs die wir absolviert haben, auch wenn noch nicht so viele waren, die doch alle recht gut liefen, mal abgesehen vom Turock Festival ( Essen Turock: Deathfest ), was wirklich drunter und drüber ging. Da haben wir mit Monstrosity und Deeds of Flesh gespielt, und es lag halt daran das da eine Tour angebunden war und der Tourdross verspätet kam, und da gab es kein Soundcheck, aber ansonsten waren wir auch mit den Resonanzen ganz zufrieden. Natürlich müssen wir noch an uns arbeiten da wir noch nicht die große Liveerfahrung haben , und vor allem muss unser Schlagzeuger manchmal ein bisschen an die Leine genommen werden, das heißt wir sind manchmal ein wenig zu schnell, auch wenn das ein bisschen dämlich klingt, aber wir sind wirklich zu schnell, das wir da teilweise mit 280 Sachen durch die Botanik brettern, das heißt da müssen wir auf jedenfalls noch ein bisschen daran feilen. Demnächst spielen wir auf jedenfall im Herbst in Wermelskirchen mit Depression und Cliteater, lecker lecker und Mucupurulent ist ja auch ein Name.
Auf jedenfall wird dies auch eine Sache ,auf die wir uns sehr freuen, wie eigentlich auf jede Gelegenheit Live zu spielen, weil Live ist einfach die Itensität viel dichter als wenn man eine Platte aufnimmt, wo jeder seinen Part beizutragen hat, da agieren wir als Einheit, aber wir sehen der Sachen zuversichtlich ins Auge.


Rocco: Was war bisher das mieseste Konzert, ihr braucht den Namen nicht zu nennen, was ihr bisher gegeben habt und gibt es ein besonders lustiges Erlebnis?

Markus: Für uns war persönlich auf jedenfall das letzte, weil wir auf der Bühne absolut nichts gehört hatte. Ich hab noch nicht mal den Schlagzeuger gehört und deshalb denk ich mal, das war der absolute Brei, wir waren überhaupt nicht tight dadurch. Und deshalb sag ich mal, liebe Konzertveranstalter, wenn ihr uns haben wollt, sorgt gute Monitoranlage dann wird's auch was.

Henning: Wobei man noch sagen muss, das es nicht am Veranstalter gelegen hat, wurde ja schon alles erklärt, sondern das einfach nur die Zeit gefehlt hat für einen vernünftigen Soundcheck.


Rocco: Ich weiß ja das Henning nebenbei auch Rumpelgrumpel macht, ist jemand von Vermis mit am Start oder ist es ein Solo Projekt? Spielen die anderen in Nebenprojekten, wenn ja welche?

Markus: Ich hab so ein, zwei kleine Projektchen laufen, es ist aber nichts festes weil das mache ich eigentlich nur so zum Spaß. Ein ziemlich extremes Black Metal Projekt welch so ein bisschen Richtung 1349 läuft und halt etwas, wo ich so in Richtung Origin extrem Technisch musizieren möchte, das mach ich aber auch nur so quasi zu Hause also da ist nichts geplant oder ähnliches. Phil und Marco machen neben Vermis gar nichts und Henning hat mit seinem Rumpelgrumpel auf jedenfall bewiesen, das da in Sachen Death Grind jedenfalls ein geiler Newcomer am Start ist.


Rocco: Und den geilen Intro Trailer ,den er noch gemacht hat hehe!

Henning: Ja das war da mehr so eine Spaß Klamotte für ein Internetradio ( Dawn Radio ), da wollten die halt so einen opener Trailer haben um das ganze anzukündigen und da hab ich dann eben so ein bisschen rumgegrunzt, und daraus haben die dann ihr Intro gemacht.


Rocco: So dann bedanke ich mich fürs Interview. Wollt ihr noch ein paar letzte Worte loswerden, bevor wir weiter Bier trinken gehen?

Markus: Ja auf jedenfall solltet ihr das Album mal anchecken, wenn ihr in Richtung Oldschool Blasting Death Metal steht, der möge doch mal einen Lauscher riskieren, ich denke mal das man da nicht enttäuscht sein wird.


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