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Interview mit Wolfgang Rothbauer von The Last Warning

Interview mit Grini von The Last warning

Nachdem THE LAST WARNING mit "Progression" für mich eine der Thrash Metal Überraschungen diesen Jahres lieferten, habe ich mir die Gelegenheit Näheres über die Österreicher zu erfahren nicht nehmen lassen. Sänger Grini (Hans-Jürgen Moitzi) hat sich meiner Fragen angenommen und plauderte über die Bandgründung, die aktuelle Scheibe "Progression", die Zusammenarbeit mit Roberto Dimitri Liapakis und vieles mehr.

Bianca P.: Hi, danke, dass du dir Zeit nimmst meine Fragen zu beantworten. Euch gibt es jetzt ja schon eine Weile und "Progression" ist bereits euer viertes Studioalbum. Dennoch würde mich mal interessieren, wie fing es denn mit euch an? Wer hat die Band gegründet und kanntet ihr euch schon vorher?

Grini: Grüß Dich. Also angefangen hat das mit uns wie bei den meisten Bands. Wir waren alle zusammen in einem Haufen von Leuten aus derselben Gegend, die jedes Wochenende um die Häuser gezogen sind. Wir alle haben nur Metal gehört und sind auf Konzerten und Festivals umtriebig gewesen. Und eines Tages haben wir nach ein paar Bieren (oder ein paar mehr, ich kann mich nicht mehr erinnern) beschlossen, dass wir eine Band gründen wollen. Und jetzt ist mehr als eine Dekade vergangen und wir spielen immer noch...

Bianca P.: Gibt es frühere Bands, in denen ihr vor THE LAST WARNING aktiv wart? Wenn ja, wie heißen sie und welche Art von Musik spielen sie?

Grini: Roland und Stefan (unsere Gitarristen) spielen schon zusammen seit sie 15 oder 16 Jahre alt sind. Ihre erste Band nannte sich FADE. Sie spielten mit der Band quer durch die Bank alle Musikrichtungen, von Punk bis Thrash Metal.
Markus unser Drummer hatte eine Zweitband die MORTAL COIL hieß, zusammen mit einigen seiner Freunde. Die Musik der Truppe ging so in Richtung "experimental, progressiver Death Metal". Die spielten ziemlich verrücktes, aber cooles Zeug. Ein Song hatte so an die 50 verschiedene Riffs, keine Ahnung wie die sich das gemerkt haben.

Bianca P.: Eure Musik zeichnet sich meiner Meinung nach durch eine Vielfalt von Genreeinflüssen aus: Im Kern Thrash Metal sind auch Elemente aus Death und Melodic Death Metal dabei. Wie kommt es zu diesem einzigartigen Mix? Was sind eure Einflüsse oder eure Vorbilder?

Grini: Ich denke zu diesem Mix kommt es weil wir alle in der Band verschiedenste Musik hören. Jeder hat seine Vorlieben, aber keiner schränkt sich auf eine Richtung ein. Und mit der Musik die man konsumiert entstehen auch die Ideen im Kopf. Da schöpfen wir dann kreativ aus einem großen Pool. Direkte Vorbilder haben wir in dem Sinne nicht. Es gibt Bands die uns allen gefallen wie LAMB OF GOD, KREATOR, PANTERA etc.

Bianca P.: Der Titel eurer aktuellen Scheibe "Progression" bedeutet Entwicklung oder Fortschritt. Hat das einen tieferen Hintergrund? Würdet ihr sagen, dass "Progression" einen Fortschritt in eurer Karriere bedeutet?

Grini: Ja, das hat tatsächlich einen tieferen Hintergrund. Zum einen wollen wir damit die Entwicklung als Persönlichkeit bzw. der Gesellschaft an sich thematisieren und zum anderen hat es auch mit der Entwicklung der Band zu tun. Unser neues Album ist mit Abstand das Beste, was wir bis dato produziert haben und für uns deshalb ein großer Sprung nach vorne, eben die Entwicklung. Es ist uns sehr wichtig von Album zu Album besser zu werden und auch mehr aus uns selber herauszuholen.

Bianca P.: Mein Review zu "Progression" ist ja ziemlich gut ausgefallen und ich bin ehrlich positiv überrascht. Wie waren denn die generellen Reaktionen auf das Album?

Grini: Es freut uns natürlich, dass Dein Review so gut ausgefallen ist. Generell waren die Kritiken sehr sehr gut. Natürlich haben wir auch einige schlechte Reviews bekommen, aber das kann man natürlich nicht verhindern. Damit haben wir aber kein Problem, unsere Musik kann und muss ja nicht jedem gefallen.

Bianca P.: Kannst du mir etwas über das Songwriting erzählen? Wer ist bei euch hauptsächlich für die Lyrics verantwortlich und was ist die Botschaft dahinter?

Grini: Die Songs werden musikalisch von unseren beiden Gitarristen Roland und Stefan geboren. Sie machen die ersten Demos und ich komme dann dazu und schreibe die Texte. Danach wird mit der gesamten Band an den Songs weitergearbeitet bis es uns passt.
Die Botschaften hinter den Lyrics sind vielfältig. Da sind ganz viele Themen drinnen. Am liebsten behandle ich persönliche Dinge, weil ich der Meinung bin, dass es dann am ehrlichsten ist. Und wenn man seine eigenen Dämonen in das Mikro jagt, kriegt es umso mehr Emotionen und damit Wert für einen Sänger.

Bianca P.: Hast du einen Lieblingssong auf "Progression"? Wenn ja, welchen und warum?

Grini: Derzeit ist mein Lieblingssong auf der CD "Devil Inside". Der Song ist schnell und brutal mit geilen Riffs, Solos und Gesangsstrukturen. Ohne viel Schnickschnack, einfach voll in die Fresse, kurz und bündig.

Bianca P.: Für "Progression" habt ihr euch Roberto Dimitri Liapakis von MYSTIC PROPHECY ins Boot geholt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie hat sie euch gefallen?

Grini: Ich kann mich gar nicht mehr so genau erinnern wie ich zu ihm gekommen bin, ich glaube es war über unser altes Label irgendwie. Egal. Wir waren als Band auf der Suche nach einem Produzenten und haben mit einigen gesprochen. Ich hab mit Lia telefoniert und wir haben uns gleich beim ersten Telefongespäch gut verstanden und über eine Stunde über Gott und die Welt gequatscht. So kam halt eines zum anderen und er ist es dann geworden.
Die Zusammenarbeit mit ihm und Christian Schmidt (Recording Engineer) in den Prophecy & Music Factory Studios waren großartig. Die haben wirklich gute Arbeit geleistet. Um ehrlich zu sein ist es mit Lia aber auch nicht immer leicht. Er geht Dir so lange auf die Nerven, bis Du mit das Maximum gibst. Und das kann auch ganz schön nerven, wenngleich es für die Musik und die Band das Beste ist.

Bianca P.: Würdet ihr auch in Zukunft eine weitere Zusammenarbeit anstreben?

Grini: Ja klar, warum nicht. Mal sehen was die Zukunft bringt.

Bianca P.: Wie ich hörte, habt ihr schon einige Festivals und unter anderem auch eine Tour in Indonesien gespielt. Was hat euch da am besten gefallen?

Grini: Ja, die Touren in Indonesien waren schon ziemlich cool. Nicht viele Bands kriegen die Möglichkeit vor solchen Menschenmassen von über 30 000 Leuten auf der Bühne zu stehen und wir wissen das zu schätzen. Am besten gefiel uns aber generell die Offenheit der Leute die wir dort getroffen haben. Wir haben in Asien viele Freundschaften fürs Leben geschlossen und sind noch immer mit vielen dort in Kontakt.

Bianca P.: Spielt ihr lieber auf großen Festivalbühnen oder in kleinen Clubs?

Grini: Beides hat seinen Reiz. Die Energie auf den großen Festivalbühnen ist natürlich um einiges höher. Jedoch geht dort das persönliche verloren, weil man nur mehr eine Menschenmasse vor sich sieht. In Clubs ist es meist etwas familiärer und die Leute können dann nach dem Konzert mit uns quatschen, das finden wir auch immer wieder spannend.

Bianca P.: Gibt es jemanden, mit dem ihr unbedingt mal die Bühne teilen wollen würdet?

Grini: Puah, Du fragst Sachen. Ich glaube so eine Präferenz existiert in der Band nicht.

Bianca P.: Was kann man in näherer Zukunft von THE LAST WARNING erwarten? Was sind eure Pläne?

Grini: Also im Oktober sind wir jetzt mal auf einer Tour in Osteuropa. Wir werden Rumänien, Bulgarien und Moldawien beehren. Davor und danach einige Konzerte in Österreich und das nächste Jahr werden bestimmt einige Festival auf dem Programm stehen. Natürlich werden wir auch noch ein geiles Album nachschießen, allerdings wissen wir noch nicht wie schnell es gehen wird.

Bianca P.: Wir kommen langsam zum Ende des Interviews. Gibt es noch etwas, das du unseren Lesern unbedingt mitteilen möchtet?

Grini: Haha, nein ich hab schon zu viel geredet.

Bianca P.: Noch ein kleines Brainstorming zum Schluss, deine ersten Gedanken zu:

Grini: - Österreich: Unsere wunderschöne Heimat.
- Indonesien: Bali
- Thrash Metal: Bay Area Thrash Metal

Bianca P.: Danke für das Interview, die letzten Worte gehören dir.

Grini: Danke an alle die das Interview bis hierher gelesen haben. Hört mal in unser neues Album "Progression" an und ich hoffe wir sehen uns "On the Road"!

 
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