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 Interview mit Mario von Sonorous Din
 
  Das Interview führte Rocco am 28.05.2008




Rocco: Hallo, stellt deine Band doch mal den Lesern vor. Wann wurdet ihr gegründet und wie betitelt ihr eure Musik selber?

Mario: Hallo, Mario von Sonorous Din hier. Erst einmal möchte ich mich für die Möglichkeit dieses Interview zu geben bedanken.
Gründung Sonorous Din's war im Jahre 1999. Steffi und ich haben uns mit einem Gitarristen zusammen getan und unsere Liebe für tiefer gestimmten Saiten entdeckt. Der Sound war wesentlich fetter und ähnelte der Musik von Korn oder Sepultura.
Da wir uns damals schon Sonorous Din, also "klangvolles Getöse" nannten, musste ein Gegenpart zum Getöse her. Was lag da näher als eine klangvolle Stimme, am besten die einer Frau. Nach kurzem Suchen stand die Urformation Sonorous Din's mit den Mitgliedern Burghard (Gitarre), Jenni (Gesang), Steffi (Bass) und Mario (Drums).
Jens (Keys) war der fünfte im Team der Ursprungs SD's. Nach zahlreichen Umstrukturierungen und Neufindungen der Band entwickelte sich mehr und mehr der Sound der heutigen SD's.
Steffi und Ich sind als Ursprungsmitglieder übrig geblieben, unsere Vorlieben zum Mittelalter, Subway to Sally und zu deutschen Texten prägt die Band seit Entstehung. Jeder einzelne der jetzigen Bandmitglieder, Sängerin Jamina (2004), Violinistin Nina (2004), Gitarrist Alexander (2004) und Sänger Thomas (2005) tragen dazu bei das Sonorous Din so geworden ist wie ihr es auf unserem Debüt Album "Lusus Naturae" hören könnt.
Mit Thomas hatten wir im Jahre 1997 bereits eine Band mit Namen "Better Wetter" welche Deutschrock vom Ursprünglichsten machte. Nach Auflösung der Band verloren wir uns musikalisch aus den Augen bis wir Thomas Anfang 2005 ans Mikro SD's holten. Die Stilbenennung fällt uns sehr schwer. Eigentlich sind wir stolz darauf "uneinordbar" zu sein und dies auch immer wieder bestätigt zu bekommen.
Aus PR Gründen ist es allerdings eher nachteilig zu keinem Genre zugehörig zu sein. Wir haben uns mittlerweile auf die Bezeichnung "Mittelalter Rock" verständigt. Für Metal sind wir häufig zu soft, für Folk häufig zu hart. Für Mittelalter verzichten wir auf die entsprechenden Instrumente jedoch haben wir Textilich den Hang dort hin von daher passt es dann doch wieder. Wie dem auch sei, am besten ihr macht euch selber ein Bild über unsere Musik und diskutiert in unserem Forum unter der Rubrik Stilfindung über unsere Art der Musik. Dort werdet ihr schon etliche Beiträge und Meinungen finden.


Rocco: Ich habe gelesen, das ihr vorher mehr Industrial gemacht habt. Was war eure Bewandtnis Sonorous Din zu gründen und einen ganz anderen Weg einzuschlagen und wie sieht der musikalische Werdegang der einzelnen Bandmembers aus?

Mario: Wie bereits erwähnt begannen wir mit tiefer gestimmten Instrumenten, dies haben wir weitestgehend abgelegt obwohl wir manchmal noch in diversen Stimmungen proben...dann allerdings Steffi und ich alleine....!
Denke aber das wir bestimmt mal wieder ein tiefer gestimmtes Stück ins Programm nehmen werden. Die Industrial Elemente wurden überwiegend von dem Soundtüfftler an den Keys fabriziert. Nachdem der Soundtüfftler sich verabschiedete war das Indrustrial Element ebenfalls Geschichte.
Wie in der ersten Frage bereits beantwortet haben die einzelnen Bandmitglieder, die verflossenen ebenso wie die jetzigen, den Sound über die Jahre geprägt. Sicherlich ist ein großer Teil von Steffi und mir in den Seelen der Stücke enthalten da wir seit vielen Jahren die Musik SD's maßgeblich mitgestalten.
Der Werdegang der einzelnen Mitglieder ist so unterschiedlich wie die einzelnen Charaktere der Band. Nina spielt seit ihrem 3. Lebensjahr täglich mehrere Stunden "besessen" Geige, wen wundert es dass sie nun in Düsseldorf Violine studiert.
Steffi kommt eigentlich aus der Fraktion der Gitarristen was man manchmal an ihrem "untypischem" Bassspiel heraushören kann. Nichts desto trotz ist Bass das Instrument welches sie am liebsten hat.
Jamina singt seit frühester Jugend, hat Hauptrollen in diversen Musicals gesungen und möchte, so Gott will, Gesang studieren, oder besser gesagt, so die Zensuren wollen..:-).
Alexander spielt schon seit mehreren Jahren Gitarre ist ein solcher wie er im Buche steht und im übrigen ein wahrer Poser!!
Thomas hat jahrelang Posaune gespielt und wird diese bestimmt auch mal bei Sonorous Din zum Einsatz bringen. Die große Puste hilft ihm aber auch bei der gesanglichen Umsetzung.
Ich komme ursprünglich ebenfalls aus der Gitarrenfraktion. In meinen früheren Bands habe ich häufig mit bedauern feststellen müssen dass es an Schlagzeugern extrem mangelt. Um diesem Phänomen entgegen zu wirken griff ich zu den Sticks.


Rocco: Wie komponiert ihr eure Lieder? In gemeinsamer Session oder ist ein einziges Bandmitglied für die Musik zuständig?

Mario: In gemeinsamer Session ist noch keines unserer Lieder entstanden. Die Stücke auf dem Album "Lusus Naturae" sind teilweise über mehreren Jahren gewachsen. Die meisten Musikstücke entstanden in den Grundzügen erst einmal als Bass und Drum Grundlage. Strophe-Ref-Strophe-Break-Ref-Ende (oder so ähnlich).
Wenn diese Zusammenhänge erstmal ersichtlich und für jeden nachvollziehbar sind kommen die anderen Instrumente hinzu und spielen die Melodie oder entwickeln noch Breaks oder Solos...oder was denn einzelnen Instrumentalisten sonst noch so durch den Kopf geht.
Dann muss der Text noch irgendwie "rein gemogelt" werden. Manchmal ist der Text aber auch Vater des Liedes und er ist zuerst da und die Musik wird passend zum Text kreiert. Für uns ist es sehr wichtig dass die Grundstruktur schon mal vorhanden und nachvollziehbar ist, dann geht es auch gut vorwärts. Der Zauberlehrling beispielsweise ist von Alex komponiert. Er hatte die gesamte Songstruktur bereits vorgefertigt. Das über 8 minütige Stück wurde teilweise auch via Mail zu Übungszwecken hin und her geschickt. Dann bastelte ich noch ein Text drauf und fertig. Naja, nicht immer ganz so einfach aber in etwa...!


Rocco: Wer schreibt die Texte und wie kann man in sie hineininterpretieren?

Mario: Schatten und Rituale sind von Steffi, der Rest auf der CD "Lusus Naturae" stammt aus meiner Feder.
Mit dem hineininterpretieren ist das so eine Sache. Wir haben sehr tiefgründige Texte für die Oberflächlichkeit Gift darstellt.

Häufig hören wir von "nicht zuhörenden" Zuhörern das wir so negative Texte schreiben. Ich kann nur immer wiederholen das nichts Negatives an unseren Texten ist.
Wir beschreiben Gegebenheiten oder Gefühle die vollkommen menschlich sind. "Lusus Naturae" beispielsweise handelt von einer gefolterten und am Ende verbrannten Hexe die von den angeblichen Gottesvertretern im Mittelalter als solche erkannt und hingerichtet wurde. Der Ref: "Im Namen des Herrn wirst du gerichtet" lässt beim oberflächlichen hören vielleicht vermuten dass wir den Herrn dafür verantwortlich machen oder gar Lästerer seien.
Dies ist aber nicht so weil die Pharisäer der Ansicht in Gottes Namen gehandelt waren zu haben und das in seinem Namen getan zu haben. Gott würde so etwas nie gewollt haben. Ich verurteile lediglich diejenigen, die seinen Namen für solche Gräueltaten missbrauchten.
Vielleicht sollte die Kirche endlich mal anerkennen das dies Unrecht war.
Neuere, auf der CD nicht vertretene Songs wie "der Dieb" und "Tsunami" sind von Thomas geschrieben. In unserem Forum ist eine Rubrik mit Gedichten eines Forumuser der nette "Gruselgedichte" schreibt. Wahrscheinlich vertonen wir in naher Zukunft mal das ein oder andere Gedicht von ihm.


Rocco: Habt ihr irgendwelche Einflüsse, was euren musikalischen Werdegang reichlich unterstützt hat?

Mario: Ich denke dass eine Menge musikalische Einflüsse unseren Werdegang unterstützt haben. Wie bereits erwähnt sind wir alle sehr unterschiedlich und haben alle verschiedene musikalische Wurzeln. Da reicht es vom Soul über Poser Rock zum Hip Hop über Metal bis hin zu Beethoven und Bach. Jeder versucht seine Vorlieben in die Songstrukturen zu integrieren ohne jedoch den Gesamtsound aus dem Auge zu verlieren und dieser enthält eine gewisse Sonorous Din Charakteristik.


Rocco: Wie sieht es denn in Zukunft mit einem Labeldeal aus, da ihr ja im Moment alles in Eigenregie macht?

Mario: Gerne würden wir uns in Zukunft von einem Label oder Management unterstützen und fördern lassen. Das komplette Management, die Konzertorga, die Homepage und sonstige Anfragen bearbeite ich überwiegend alleine und das schlaucht häufig.
Es wäre schön wenn wir uns rein aufs musikalische konzentrieren könnten ohne ständig Auftrittsmöglichkeiten und der Gleichen zu organisieren. Wir hatten vor geraumer Zeit mal ein Management Vertrag mit dem "Dark Music Managemt". Leider haben die Herrschaften aus Mönchengladbach ihre Bemühungen eingestellt und die Agentur aufgegeben.
Vielleicht ergibt sich ja erneut eine Gelegenheit einen guten Vertrag unterzeichnen zu können. Momentan sind wir mit Extratours, der Agentur von StS, in Extremo usw. in Kontakt und hoffen dass sich dort vielleicht eine Möglichkeit der Zusammenarbeit ergeben könnte.
Es ist für Label-und Managementlose extrem schwer auf diversen Festivals wie Mera Luna oder Wave Gothic Treffen unter zu kommen. Es besteht fast keine Möglichkeit!
Labelfrei zu sein hat sicherlich auch seine Vorteile und es erfüllt uns auch mit Stolz so viel aus eigener Kraft erreicht zu haben. Trotzdem wäre es mal an der Zeit Unterstützung zu erfahren :-)


Rocco: Wie sieht es Zukünftig mit euren Liveaktivitäten aus? Einige kann man auf eurer Homepage ja sehen, aber gibt es da noch andere nicht offiziell bestätigte Termine die im Gespräch sind?

Mario: Die letzten Monate waren sehr aufregend was die Liveaktivitäten angeht. Wir hatten die letzten Wochen beinahe jedes Wochenende ein Konzert. Das nicht nur innerhalb unseres Heimatbereiches sondern deutschlandweit.
Wir haben viele nette Menschen getroffen und uns in unserer Liveperformance sehr gut weiterentwickelt. Die anfängliche Nervosität ist einer gewissen Professionalität gewichen. Die zweite Hälfte des Jahres werden wir etwas entspannter und mit weniger Slots angehen damit wir auch Zeit im Proberaum verbringen können um dort das ein oder andere neue Stück zu entwerfen. Ein Highlight wird sicherlich unser Open Air Auftritt im August zur 1200 Jahrfeier der Stadt Halle an der Saale, am Rande der Moritzburg, darstellen.
Zum einen ist es ein schönes Gefühl an einem Samstagabend um 22 Uhr auf einer Open Air Bühne zu stehen und zum anderen freuen wir uns riesig auf den Osten der Republik da wir dort sehr positive Erfahrungen bezüglich uns und unserer Musik machen durften. Unbestätigte Termine gibt es da auch einige. Dann ist mal wieder von einer Festivalteilnahme SD's die Rede dann ein Gig mit einer befreundeten Band usw...
Es wird in dem Buisiness viel geredet wenn der Tag lang ist. Wichtig ist allerdings das wir präsent bleiben und uns dem Publikum präsentieren, das werden wir auch weiterhin tun.


Rocco: Was habt ihr denn in Zukunft überhaupt noch geplant? Neues Album, Nebenprojekte etc!

Mario: Momentan versuchen wir auf möglichste vielen Samplern vertreten zu sein um uns so einem breiterem Publikum präsentieren zu können. Bisher ist uns dies auf der aktuellen Orkus Ausgabe, der Astan Ausgabe und dem zukünftigem "Band unity" gelungen. Samplerteilnahmen an diversen Zeitschriften ist auch eine große Kostenfrage. Ich wusste gar nicht dass mehrere hundert Euros nötig sind um Liedgut auf diversen Heftbeilagen zu platzieren...! Wir werden weiterhin versuchen unsere Stärken zu forcieren. Wir werden weiterhin etliche Auftritte planen und spielen. Vielleicht erhalten wir ja mal die Möglichkeit einen größeren Act unseres Genres zu supporten, dass wäre eines unserer nächsten Ziele. Wir werden zwischen den Gigphasen immer an neuen Stücken arbeiten damit wir irgendwann, wahrscheinlich nicht vor 2009, ein weiteres Album herausbringen können. Ihr werdet noch einiges von uns hören!!


Rocco: Danke für das Interview! Willst du noch ein paar abschließende Worte loswerden?

Mario: Wie zu Beginn des Interviews möchte ich mich auch am Ende für die Möglichkeit dieses Interview zu geben bedanken.
Es tut gut wenn wir Beachtung für unsere Arbeit ernten und dies gewürdigt wird. Danken möchten wir besonders unseren treuen Fans. Wir möchten besonders Nessa und Kruck erwähnen die sich sehr für SD ins Zeug legen und uns mit ihrer Anwesenheit und Mobilisation unserer Fangemeine beglücken. Dank geht auch an die ständigen Begleiter Nils und Martina. Wir hoffen dass es so weiter geht wie bisher mit viel Anerkennung und guten Resonanzen über unser Werk.


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