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Interview mit Sabiendas

Interview mit Alex und Jan von Sabiendas

Nachdem ich im Papenburger Juz die Ruhrpott Old-School-Deather bereits das zweite Mal begutachten durfte, war es nun wirklich höchste Zeit der Band mal auf den Zahn zu fühlen. Man sollte gar nicht glauben wie nett solch böse dreinschauenden Gestalten eigentlich sein können, vor allen Dingen Gitarristin Alex und Vocalist Jan sind immer für ein pläuschchen zu haben, was ich dann auch gleich schamlos ausgenutzt habe, aber lest selbst...

Sascha S.: Wie und wann ist die Band eigentlich entstanden?

Alex: Wie, mmhh ich hatte noch einen Proberaum im Hertener Bunker. Gerade vorher hatte ich ein Band/Projekt (1Jahr). Leider wollten die Herren zu damaliger Zeit zu viert alleine weitermusizieren, also ohne Frau :(
Für mich war klar, dass ich weiter mache und meine eigene Band gründe. Im April 2006 saß ich dann erst mal alleine im Proberaum, dann mit Sänger, Bassist und Gitarrist. Es war sehr schwer einen Drummer zu finden, überhaupt Leute zu finden die es so ernst wie ich genommen haben. Ich wollte eben Musik machen und nicht nur im Proberaum rumhängen... etc...
So wechselte das Line-Up..aber ich habe immer weiter gesucht und weiter auch Songs geschrieben. Bis endlich 2008 unser super Toni an die Drums kam. Auch unser F.T. am Bass war eine Bereicherung, der stieß auch 2008 dazu. So entstand schon mal ein stabiles Line-Up. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich leider nicht den passenden Gesang für meine Band gefunden. Endlich dann 2010 kam Jan, da dachte ich, hau den mal an, das könnte passen ;) und es passt, wie Arsch auf Eimer. Auch unser zweiter Gitarrist Christian - supernetter Typ - und wir, harmonisieren zusammen an den Klampfen. Seine und meine Parts bilden eine sehr gute Kombination. Die neuen Songs werdet ihr ja bald auf dem neuen Album hören.

Sascha S.: Wer kam wann und warum auf den Bandnamen SABIENDAS? Nix mit Death, Blood oder Corpse im Namen...?!?

Alex: Ich war der Übeltäter ;) 2006, ach Jan, erkläre du mal...

Jan: Wie man sich vielleicht denken kann kommt der Name aus dem spanischen und leitet sich ab von "a sabiendas", was soviel heißt wie "wissentlich" oder "im Bewusstsein von". Also etwas zu tun und sich dabei der Konsequenzen bewusst zu sein. Das lässt natürlich auch einigen Interpretationsspielraumraum zu und jeder mag da etwas anderes rein interpretieren. Für mich steht der Name metaphorisch für den freien Willen und all die guten, schlechten und vielleicht auch bösen Dinge für die sich Menschen im allgemeinen Entscheiden. Nach meiner Ansicht geschieht jede menschliche Handlung immer aus Berechnung und Abwägung von Vor- und Nachteilen. Außerdem gefällt uns die Tatsache, dass unser Bandname nur aus einem prägnanten Wort besteht und durch die spanische Aussprache einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat. Wir jagen zwar sonst fast jedem Klischee hinterher *lach* aber beim Namen machen wir mal eine Ausnahme.

Sascha S.: "Restored to Life" staubt überall komplett ab (siehe Review). Hättet ihr diese Resonanz erwartet?

Alex: Ich hatte gehofft und auch daran geglaubt.

Jan: Es ist schwierig zu sagen was wir eigentlich erwartet haben. Erst mal war es für uns sehr spannend, welche Reaktionen von Leuten kommen, die SABIENDAS bisher gar nicht kannten und uns auch bisher nie live gesehen hatten. Sagen wir mal so, wir haben uns natürlich schon positive Resonanzen erhofft, wer tut das nicht, wir sind aber alle total happy, dass "Restored to Life" die Erwartungen übertroffen hat.

Sascha S.: Euer Album ist auf dem kleinen Label Bret Hard Records erschienen. Wie seid ihr mit Chris und seinem Label zufrieden?

Alex: Alles supi!

Jan: Wir können uns in keiner Weise beklagen. Wir sind mit der Arbeit des Labels zufrieden. Gerade als Underground-Band ist es wichtig ein Label zu haben, was hinter einem steht und mit dem man auf Augenhöhe kommunizieren kann. Große Labels heben einen zwar schnell hoch, lassen einen aber auch schnell tief fallen. Gerade bei den kleinen Labels ist man zum Glück nicht nur irgendeine Nummer. Wir kommunizieren alles auf kurzem Weg und Bret Hart Records lässt uns die Freiheit die wir brauchen um die Band nach unseren Vorstellungen voran zu bringen. Wir haben uns bewusst für ein kleines Label entschieden.
Wir hatten ein paar Verträge von verschiedenen Labels auf dem Tisch und Bret Hart haben uns von Anfang an fair behandelt. Chris macht ja selbst Musik und kennt das Geschäft daher aus beiden Sichtweisen, was durchaus ein Vorteil ist. Thorsten und Chris von Bret Hart leisten schon ziemlich gute Arbeit

Sascha S.: Es hat ja relativ lange gedauert bis ihr ein passendes Label gefunden hattet. Wie weit ist denn das neue Album? Habt ihr bei den ganzen Gigs überhaupt Zeit neue Songs zu schreiben?

Alex: Nee, hatte eigentlich nicht solange gedauert. Wir wollten nur nicht gleich irgendetwas unterschreiben. Songwriting läuft!!

Jan: Was das Songwriting angeht, würde ich sagen, dass wir ungefähr die Hälfte fertig haben. Es ist natürlich schwierig sich auf neues Material zu konzentrieren wenn man fast jedes Wochenende unterwegs ist. Aber es kommt nach und nach. Wir planen im Frühling 2014 wieder ins Studio zu gehen und dann nach Möglichkeit im Herbst das zweite Album zu veröffentlichen. Es wird in jedem Fall nicht so lange dauern wie bei "Restored to Life".

Sascha S.: Wo liegen bei euch die musikalischen Wurzeln? Eure Mucke ist für meine Ohren eine Mischung aus englischem und amerikanischem Death Metal... kommt das ungefähr hin?

Jan: Ich denke es ist nur natürlich, dass sich die Musik welche wir uns selbst rein pfeifen auch in unserer eigenen Musik widerspiegelt. Wir sind schon ziemlich geprägt von dem Death-Metal der frühen 90er. Zu dieser Zeit ist der Death-Metal in seinen verschiedenen Spielarten ja erst entstanden und ähnlich wie beim europäischen und beim Bay-Area-Thrash-Metal ein paar Jahre vorher, haben sich im Death-Metal auf den beiden Kontinenten unterschiedliche Spielarten entwickelt. Wir verarbeiten eben Elemente aus Beiden. Wir verwursten eben die Einflüsse aus der Musik die wir selbst hören.

Alex: Bin der gleichen Meinung wie Jan :)

Sascha S.: Ihr seit ja allesamt gestandene Musiker. Wo habt ihr euch musikalisch vorher herumgetrieben bzw. wo treibt ihr euch heute noch nebenher rum? Toni z.B. hat grad 'n Solo-Black-Metal Ding am Start, soweit ich informiert bin...

Jan: Das bleibt ja in unserem Alter nicht aus... haha. Ich denke am meisten rumgekommen ist unser Basser F.T., der ja jahrelang bei ZARATUSTRA und auch eine Zeit lang bei SUIDAKRA gespielt hat. Christian war in einer lokalen Band mit Namen RECTIFICATED aktiv und ich selbst in den 90ern bei einer Band namens STARSEED, welche stilistisch sehrt stark in die NOCTURNUS-Ecke ging.
Christian und Toni haben mit PESTLEGION und NEVAR ihre Solo- bzw. Nebenprojekt laufen. Das aber auch eher zum Spaß an der Freude. Toni ist was das angeht eigentlich der aktivste er hat in der Vergangenheit mit INTERSTELLAR GENOCIDE ein Album aufgenommen. Aber diese Band gibt es mittlerweile nicht mehr und zu Konzerten kam es leider auch nicht. Zusätzlich ist Toni als Session-Drummer für BLACKFIRE und aushilfsweise für die Brutal-Deather PIGHEAD mit auf Tour. Unser aller Hauptaugenmerk liegt aber eindeutig bei SABIENDAS.

Alex: Ich habe erst spät angefangen zu musizieren und vor SABIENDAS eigentlich nur zwei Projekte gehabt. Das war immer mein Traum, so habe ich dann 2006 SABIENDAS gegründet :)
Habe aber keine weiteren Projekte. Ich gebe all mein Herzblut für SABIENDAS!!!

Sascha S.: Sag mal Alex, ist es als Frau im Extrem-Metal Bereich eigentlich einfacher oder eher schwerer? Ich hoffe die Jungs behandeln dich gut?!

Alex: Nun, viele Leute haben mich vielleicht Anfangs nicht ernst genommen, außerhalb der Band meine ich. Ich habe aber durchgehalten und mein Dingen durchgezogen und siehe da, mit SABIENDAS in der für mich kurzen Zeit bei den ganzen Line-Up-Wechseln echt weit gekommen. Man muss eben motiviert sein und nicht nur dumm rumquatschen ;) und meine Jungs sind die Besten!!! Nee, alles super! Und mit den anderen Bands on Stage alles Tutti.

Sascha S.: Bei "Restored to Life" handelt es sich ja um ein Konzept-Album. Erzähl uns doch mal etwas darüber.

Jan: Na ja, das stimmt nur zum Teil. Der Titel knüpft schon an die EP "Buried Alive" an und die dort begonnene Geschichte wird auf dem neuen Album zu Ende erzählt. Bis einschließlich "Faces in the Dark" stehen die Songs für sich und haben mit der Story nichts zu tun. Man könnte theoretisch von einer Konzept-B-Seite sprechen, hätten wir das Ding auf Vinyl pressen lassen. Sozusagen ein halbes Konzeptalbum. Der Albumtitel bezieht sich aber eindeutig darauf. Wir haben auf der EP angefangen eine Geschichte vom lebendig begraben werden, der Reise durch das Reich der Toten und der Rückkehr als Untoter um Rache an den Peinigern zu nehmen. Das Ganze ist stark inspiriert von den Horrorfimen der 70er Jahre, aber auch von den Horror-Groschenromanen oder den Gruselcomics unserer Kindheit. "Buried Alive", "Exumation", "Cheating Death", "Restored to Life", "Retributionist" und "Eternal Gloom" bilden sozusagen die Geschichte in der entsprechenden Reihenfolge ab und sind auf dem Album auch in der Reihenfolge aufgenommen.

Sascha S.: Seid ihr alle Horror-Film-Fans?

Alex: Ja :)

Jan: Also den ausgefallensten Filmgeschmack hat wohl F.T., für den sind Streifen a la „Robo Geisha vs. Godzillas Sohn“ die Offenbarung. Hehe. Was mich angeht, hab ich wohl die größte Sammlung an klassischen und modernen Horrorfilmen im Schrank. Eine spezielle Vorliebe für Klassiker oder moderne Streifen habe ich eigentlich nicht. Allerdings würde ich schon sagen, dass von den 60ern bis in die 80er die besten Horrorfilme entstanden sind. Das geht von den genialen Edgar Allan Poe Verfilmungen mit Vincent Price bis zu Evil Dead und natürlich Hellraiser (nur bis Teil 3).
Das Thema und alles was damit zusammen hängt, lässt mich eigentlich seit Kindertagen nicht mehr los. Restored to Life würde aber eher in die Lucio Fulci- oder Dario Argento-Ära passen. Es gibt eben Horror-Bücher, Comics und Filme und eben "Horror-Musik" und ich würde Death-Metal eindeutig dazu zählen, und auch hier gibt es eher die kritisch/politische Ecke und die Unterhaltungsschiene. Wir wollen in erster Linie unterhalten. Die neuen Songs beziehen sich dann auch eher auf realitätsnähere Themen und außergewöhnliche Todes- und Tötungsarten. "Blood Drenched Rack" beschreibt in Einzelheiten den Tod auf der Streckbank und die Kunst der mittelalterlichen Henker diesen Prozess über Stunden und Tage hinaus zu zögern.
Ich lese gerade einen Roman, in dem ein Mörder seine Opfer durch Infektion mit fleischfressenden Insekten und Bakterien bei lebendigem Leib verwesen lässt. Den Gedanken finde ich was Texte angeht sehr inspirierend. Ein Text über Ed Gein, Jeffrey Dahmer oder Ted Bundy wird es von mir allerdings nicht geben. Wie in der Musik gab es da weitaus kreativere, aber eben unbekanntere Gestalten.

Sascha S.: Ihr habt ja mittlerweile sogar ein offizielles Video am Start. Ist ja schon etwas besonderes... Dem Anschein nach hats Laune gemacht?!

Jan: An dieser Stelle erstmal ein riesen Dankeschön an Thomas Berger, welcher das Video in der kurzen Zeit erst möglich gemacht hat. War ne ziemlich coole Session!

Alex: Und kalt draußen ;) Am Anfang etwas ungewohnt Playback. Besonders witzig waren die Außenaufnahmen bei denen wir bei allerschönstem Winterwetter in Lederjacken und T-Shirts gedreht haben.

Sascha S.: Ihr seid ja immer ziemlich fleißig am Konzerte geben, ist vielleicht auch mal 'ne richtige Tour geplant? Wie sieht es aus mit Festivals?

Alex: Ich plane natürlich für nächstes Jahr wieder Czech, UK, wahrscheinlich eine kleine Serbien Tour und weitere größere Festivals, nun lasst euch überraschen.

Jan: Wir versuchen wie immer so viel live zu spielen wie nur irgend möglich. Allerdings versuchen wir gerade nicht mehr allzu oft im Pott zu spielen. Das Einzugsgebiet ist ja dort irgendwie immer gleich und wenn du alle 3 Wochen in Essen oder Oberhausen spielst, interessiert es irgendwann niemanden mehr. Aus diesem Grund sind in diesem Jahr einige längere Fahrten auf dem Programm. Der Pott ist geil und hat geile Fans, aber andere Gegenden auch, und so freut man sich auch wieder mehr auf "zu Hause".
Eine komplette Tour ist leider sehr schwer zu realisieren, da wir ja alle noch unseren normalen Jobs nachgehen. Wir hatten zwar einige verlockende Angebote, aber die Planung kam für uns leider zu kurzfristig. Mal sehen was sich für nächstes Jahr ergibt, wenn man wieder neu planen kann. Gerade im Underground geht es vielen Bands so. Vom Death-Metal die Miete und Krankenversicherung bezahlen gelingt leider nur den wenigsten.
Was Festivals angeht, haben wir seit 2010 immer ein größeres dabei gehabt. 2010 und 2011 das Metalfest, welches damals noch in Dessau war und 2012 das Extremefest. Da ich mit dem Interview ein wenig im Rückstand bin, kann ich jetzt sagen, dass wir in diesem Jahr auf dem Metalgate Czech Deathfest gespielt haben. Sehr geiles kleines Festival an der tschechisch/polnischen Grenze. Wir sind dort super empfangen worden und kamen auch ganz gut an, denke ich. Ende Juli steht noch ein Gig beim Stonehenge-Festival in Holland an.

Sascha S.: Welcher Auftritt war der krasseste bisher? Extremefest ging gut ab fand ich...

Jan: So Dinger wie das Extremefest sind natürlich immer ne große Nummer und das war mit Sicherheit eines der bisherigen Highlights. Aber an dieser Stelle einen schönen Gruß an die Mosh-Pit-Crew nach Kassel. Der Gig damals mit Sodom wird unvergessen bleiben. Das Publikum da war einfach der absolute Hammer. Aber eigentlich ist jeder Gig geil, bei dem wir alle gemeinsam abfeiern und unseren Spaß haben.

Alex: Metal Gate Czech Death Fest am 15.06.2013 war auch der Oberknaller. Meine Güte, die Leute wissen noch richtig den Metal da zu schätzen. Was für ein Applaus und Lob. Wird für mich und den anderen auf jeden Fall unvergessen bleiben.

Sascha S.: Wer ist Sebastian Jerke? Das Cover hat euch doch bestimmt schon einige Shirtverkäufe beschert? Ich persönlich finde das Artwork Weltklasse.

Jan: Sebastian ist freier Künstler und Grafik-Designer aus Münster. Wir haben schon für das EP-Cover mit ihm zusammengearbeitet und auch unser erstes Shirt-Design stammt von ihm. Für uns war wichtig, dass Pinsel und Farben die Grundlage unseres Artworks sind und eben nicht Photoshop. Versteh mich nicht falsch, es gibt eine Menge saugeiler Cover welche mit modernen Mitteln geschaffen wurden. Aber ich finde zu unserem Stil passt am besten ein auf klassischem Weg entstandenes Bild. Ich denke das sieht man dem Cover auch an und das Shirt verkauft sich wirklich ganz gut. Da hat Sebastian ganze Abreit geleistet. Wir haben da auch schon wieder die eine oder andere Idee bzw. auch noch ein cooles Design in der Schublade, welches wir wohl auch noch auf Shirts drucken werden. Mal sehen wann wir es realisieren können.

Sascha S.: Was meinst du persönlich wo es mit SABIENDAS hingeht? Potential und Energie habt ihr ja ohne Ende, aber es ist und bleibt nun mal eben Mucke von der man nicht leben kann...

Jan: Momentan läuft es genauso wie wir uns das gewünscht haben. Wo es hingeht werden wir sehen. Das Debut-Album endlich raus zu bringen war ein erster wichtiger Schritt, nun geht es darum uns in ganz Deutschland bekannt zu machen. Momentan sind wir schon wieder dabei, neben den Auftritten Songs für das neue Album zu schreiben. Zwei davon spielen wir bereits bei unseren Auftritten.
Was die finanzielle Seite angeht, so sind wir montan in der glücklichen Lage durch unsere CD und das Merchandising zumindest ein kleine Einnahmequelle zu haben. Aber wie du schon sagtest eigentlich lebt man hauptsächlich FÜR die Musik und nicht davon. Death-Metal-Bands die ausschließlich von ihrer Musik leben können, kannst du auch an einer Hand abzählen, denke ich.

Alex: Nicht nur in Deutschland bekannt werden:)

Jan: Jo, die Resonanz in Belgien und den Niederlanden war bisher mehr als positiv!

Sascha S.: SABIENDAS ist Old School wie Sau, aber trotzdem außergewöhnlich. Würdest du den Satz so unterschreiben, und wenn ja, erläutere bitte kurz wieso.

Alex: Ja Sascha, ich stimme dir zu!

Jan: Wenn du das so sagst werden wir dir mit Sicherheit nicht widersprechen... hehe. Wir machen uns eigentlich überhaupt keine Gedanken darum, ob wir nun besonders außergewöhnlich klingen. Wir versuchen lediglich unseren Stil bei zu behalten. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir keine großartigen Experimente mit irgendwelchen Sub-Genres machen. Bis auf einige thrashige Passagen lassen wir uns ausschließlich von Spielarten des Death-Metal inspirieren. Balladen oder cleanen Gesang hat bei uns niemand zu befürchten.

Sascha S.: Man spricht inzwischen schon von der New-Wave-of-German-Death-Metal. Hast du die Szene schon einmal so stark und mit so vielen talentierten Bands gesehen?

Jan: So "new" ist die "Wave" gar nicht. Viele der Bands gibt es schon seit Jahren. Es hat nur irgendwie vorher niemanden interessiert. Uns hat vor 3 Jahren mal jemand gesagt, dass wir mit unserem Sound eine Lücke ausfüllen würden, welche zu der Zeit von vielen Bands nicht ausgefüllt wurde. Vielleicht brauchten auch viele Fans einen kleinen Denkanstoß um diese "Lücke" erstmal zu bemerken.
Gerade in NRW gibt es da nun eine ganze Reihe guter Bands die dafür seit langem in den Startlöchern stehen. Diese erhalten nun endlich entsprechende Aufmerksamkeit. Die Leute scheinen einfach nach langer Zeit und vielen Experimenten wieder Bock auf geradlinigen Sound zu haben. Death-Metal wurde in Deutschland von Labels und Presse immer recht stiefmütterlich behandelt. Wie viele "große" deutsche Bands in dem Bereich gabs denn? In den 90ern MORGOTH. Aber auf dem Level von DYING FETUS oder SUFFOCATION gibt es nix. Obwohl es die Bands schon lange gab, die auch mit den großen Namen mithalten konnten und können. Irgendwann haben dann Fans oder Underground Promoter selbst Labels ausgemacht. Was man jetzt so alles als neue Welle wahrnimmt ist meiner Meinung nur das, was nun endlich die gebührende Aufmerksamkeit erhält. ich befürchte nur, dass es auch wieder viele geben wird die für vermeintlichen Erfolg kurzfristig auf den Zug aufspringen werden. Na mal sehen.

Sascha S.: Erzähl uns zum Abschluss doch mal etwas über "Heavy Metal made in Germany" und was und wer dahintersteckt?

Jan: Die Idee dafür stammt auch von Thomas Berger mit dem wir ja auch das Video gemacht haben. Der Thomas ist schon seit Jahren als Konzertfilmer und Kameramann unterwegs und hatte eben die Idee mal ein Filmreihe über die deutsche Metalszene zu machen. Ähnlich wie bei der vorherigen Frage ist es auch hier so, dass Deutschland eine der größten Metalszenen in Europa, wenn nicht weltweit hat. Aber sich auch hier die breite Aufmerksamkeit auf ein paar wenige Bands konzentriert. Es gibt Bücher und Filme über schwedischen Death-Metal, Norwegischen Black-Metal, Wacken ist mal wieder im ZDF und irgendwer macht die gefühlt 123. Doku über seine Jugend mit AC/DC. Aber gerade über die großen und kleinen Metalheads und Bands aus dem Land mit den meisten Festivals, den meisten Konzertterminen und einer riesigen Underground-Szene gibt es irgendwie nix. Wenn mal was da ist, dann sinnieren irgendwelche Medienprofis über die glorreichen 80er oder über großartige Bands, die aber eigentlich keine zusätzliche Promotion mehr brauchen.
Thomas hatte eben die Idee, die Szene einfach mal selbst zu Wort kommen zu lassen. Da gehts eben auch nicht nur um Bands, sondern Kultkneipen, Szene-Urgesteine, große und kleine Labels und eben die Leute, die die Fahne des Metal allen Unkenrufen zum Trotz seit Jahren und Jahrzehnten hoch halten. Ein Gesamtportrait welches in der jetzigen Planung schon epische Ausmaße annimmt. Wir freuen uns, dass wir dabei sind.

Sascha S.: Herzlichen Dank für die geopferte Zeit. Die letzten Worte gehören wie immer dem Interview-Opfer...

Alex: Opfern ;)
Wir bleiben am Ball und hoffen auf weitere Fans die uns unterstützen. Metal forever!!! SABIENDAS Rules!

Jan: Immer wieder gerne, stay true, keep Death-Metal alive, support your local Underground... hab ich eine Floskel ausgelassen...?? Wir freuen uns auf die nächsten Gigs um wieder ordentlich die Sau raus zu lassen und wir bedanken uns bei allen, die uns die Stange halten.

 
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