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mit Jakob Batten

Das Interview führte: Pascal S. am 11.04.2011 

Pascal S.: Hi Jakob, wie geht's?

Jakob: Ziemlich gut würde ich sagen. Wir sind hier gerade auf Tour in Dänemark und es läuft alles gut soweit.

Pascal S.: Kommen wir als erstes zu dem Satz, den du in der letzten Zeit wohl am häufigsten gehört hast: Gratulation zum 20-jährigen Jubiläum. Wie fühlt es sich an, so lange ein Teil der Szene zu sein?

Jakob: Da hast du recht. Es ist komisch, die Zeit vergeht wie im Flug. An einem Tag bist du ein Kind mit langen Haaren und am nächsten bist du ein fetter alter Kerl mit kurzen Haaren.

Pascal S.: "There is a light (but it's not for me)" ist euren eigenen Aussagen nach ein Geburtstagsalbum. Ich denke, dass es ziemlich gut ist, daher gab es bei uns 8/10. Die elektronischen Parts sind meiner Meinung nach - obwohl ich "1-800 Vindication" deswegen sehr mochte - zu übertrieben. Wie siehst du das?

Jakob: Wir haben zuvor nie mit so vielen elektronischen Elementen gearbeitet und wussten daher, dass dieses Album die Meinungen spalten wird. Entweder du liebst oder hasst es. Wir nehmen dieses Risiko trotzdem lieber in Kauf als immer wieder von der selben Scheiße gelangweilt zu werden.

Pascal S.: Erzähl' uns bitte ein wenig über die Texte.

Jakob: Die Texte erzählen hauptsächlich über die schlechten Seiten des Lebens. Einfach über Dinge, die dich depressiv und traurig machen, dich frustrieren.

Pascal S.: Für ein paar Leute (nicht mich) ist euer Schritt zurück zu diesem Electronica-Ding nicht nachvollziehbar. Sie behaupten, es sei kalkuliert, weil eure letzten beiden Alben kaum Erfolg brachten. Wie reagierst du auf solche Aussagen?

Jakob: Wir machen das ganz bestimmt nicht des Erfolges wegen. Ich denke nicht wirklich, dass uns diese Entscheidung mehr Albumverkäufe einbringt als zuvor. Wir tun das, weil wir elektronische Musik lieben und daher denken, dass es gut zu unserer Musik passt.

Pascal S.: Ihr spielt seit jeher eure eigene Interpretation des Death Metal und ungeachtet der elektronischen Elemente ist das instrumentale Grundgerüst eurer Musik immer das selbe: Geile, groovige Riffs, Bo's böse Vocals und einfallsreiches, abwechslungsreiches Schlagzeugspiel. Das macht euch in der Death Metal Szene ziemlich beliebt. Gibt's ein Geheimrezept dafür?

Jakob: Meiner Meinung nach liegt unser Geheimnis darin, dass wir selbst kaum extremen Metal hören und somit auch keine Beeinflussung darin finden können. Wir fühlen uns eher durch das Zeug im Radio inspiriert, das macht uns "anders" und einzigartig.

Pascal S.: Ihr seid bekannt als "Die eierlosen Nutten aus dem schwulen Norden". Bereut ihr diese Textzeile, haha?

Jakob: Nicht im geringsten. Es ist wahr, deshalb ist es auch so witzig!

Pascal S.: Lass uns noch mal auf euer Jubiläum zu sprechen kommen: Deine besten Erfahrungen innerhalb dieser 20 Jahre? Deine Schlechtesten?

Jakob: Die Beste: Einfach dazu in der Lage sein, mit den Freunden durch die Welt zu reisen. Die schlechteste: Immer und immer wieder Nazi genannt zu werden. Zum Teufel mit den Leuten, die solche Gerüchte in die Welt setzen.

Pascal S.: Wie schafft ihr es, euch immer wieder für ein weiteres Album zu motivieren? Oder ist das gar nicht nötig?

Jakob: Ich schreibe alle Stücke und ich brauche keine Motivation dafür. Neue Songs spuken mir zu jeder Zeit im Kopf rum, manchmal muss ich meinen Kopf freikriegen und nehme sie in meinem Heim-Studio auf.

Pascal S.: Und die Live-Aktivitäten? Spürst du, dass du älter wirst? *lachend*

Jakob: Ja, auf Tour sind das schon lange keine 24-Stunden-Parties mehr. Eher eine 18-Stunden Party und 6 Stunden für's Schlafen. Und ganz so verrückt ist es auch nicht mehr, zumindest nicht mehr so oft. Man nimmt das alles lockerer wenn man älter wird...

Pascal S.: Wo wir schon beim Thema "Live" sind, ihr seid momentan auf Tour. Wie fühlt sich's an?

Jakob: Es fühlt sich gut an, weil das die Zeit ist, in der man als Band wirklich zusammen ist, die Fans trifft. Das Tour-Leben ist hart aber es macht schon Sinn wenn man Musik macht.

Pascal S.: Das Ende naht. Ich denke mal, dass ihr keine Glückwünsche mehr braucht. Die letzten Worte gehören dir, auf weitere 20 Jahre!

Jakob: Wir sehen uns nächsten Monat auf Tour, Prost!

 
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