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Interview mit Fritz von Elmsfire

Interview mit
Fritz von
Elmsfire

Das Interview führte:
Benedikt W.
am 15.08.2011 

Benedikt W.: Hi Fritz, stell doch bitte einmal den Lesern, die euch noch nicht kennen, kurz deine Band vor.

Fritz: Seid gegrüßt! Wir sind Elmsfire aus Düsseldorf. Am Mikrofon steht Erdmann, die Sechssaiterfraktion besteht aus Doro und Germano, am Schlagzeug sitzt der Patrick, Morten spielt Keyboard und meine Wenigkeit quält den Bass. Anfang 2002 haben wir unseren ersten Live Auftritt im Spilles Düsseldorf absolviert und bespielen seitdem in und um Deutschland herum die Bühnen. Unsere musikalische Ausrichtung hat sich im laufe der Jahre gewandelt und wenn ich unseren Stil in die berühmten Schubladen einsortieren müsste, würde ich sagen, spielen wir Melodic Heavy Metal mit Einflüssen aus Thrash und Powermetal.

Benedikt W.: Wie seid ihr auf den Namen "Elmsfire" gekommen? Was bedeutet er für euch?

Fritz: Elmsfeuer ist ein Wetterphänomen, welches auftritt wenn sich die Atmosphäre, z.B. vor einem starken Gewitter, elektrisch auflädt. Es erscheint dann als blaues, tanzendes oder flackerndes Leuchten an hohen, spitzen Gegenständen wie Schiffsmasten oder Gipfelkreuzen. Auf den Namen sind Doro und Germano bei einem Urlaub an der Nordsee gekommen. Elmsfeuer sind selten und kündigen immer sehr starke Gewitter an und so soll "Elmsfire" eine energiegeladene Band ankündigen.

Benedikt W.: Was sind eure Vorbilder in Sachen Musik? Welche Musiker und Bands haben euch und euren Stil beeinflusst?

Fritz: Das ist nicht leicht zu beantworten. Jedes Bandmitglied hat eigentlich seinen eigenen Musikgeschmack und favorisiert andere Genres des Metal. Natürlich können wir uns auf einige Schlachtschiffe der Metalgeschichte einigen, aber unsere Musik ist doch eher geprägt durch die Mischung all unserer individuellen Vorlieben. Namedropping führt meiner Meinung nach viel zu schnell dazu, dass man diese Verknüpfungen mental in Stein meißelt, deshalb tue ich es nicht. Wir sind sechs Musiker mit Liebe zum Metal und jeder der unsere Musik Vergleichen unterziehen möchte, ist herzlich dazu eingeladen sie sich anzuhören und sich sein eigenes Urteil zu bilden.

Benedikt W.: Wie entstehen eure Lieder? Setzt ihr euch zusammen im Proberaum und fangt an zu jammen oder kommt einer schon mit fertigen Ideen an? Demokratie oder Diktatur?

Fritz: Die Songs schreibt bei uns unser Gitarrist Germano. Zwar kommen auch manchmal Ideen oder Kritik von Anderen, aber die Hauptarbeit des Songwritings macht er. Wie er dabei zu seinen Ideen findet ist unterschiedlich. Einige Songs sind aus Situationen entstanden, die von starken Emotionen geprägt waren. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass er mitten in der Nacht aufgewacht ist und nicht eher wieder einschlafen konnte, bis der Riff aus seinem Kopf auf Band fixiert war. Er ist in dem was er tut sehr ehrgeizig und so hat man manchmal Schwierigkeiten zu ihm durchzudringen, um Kritik zu äußern, wenn er gerade dabei ist neues Material zu schreiben. Bis jetzt ist es uns aber letztlich immer gelungen, sodass jeder Einzelne von uns mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Benedikt W.: Und wer schreibt die Texte? Um was genau geht es in euren Liedern inhaltlich?

Fritz: Die Texte schreiben Doro und Ich. Grundsätzlich spiegeln unsere Texte Situationen und Emotionen wieder, die wir in der Realität selbst erlebt haben. Für uns ist es sinnlos Texte über Dinge zu schreiben, die man nur vom Hörensagen her kennt. Das würde den Songs nicht nur ihre Glaubwürdigkeit nehmen, es würde auch dazu führen, dass derjenige der sich die Songs anhört und sich mit den Texten beschäftigt, nicht mehr in der Lage ist sich damit zu identifizieren. Die eigentlich Intention ist die, dass der Hörer sich wiederfindet in dem was wir schreiben. Jeder soll sagen können "Oh ja, das Gefühl / die Situation kenn ich, das hab ich auch schon erlebt." Das Schiff in dem wir unsere Nachricht auf die Reise schicken besteht dabei aus Mythologien aller Kulturen und Literatur. Die besten Texte entstehen dann, wenn Doro und ich ohne uns abzusprechen unsere Ideen zu dem jeweiligen Song aufschreiben und beim vergleichen feststellen, dass wir exakt die Gleiche Stimmung aufgefangen haben und auch die Ausarbeitungen sich ähneln oder ergänzen.

Benedikt W.: Wie schauts live bei euch aus? Ihr spielt ja relativ häufig in der Region Düsseldorf. Wo würdet ihr gerne mal live aufspielen und die Massen begeistern? Und wo kann man euch demnächst live erleben?

Fritz: Ich persönlich würde unheimlich gerne mal auf dem Dong Open Air spielen. Das ist sowas wie mein Heimatfestival geworden und dort zu spielen wäre schon genial. Von Doro weiß ich, dass sie sehr gern mal in Moskau spielen würde und welche Band würde nicht gern auf dem Wacken spielen? Unser nächster Auftritt wird am 17.12.2011 beim Siege of Düsseldorf III zusammen mit Adorned Brood und Orden Ogan im Spektakulum Benrath stattfinden. Wir würden uns freuen mit Euch dort die Matten zu schwingen!

Benedikt W.: Ihr habt schon mehrere Alben veröffentlicht, darunter das letzte Album "Thieves of the Sun" im Jahre 2010. Wie waren die Resonanzen und ist derzeit schon ein weiteres Album in Planung?

Fritz: Die Resonanzen waren durchweg positiv und haben uns in dem was wir tun absolut bestätigt. Wir schreiben zwar momentan fleißig an neuem Material, aber ein neues Album ist noch nicht wirklich in Planung. Aber man kann sich sicher sein, dass wir in naher Zukunft mit großen Neuigkeiten aufwarten können. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten, es lohnt sich aber definitiv unsere Website oder Facebook-Seite im Auge zu behalten.

Benedikt W.: Zudem hat sich am Lineup , besonders am Mikrofon, einiges in der letzten Zeit verändert. Wie kam es dazu?

Fritz: Unser alter Sänger hat uns leider während der Studiozeit von "Thieves of the sun" auf eigenen Wunsch verlassen noch bevor er die Vocals eingesungen hat. Nun war guter Rat teuer. Retter in der Stunde der Not war Ross Thompson, der sich zu unser aller Überraschung sofort bereit erklärte das Album einzusingen und sich innerhalb von einer Woche sämtliches Material draufgeschafft hat. Als das Album fertig war standen wir nun jedoch vor dem Problem einen adäquaten Ersatz am Mikrofon zu finden. Nach längerem suchen und einigen glücklichen Fügungen konnten wir Erdmann für den verwaisten Posten gewinnen und sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Auch mit Patrick, unserem neuen Mann am Schlagzeug sind wir äußerst glücklich und so sind wir wieder vollzählig und ready to rock!

Benedikt W.: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Zukunft von Elmsfire!

 
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