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Interview mit Sanctus von Disolvo Animus

Interview mit Sanctus

Die griechische Extreme-Metal-Horde von DISOLVO ANIMUS hat in diesem Jahr mit "Aphesis" ein sehr beachtliches Debüt auf die Menschheit losgelassen. Im Zuge unseres Interviews stand mir Sänger Sanctus zu Fragen über "Aphesis" und unbequemen Themen wie der aktuellen Lage in Griechenland und dem heiklen Thema Internet bereitwillig Rede und Antwort.

Malte H.: Hallo Jungs, wie geht es euch?

Sanctus: Hallo Malte, im Namen von DISOLVO ANIMUS danke ich dir für das Interview. Uns geht es ziemlich gut, wir bereiten uns gerade auf ein paar Shows in Griechenland vor.

Malte H.: Bevor wir starten: Ich denke, dass viele unserer Leser noch nicht viel von DISOLVO ANIMUS gehört haben. Würdest du uns dich und deine Band kurz vorstellen?

Sanctus: Na klar. DISOLVO ANIMUS entstand 2006 und klang mehr nach einer Symphonic Black Metal Band, zeigte also weniger das Death Metal Gesicht, welches die Band heute trägt. Seit damals hat die Band eine Demo, eine Promo, eine EP und zuletzt, vor 2 Monaten, das Debütalbum "Aphesis" veröffentlicht.
Über die Jahre gab es viele Änderungen im Lineup, aber nachdem das Album nun veröffentlicht wurde, wird es hoffentlich eine Weile stabil bleiben.

Malte H.: Ihr habt, wie angesprochen, euer Debütalbum "Aphesis" veröffentlicht. Gratulation! Ich denke, ihr seid mit dem Resultat zufrieden? Soweit ich gelesen habe, sind die Reaktionen auf das Album extrem gut ausgefallen, richtig?

Sanctus: "Aphesis" ist unser Debütalbum, was bedeutet, dass unsere Erfahrungen in Sachen Produktion, Mixing und Mastering im Vergleich zu anderen Bands unserer Szene, die bereits 3 oder mehr Alben rausgebracht haben, sehr gering sind. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, mit zwei großartigen Musikern für den Aufnahme- sowie den Mixing / Mastering Prozess zusammenzuarbeiten.
Wir haben das gesamte Album in Bob Katsionis' (FIREWIND, Solo-Projekt, etc.) persönlichem Home Studio aufgenommen. Bob hat uns geholfen, während der Aufnahmen das Biest in uns nach außen zu kehren.
Das Mixing / Mastering erledigte Fotis Benardo (SEPTICFLESH, NECROMANTIA, etc.) in den Devasoundz Studios, ein weiterer, sehr talentierter Musiker. Diese Zusammenarbeit war der Schlüssel zu unserem Sound und dem gesamten Release des Albums, da er genau weiß, wie eine Death / Black Metal Band zu klingen hat. Er ist seit gut einer Dekade in der Szene aktiv und sein Fingerspitzengefühl beim Sound für unser Album ist geglückt.
Zu den Reaktionen lässt sich sagen, dass die Leute unser Album zu mögen und zu genießen scheinen. Das ist etwas, was uns Energie für weitere Live-Shows und hoffentlich weitere Alben in naher Zukunft gibt.

Malte H.: Nach diesem Warm-Up, steigen wir direkt ins Thema ein. Verglichen zu eurer 2009er EP "Aleatoric Morte" ist eure Musik extremer geworden. Es gibt mittlerweile deutlich mehr Death Metal Einflüsse. Ich würde "Aleatoric Morte" als Symphonic Black Metal Album beschreiben, während "Aphesis" jenseits dessen ist. Es ist mehr der Inbegriff für das, was Extreme Metal genannt wird, oder?

Sanctus: Ich finde, dass deine Beschreibung die Sache perfekt trifft. Die Band spielte anfangs Symphonic Black Metal mit einigen wenigen Death Metal Elementen. Aber welcher Sinn besteht darin, ein Album auf die Beine zu stellen, das genauso klingt wie die ersten Arbeiten? Das war der Punkt, an dem wir entschieden, all unsere Inspiration zu nutzen, um unsere diversen Gedanken in Bezug auf extreme Musik zu vermischen und das endete schlußendlich in "Aphesis", einem Blackened Death Metal Album. Als Band betrachten wir das Album als Werk des modernen Death Metal trotz unseres Black Metal-Auftretens. Es gibt Stellen, wo Black Metal die Soundlandschaft hauptsächlich bestimmt, aber - wie du sagtest - das Album ist mehr wie die Versinnbildlichung vieler verschiedener Extreme-Sounds.
In einigen Fällen kann man extreme Symphonic-Parts hören, in anderen kann man Gitarren-Soli hören - was nicht unbedingt gewöhnlich für Bands aus der Black / Death Metal Szene ist - und letztendlich kann man auch einige richtig extreme Death Metal Passagen hören.

Malte H.: Müsste ich euren Stil mit anderen Bands vergleichen, kämen mir BEHEMOTH und späte DIMMU BORGIR in den Sinn. Würdest du dem zustimmen?

Sanctus: Nun, BEHEMOTH waren ein großer Einfluss für den Großteil unserer Bandmitglieder, aber wir haben nie versucht, so zu klingen wie eine bestimmte Band. Wir sind Fans vieler polnischer, ebenso wie amerikanischer und schwedischer Bands. Zudem hören wir viele Underground-Bands, solche, die den Spirit des Extremen am Leben und dazu geschützt vor der Öffentlichkeit halten. Aber ich kann verstehen, warum diese beiden speziellen Bands dir in den Sinn kommen, das liegt sicherlich hauptsächlich am Feeling und der Produktion, denke ich. Aber es ist trotzdem eine Ehre für uns mit so großartigen Bands verglichen zu werden.

Malte H.: Leider hatte ich bei meinem Review keine Lyrics zur Verfügung, aber es macht den Eindruck, als gäbe es auf "Aphesis" ein tiefergreifendes Konzept? Nach dem, was ich rausgehört habe, erscheint mir euer Album als ziemlich harter Schlag gegen Religion und das Christentum, aber auch gegen die heutige Gesellschaft. Würdest du uns etwas über die Lyrics erzählen?

Sanctus: Unsere herkömmliche Sicht auf Geschichte und Religion, als Beweis für den menschlichen Fortschritt, ist falsch. Sie basiert auf dem schädlichen Mythos einer unereichbaren Utopie, der alleine im letzten Jahrhundert dafür gesorgt hat, dass mehrere Millionen Menschen umgebracht wurden. Das Konzept "Aphesis" - das griechische Wort für die "Freisprechung von allen Sünden" - reißt den religiösen und weltlichen Glauben nieder, in dem beharrlich behauptet wird, Religionen seien fundamental für die menschliche Natur.
Durch "Aphesis" hinterfragen wir die Notwendigkeit des Glaubens an eine höhere Macht, wir hinterfragen den Ursprung dieser Notwendigkeit, wir hinterfragen das dadurch organisierte Verbrechen an der menschlichen Denkweise, das Christentum genannt wird.
Natürlich ist das Christentum nicht die Wurzel allen Übels, es gibt einige Religionen die noch schlimmer als das Christentum sind, beispielsweise die muslimische Religion und viele andere die bekannt oder noch eher unbekannt sind.
Wir sind keine Verehrer irgendeiner Form von höherer Macht. Wir erkennen die Natur und die kosmischen Harmonien als die einzige Wahrheit an, bisher jedoch nicht zum Wohlgefallen des menschlichen Willens. Eine Sache ist aber sicher. Der deplatzierte Glaube in unsere Fähigkeiten als Mensch, die Welt zu verbessern, hat die Sache nur noch schlimmer gemacht.

Malte H.: Ich habe gelesen, dass euer Bandname DISOLVO ANIMUS mit "Zerfall der Seelen" übersetzt werden kann. Wenn ich darüber nachdenke, erscheint es mir wie eine Verbindung zwischen den beiden Themen, die ich auf "Aphesis" herausgehört habe. Die Menschheit wird von der Religion bevormundet. Diese sagt: "Glaubt an das und das und wagt es nicht, an etwas anderes zu glauben!". Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber es scheint mir wie eine Art Zerfall des freien Willens zu sein und, insgesamt gesehen, der Zerfall der gesamten Seele.

Sanctus: Du hast Recht, unser Name lässt sich auf diese Weise analysieren und zusammenfassen. "Aphesis" ist ein Konzept, dass nicht weit davon entfernt ist und hat tatsächlich viel mit der Bevormundung zu tun, die du bereits angesprochen hast. Die Leute sind dazu gezwungen, in stetiger Angst vor der Bestrafung durch eine Kraft, die sie nie gesehen, nie wirklich erfahren haben, zu handeln. Und wenn man sich eher ungebildete Menschen oder Opfer des Sozialismus anschaut, nun, da gibt es viele Missverständnisse in Bezug auf Religion.
Letztendlich endet man in einer Gesellschaft von Schafen, gegen Sex, gegen Menschen anderer Religionen etc.. Lass uns ehrlich sein, selbst wenn Gott existieren sollte, bezweifle ich sehr stark, dass die Menschheit von zentralem Interesse innerhalb der Schöpfung wäre. Eine kleine Änderung in der Menge an Energie, die die Sonne dieser Galaxie produziert und die Menschheit wird Vergangenheit sein. Es gibt also keinen Grund, sein Leben strebend nach einem Gleichgewicht, das nicht in der eigenen Macht liegt, zu organisieren. Der Geist der Menschheit muss frei sein. Frei sein, Erfahrungen zu machen, frei sein, Fehler zu machen und letztendlich frei sein, um zu lernen. Frei sein, um zu leben. Wir sind gegen Religion und gegen Dogmatismus. Ich persönlich bin glücklich, wenn ich sehe, dass junge Menschen sich von der Religion fernhalten, jedoch im selben Moment nach alternativen Regeln der Ethik, wegen des Respekts und Bedeutungen eines humanitären Turnus suchen.

Malte H.: Das Thema ist vielleicht etwas gefährlich, da es viele Metalheads gibt, die sagen, dass Musik und Politik zwei unterschiedliche Dinge seien. Aber euer Land muss sich aktuell einer harten Zeit stellen, weshalb ich denke, dass es im Moment nicht der einfachste Weg ist, in Griechenland zu leben.

Sanctus: Nun, die Politik hat viele Metal-Bands im Verlauf der Geschichte inspiriert. Zudem beeinflusst die Wahl der Politiker das Leben eines Menschen, egal ob diese Person ein Doktor, ein Anwalt, ein Musiker oder was auch immer ist. Wir können also nicht abstreiten, dass die Politik uns inspiriert oder unser Leben betrifft. Oder, um es klarer auszudrücken: Die Politik und diese gesamte, beschissene Situation, die unser Land erlebt, hat unsere Persönlichkeiten in eine noch extremere Richtung entwickelt. Wenn die Leute um dich herum leiden, ihre Rechnungen nicht bezahlen können, andere nichtmal in der Lage sind, Essen für ihre Kinder kaufen zu können, kannst du - selbst wenn du Rücklagen oder einen guten Job hast - nicht unbetroffen bleiben. Griechenland durchlebt eine schreckliche Situation ohne Licht am Ende des Tunnels; das macht unsere Musik noch dunkler, aber zur gleichen Zeit unser Leben um einiges härter. Und es macht mich krank zu sehen, dass es immernoch Leute gibt, die zu Gott beten, damit sich die Situation ändert. Anstatt ihren Lebensstil zu ändern oder auf ihre eigene Art eine Revolution zu starten, beten sie.
Obgleich es nicht all unsere Leute sind. Es gibt einige wirklich intelligente Bewohner Griechenlands, und ich kategorisiere sie nicht anhand ihres Glaubens oder Unglaubens oder irgendeiner politischen Ansicht, die ihre Augen offen halten und mit ihren Herzen für alles bereit sind. Unter diesen besonderen Umständen ist es hart in dieser speziellen Zeit in Griechenland zu leben. Mal sehen, was die Zukunft so bringen wird.

Malte H.: Diese ganzen politischen Dinge und der Zorn, der vielleicht in den Herzen wächst: Beeinflusst das eure Musik?

Sanctus: Ja, wie ich bereits sagte, kann man sich nicht von der Gesellschaft fernhalten. Wie sind Teil unserer Gesellschaft, und Veränderungen, Höhen und Tiefen innerhalb dieser Struktur, beeinflussen natürlich unsere Musik und inspirieren uns. Zorn und Enttäuschung scheinen die hauptsächlichen Emotionen in jedermanns Herz zu sein. Wir kämpfen für Veränderungen. Und diese werden nicht ohne die Präsenz einer spirituellen Revolution eintreten. Die Öffnung unserer Augen, unseres Geistes ist eine Voraussetzung für Veränderungen innerhalb unserer Gesellschaft.

Malte H.: Wo wir schon über Griechenland reden, lass uns über die dortige Metal-Szene sprechen. Es gibt einige griechische Bands wie ROTTING CHRIST, ASTARTE oder eure Freunde von AENAON, die den Schritt geschafft haben, auch jenseits der griechischen Grenzen bekannt zu sein. Natürlich spielen sie auch Musik hoher Qualität.

Sanctus: Die griechische Szene existiert seit 26 Jahren. Eine der ältesten Bands und die erste Band, die den Weg außerhalb Griechenlands betreten hat, ist ROTTING CHRIST, die gemeinsam mit FIREWIND (Power Metal) die größte Metalband in unserem Land ist. ROTTING CHRIST sind eine einmalige Horde, einzigartig, von jedem innerhalb des Extreme Metal Kreises respektiert. Das bedeutet einiges.
AENAON auf der anderen Seite ist eine Band der neueren Ära, Freunde von uns, wie du bereits sagtest, mit einer großen Perspektive was den Extreme Sound angeht, eine großartige Kombination von Jazz und Black Metal.

Malte H.: Es wirkt als sei die griechische Metal-Szene am Leben und es scheint als gäbe es viele gute Bands in eurem Land?

Sanctus: Es gibt viele weitere starke Band hier in Griechenland, die exellente Arbeit verrichten und das meine ich wirklich so, nicht auf irgendeine patriotische Weise. Bands wie TARDIVE, DYSKINESIA, AGNES VEIN, ENSHADOWED, DEAD CONGREGATION, ACHERONTAS, ACRIMONIOUS, KARMA VIOLENS, RAVENCULT, MORTAL TORMENT, SICKENING HORROR, UNIVERSE 217, PLANET OF ZEUS, WE.OWN.THE.SKY, bestehen aus grenzenlosen Verbindungen; viele von ihnen werden in ihrer eigenen Szene respektiert, aber in naher Zukunft, da bin ich sicher, werdet ihr einiges mehr von der griechischen Szene hören. Da sind einige Feuerwerke in Vorbereitung.

Malte H.: Ich habe in den vergangenen Monaten mit einigen italienischen Bands gesprochen und sie alle sagten mir, dass es hart sei, in Italien etwas zu finden, wo man live spielen kann. Ist die Situation mit Griechenland vergleichbar oder ist es bei euch leichter, etwas zu finden, wo ihr eure Musik live spielen könnt?

Sanctus: Nun, einen Ort zu finden, wo man seine Musik live spielen kann, ist nicht schwer. Es gibt viele Underground-Lokalitäten, insbesondere in Athen und Saloniki, wo man Live-Auftritte buchen kann. Das Problem ist eher der fehlende Wille der griechischen Fans, ihre lokale Szene zu unterstützen, selbst wenn die Bands außerhalb Griechenlands Anerkennung finden, verglichen zu Bands aus anderen Ländern.
Wobei das nicht bei jeder griechischen Band der Fall ist, die Dinge haben sich in letzter Zeit stark verändert, aber trotzdem gibt es noch Dinge, die getan werden müssen. Eine gute Sache an Griechenland, ungeachtet der Krise, ist, dass viele Bands, große Namen, und auch eher im Underground bekannte Bands, unser Land für Live-Auftritte besuchen; Shows sind also keine Rarität.
Also, man findet Möglichkeiten, um in Griechenland live aufzutreten, doch sicherlich nicht so viele wie in Zentraleuropa. Die Dinge dort sind etwas anders als hier.

Malte H.: Wo wir gerade darüber reden: DISOLVO ANIMUS hatte in den letzten Jahren kein konstantes Lineup. Es gab viele Zu- und Abgänge und es schien, als würde die Band, was das angeht, nicht zur Ruhe kommen. Gehe ich Recht in der Annahme, dass ihr während dieser Zeit nicht oft live gespielt habt? Und in Hinblick auf das nun konstante Lineup: Was können wir von einer Live-Show von DISOLVO ANIMUS erwarten?

Sanctus: In der Tat, wir haben in den letzten 3 Jahren nicht viele Shows gespielt. Das hat sich mittlerweile geändert, wir sind zurück in der Spur. Wir haben als Support für die schwedische Horde von NECROPHOBIC und die alte, griechische Band ROTTING FLESH gespielt. Im Frühling werden wir an einer Tour durch Griechenland teilnehmen, die von ROTTING CHRIST geheadlined wird. Es kommen also viele Shows auf uns zu, obwohl es in den letzten Jahren ruhig um uns war.

Malte H.: In der heutigen Zeit ist es für Bands durch das Internet und Sachen wie Youtube und Facebook einfacher, von den Metalheads bemerkt zu werden. Wir haben ja auch Kontakt über Facebook geschlossen, haha. Das Internet ist also eine gute Chance für junge, noch unbekannte Bands, es ist jedoch auch eine gefährliche Sache, da Leute Musik einfach downloaden, ohne dafür zu bezahlen. Ich weiß, dass das ein schwieriges Thema ist, aber - wenn du magst - würde ich gerne Deine Meinung dazu hören.
In einigen Ländern ist das Downloaden von Musik der einzige Weg, Metal zu hören, da die Metalheads dort von Regierung und Religion verfolgt werden.

Sanctus: Nun, das ist eine interessante Frage! Das Internet hat viele Dinge einfacher gemacht, sowohl für jene, die in der Musik-Industrie involviert sind, als auch für die Fans. Es ist einfacher miteinander zu kommunizieren, sich die Werke anderer anzuhören, Live-Shows zu buchen etc..
Um auf das Downloading-Thema zu kommen: Ich würde sagen, dass es heutzutage so viele Bands gibt, dass es ohne die Möglichkeit, sich das Piraterie-Format MP3 online zu besorgen, unmöglich wäre, ihre Musik zu hören. In manchen Fälle hilft es also sowohl dem Fan als auch dem Künstler. Es verhindert, dass man als Fan etwas kauft, was einem nicht wirklich gefällt und gibt dem Musiker einen Vorteil: Die Band kann ihre Musik teilen, ohne überhaupt irgendeine Show in irgendeiner Underground-Kneipe in einem weit entfernten Land spielen zu müssen, aber es ist trotzdem für jemanden aus diesem speziellen Land möglich, etwas über die Musik der Band herauszufinden.
Der Nachteil von alledem ist, dass die Leute normalerweise die CD nicht mehr kaufen, da die MP3-Player der gewöhnlichste Weg geworden sind, Musik zu hören. Zudem kümmern sich viele - anders als es viele Jahre lang der Fall war - nicht mehr um das Booklet, die Lyrics etc.. Das führt zu einem geringeren Einkommen für die Bands und zudem - ein viel ernsteres Problem meiner Meinung nach - zu geringerer Aufmerksamkeit der Musik gegenüber.
Tonnenweise MP3s, tonnenweise Diskographien und Torrents, und niemand schenkt der Musik noch die Aufmerksamkeit, die er / sie ihr noch vor einer Dekade schenkte. Scheiße. Das ist total scheiße. Und ich bin ebenfalls ein Opfer dieser Mode. Ich lade runter, das macht jeder von uns, doch ich kaufe immernoch CDs / Vinyls. Trotzdem ist mein Kopf voll mit vielen verschiedenen Dingen und ich kann mich nicht mit jedem einzelnen davon zur gleichen Zeit auseinandersetzen. Ich hasse diese musikalische Zeit! Ich hasse das MP3-Format! Aber es ist ein notwendiges Übel unserer Zeit.

Malte H.: Wir haben all die ernsten und schwierigen Themen hinter uns gelassen und beinahe das Ende des Interviews erreicht. Zwei letzte Sachen und wir haben es geschafft.
Welche Dinge interessieren dich, mal abgesehen von Musik? Irgendwelche Hobbies, von denen du uns berichten magst?

Sanctus: Nun, lesen und studieren sind meine zwei grundlegenden Interessen. Ein bisschen Fitness und Martial Arts füllen die Lücke zwischen Studium und Schlaf. Zudem gibt es während des Tages viele Momente, wo ich mich ausruhe und neue Releases oder alte Sachen höre.

Malte H.: Um das Ganze zusammenzufassen habe ich 5 Schlagwörter für dich. Schreib einfach das auf, was dir als erstes durch den Kopf schießt, wenn du die Wörter liest:

Sanctus: Black Metal: Freiheit und Rebellion

Aenaon: Jazz und Black Metal

Angela Merkel: Eine nette, wunderschöne Frau, mit einer sensationellen Stimme. Was? Widersprichst Du mir?

Germany: Friedrich Nietzsche

metal.tm: "Stützend" - ich hoffe, dass ist das richtige Wort, soweit ich mich erinnern kann!

Malte H.: So, das wars. Wir haben das Ende erreicht und ich möchte dir an dieser Stelle für deine Zeit und die Antworten danken. Leistet weiter so gute Arbeit mit DISOLVO ANIMUS und kommt so bald wie möglich nach (Nord-) Deutschland, damit ich mal die Möglichkeit habe, euch live zu sehen, haha.

Sanctus: Ich möchte dir im Namen der Band danken, das war ein sehr interessantes Interview und danke für die Unterstützung. Wir würden Deutschland gerne für einige Shows besuchen und wir freuen uns auf eine Europa-Tour im kommenden Jahr.

Malte H.: Nun, das ist deine Chance für die abschließenden Worte!

Sanctus: Leistet weiter so gute Arbeit mit metal.tm und bleibt extrem, für immer und immer! All hails from Athens.

 
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