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 Interview mit EnzephaloN von Disaster KFW
 
  Das Interview führte: Rocco am 26.05.2008


Rocco: Hallöchen, ihr seit ja jetzt schon seit 1985 als Musiker unterwegs, laut eurer Page. Könnt ihr die Band bitte mal vorstellen und eine kurze Info zum Werdegang geben?

EnzephaloN: Hi! Disaster KFW sind Skelleton, Dima, Sepsis, Sören und ich. Skelleton ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied und unser infernalischer Drummer und Kreischer. Dima spielte jahrelang Bass und wechselte nach Hexers Aussteig an die Lead-Gitarre. Sepsis kam nach dem tragischen Tod seines Bruders Pfeiler zu Disaster KFW und bedient die zweite Gitarre. Sören ist für die tiefen Growls zuständig und ich bin auf die Position des Bassisten gerutscht.
Disaster KFW wurde gegründet als reines Spaßprojekt und war in den vergangenen Jahren vielen Widrigkeiten, wo zB. Besetzungswechsel und Gründung der Reiter, ausgesetzt. Seit über zwei Jahren spielen wir nun in der derzeitigen Besetzung und auch unser aktuelles Album wurde von uns fünf eingespielt.


Rocco: Ist DISASTER KFW eher ein Spassprojekt oder etwas Ernsteres?

EnzephaloN:: Definitiv sind wir ernstzunehmen und verstehen uns auch als ernsthafte Death Metal Band. Auch wenn natürlich am Anfang Disaster KFW eine reine Spaßband waren und am liebsten rumgegeigelt haben. Den Spaß haben wir nicht verloren, sind aber dennoch ernster geworden.


Rocco: Wie seht ihr euer Album "Collateral Damage" jetzt wo es seit Juli draußen ist, und wie waren im Allgemeinen die Resonanzen darauf?

EnzephaloN: Wir sind überwältigt! Klar wussten wir, dass wir ein gutes Album eingespielt hatten. Aber mit einer derart positiven Resonanz hatten wir nicht gerechnet. Natürlich ist auch der Support seitens unseres Labels War Anthem Records da zuträglich gewesen.


Rocco: Wie geht ihr an das Sonwriting heran? Wer von euch ist der Mastermind?

EnzephaloN: Wir treffen uns regelmäßig in unserem Proberaum auf Skelletons Hof und proben dort. Meist kommt Dima mit einer Stange neuer Riffs an und wir zocken dann ganz locker ein wenig rum. Wenn uns dann was gefällt wird das aufgenommen und weiterverarbeitet. Ein Mastermind gibt es so bei uns eigentlich nicht, wir sind alle am Songwriting beteiligt.


Rocco: Wer schreibt die Texte und worauf beziehen sie sich hauptsächlich?

EnzephaloN: Die Texte haben bei uns eher eine untergeordnete Rolle. Die Musik ist uns am wichtigsten. Wenn dann aber eben doch noch Texte geschrieben werden müssen, kümmert sich Sepsis zusammen mit Sören darum. Skelleton braucht zum Glück keine Texte, da er seine Stimme lieber als Instrument benutzt.
Inhaltlich spiegeln die Texte unsere kranken Gedanken wieder, auch unsere Sicht auf die "Gesellschaft" und das Leben. Wir wollen nicht agitieren, versuchen aber trotzdem die Leute zum Nachdenken zu animieren.


Rocco: Habt ihr bestimmte Lieblingsbands die ihr euch so tagtäglich reinhaut?

EnzephaloN: Ganz verschieden! Skelleton und Sören können sich wohl den ganzen Tag Bolt Thrower oder Death anhören, vielleicht noch alte Satyricon. Dima, Sepsis und ich hören sehr viel verschiedene Musik. Natürlich alten und neuen schwedischen Death Metal, aber auch einiges an Blackmetal oder gar Metalcore. Auf dem diesjährigen P.S:O:A haben mich Illdisposed und Kataklysm völlig umgehauen. Aber auch Sachen wie Unearth oder Black Dahlia Murder find ich geil.


Rocco: Wie schaut es bei euch mit Nebenprojekten, Jobs etc. denn so aus?

EnzephaloN: Da wir wahrscheinlich nie von der Musik leben können, gehen wir alle fleißig arbeiten. Da bleibt manchmal leider viel zu wenig Zeit für die Band. Auch Familie und Freundinnen wollen uns mal sehen. Aber Dima, Sepsis und ich haben noch eine Band namens My Demons Diversity. Dort leben wir unsere anderen musikalischen Interessen aus.


Rocco: Was haltet ihr von dem derzeitigen Boom im Metal/Rock Bereich, der wohl gar nicht mehr aufzuhalten sein scheint?

EnzephaloN: Boom? Ich sehe da keinen Boom. Es gibt ein paar gute Marketings, manch Hit wird "wie überall im Musikbusiness" hochgespühlt und dann hört man nie wieder was von der Band. Da geht es nicht um die Musik sondern um das Geschäft. Damit wollen wir nichts zu tun haben!
Es ist schön, wenn Leute wirklich aus innerstem Herzen den Metal leben und die Musik hören. Für mich ist Metal kein T-Shirt was man sich anzieht, sondern kommt von ganz tief innen. Ein "Boom" hat nichts mit diesen Gefühlen und der Lebenseinstellung zu tun sondern nur mit kurzzeitigem Abschöpfen von Geld.


Rocco: Wie sehen eure Tourpläne oder Liveaktivitäten derzeitig und in Zukunft aus?

EnzephaloN: Kann ich grad nur sagen: Wir arbeiten dran! Wir wollen gerne eine kleine Minitour spielen, aber ob das klappt liegt noch in den Sternen. Konzerte werden wir auf jeden Fall so viele wie möglich in der nächsten Saison spielen. Auch einige Festivals stehen nächsten Jahr an, so kann ich schon ankündigen, dass wir auf dem Protzen-Open-Air bei Neuruppin spielen werden.


Rocco: Wie kommt ihr eigentlich auf das Kürzel KFW, welches ja Klassischer Friedhof Weimar bedeutet? Gibt es dazu irgendetwas zu erzählen?

EnzephaloN: Anfangs war dies nur ein Anhängsel, um Verwechslungen (die es immer noch gibt) mit anderen Bands zu vermeiden. Aber unsere Vergangenheit und Geschichte erfüllt teilweise leider diesen Namen mit mehr Inhalt. Der Klassische Friedhof in Weimar ist ein wirklich alter Friedhof, wo wir uns in unserer Halbstarkenzeit trafen. Leider liegen nun auf dem Friedhof nebenan einige unserer Weggefährten und Freunde. So erinnert uns das KFW an die Endlichkeit des Seins aber auch an unsere Jugend und den Spaß und unsere Freunde.


Rocco: Was war euer lustigstes Erlebnis in eurer Bandgeschichte, welches ihr nur allzu gern mir erzählen wollt?

EnzephaloN: Och, da gibts viele Geschichten! Ist ja so einiges passiert in den Jahren. Anfang des Jahres spielten wir zB. in Haufeld. Draußen tobte ein Schneesturm, der teilweise sogar die Eingangstür zuwehte. Die anderen Bands spielten und als wir dann endlich dran waren, waren viele der Besucher schon nach Hause aufgebrochen. Das Wetter war halt auch wirklich gräulich! Wir gingen dann jedenfalls auf die Bühne und spielten trotzdem ein gutes Konzert für die verbliebenen fünfzehn Gäste. Am Ende der Show, beim letzten Ton des letzten Liedes, kam Sepsis auf mich zu und wollte mich lustig wie er ist anspringen. Aber leider erwischte er mich auf dem falschen Fuß und ich flog von der Bühne. Resultat: schwere Rippen- und Armprellungen und drei Monate kein Bass-spielen.


Rocco: Danke für das Interview! Ich wünsch euch noch viel Glück/Spaß in Zukunft mit der Band und möchtest du noch einige abschließende Worte loswerden?
EnzephaloN: Hartlackers United!! Kauft unsere CD und kommt zu unseren Konzerten Ihr werdet es definitiv nicht bereuen!







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