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 Interview mit Andreas Danzer von Devanic
 
  Das Interview führte Rocco am 28.05.2008






Rocco: Hallo, danke erstmal für das Interview! Letztes Jahr ist ja euer neuer Longplayer "Mask Industries" erschienen. Wie zufrieden seid ihr im Nachhinein damit und wie sind allgemein die Reaktionen auf das Album?i

Andi: Ja ich bin für meinen Teil soweit ganz zufrieden, um nicht zu sagen sehr zufrieden. "Mask Industries" ist ja doch unser Debutalbum und ich denke, dass wir einen guten ersten Eindruck hinter lassen konnten. Aber die Zufriedenheit mit dem Machwerk an sich relativiert sich mit der Zeit natürlich immer mehr und mehr.
Einfach weil schon wieder so viel neues Material vorhanden ist und der Fokus in Richtung neues Album zugenommen hat. Und wie heißt es doch gleich; im Nachhinein ist man immer schlauer


Rocco: Wie würdest Du "Mask Industries" Metalfans erklären, die euch und das Album noch nicht kennen?

Andi: Pfuh... 15 Melodic Death/Trash Metal Tracks, die alle einen eigenen Charakter besitzen - jedes für sich überzeugt.
Ein sehr abwechslungsreiches Album, das Fans dieses Genres auf lange Zeit fesseln sollte. Viele haben behauptet, Devanic sei nur ein weiterer Klon, ich denke das Album belehrt sie eines Besseren - sicherlich sind Einflüsse der Großen dieses Genres, wie In Flames, At the Gates und anderen, zu hören, aber dennoch bewahren wir uns unseren eigenen, unverwechselbaren Sound, Stil, wie auch immer man es nennen möchte.


Rocco: Magst du etwas über den Entstehungsprozess Eurer Musik erzählen? Von den ersten Tönen bis zum Endprodukt.

Andi: Meistens läuft das bei uns so ab, dass Niki uns entweder eine nahezu fertige Nummer präsentiert oder auch mal "nur" einige Parts/Riffs. Ich setz mich dann hin und schreib meist einfach drauf los und überlege mir, wie man das Arrangement, falls es nicht schon mehr oder minder steht, anlegen könnte und kleine Änderungen gibt's dann halt nahezu immer, einfach um den Text ans Lied anzupassen und umgekehrt.Dann treffe ich mich mit Niki zum vertonen und arrangieren im Proberaum/Studio und wir machen mal einen Rohmix. Den studieren wir dann alle ein und im Proberaum bekommen die Nummern dann den Feinschliff. "You will see" und "Use your skill" sind zum Beispiel an einem Tag entstanden, ich hatte die beiden Nummern von Niki per Mail ( damals kannten wir uns noch nicht persönlich ) zugeschickt bekommen und hab mir zu Hause was zusammen geschrieben. Dann beim ersten Treffen haben wir die beiden Nummern fertig gestellt.


Rocco:Auf dem Album befinden sich ja ganze 15 Stücke plus Intro, was sehr ungewöhnlich heutzutage ist. Wie kam es bei euch dazu, ein richtiges Full Lenght Album aufzunehmen?

Andi: Stimmt, so eine große Anzahl und lange Spieldauer ist eher ungewöhnlich. Die Menge ist aber ganz einfach zu erklären: Wir haben Ende 2004 die Promo "Mask Installed" released. Diese 8-Track-Promo war nur für Werbezwecke gedacht und nicht als offizieller Release.

Die Resonanzen auf "Mask Installed" waren so gut, dass wir uns entschieden alle 8 Tracks mit aufs Debutalbum zu packen, allerdings neu aufgenommen, gemischt usw. Kritiker finden, es sind zu viele Songs "es hätte mehr auf Qualität als auf Quantität geachtet werden sollen", heißt es dann oft, aber ich finde, dass beides stimmt, sowohl Qualität als auch Quantität - viele Fans sind sehr dankbar dafür, ... aber 3-4 Songs weniger hätten es vielleicht auch getan hehe, mal sehen, wie wir uns beim nächsten Album entscheiden.


Rocco: Welche Themen behandelt ihr in euren Texten?

Andi: Ich denke meine Texte könnte man als systemkritisch, spirituell angehaucht und teils auch sehr persönlich bezeichnen. Es ist für mich natürlich eine Herausforderung in Englisch zu texten und meine Gedanken in einer Fremdsprache zu verpacken. Ich versuche in meinen Texten meine Sicht der Welt und meine Gedanken dazu zu vermitteln. Oft schreibe ich auch Texte, die Phantasiegebilde mit realen Gegebenheiten verbinden, wie zum Beispiel bei "Dimensions of no real return". Ich kann gar nicht wirklich sagen, was mich zu meinen Texten bewegt - sie passieren mir meistens einfach. Es gibt wenige "Kopfgeburten", also Lyrics die ich mir krampfhaft ausm Hirn würge. Ich denke es ist sehr ähnlich zu dem Vorgang, den Niki durchläuft, wenn er ein neues Lied komponiert: Es kommt ihm halt einfach so...


Rocco: Welche Bands waren oder sind, Eure Einflüsse eine Band zu gründen?

Andi: Ich würde jetzt keine Band nennen, die der Grund ist, warum ich in einer Band spiele, aber Einflüsse gibt es natürlich. Mich als Sänger hat zum Beispiel Chris Barnes sicherlich geprägt. Six Feet Under - Warpath war eine meiner ersten selbst gekauften Metal-Alben.
Wenn ich mich richtig erinnere, war mein aller erstes Album von Dismember - Massive Killing Capacity. Hehe, lang, lang ist's her Naja, auf jeden Fall gab es da einige Sänger die mich im Laufe der Jahre beeindruckthaben. Shagrath von Dimmu Borgir, Glen Benton von Deicide oder Peter Tägtgren.

Rocco: Nun zur Bandhistory. Erzähl doch mal von Anfang bis jetzt, wie ihr euch getroffen, angefreundet und beschlossen habt, eine Band zu gründen!

Andi: 2004 habe ich auf ein Internet-Inserat vom Niki geantwortet. Er hatte "You will see" als Download zur Verfügung gestellt und als ich mir den Track angehört habe, war ich echt begeistert und habe ihm sofort eine Mail geschrieben ( wie oben schon erwähnt ).
Wir haben dann mehrere Wochen Tag für Tag miteinander verbracht und "Mask Installed" arrangiert. Während wir das gemacht haben, haben wir nach Leuten gesucht, mit denen wir die Lieder auch live umsetzen konnten. Mike und Peter haben wir dann auch übers Internet gefunden. Nur Christian und Niki kannten sich bereits zuvor und somit war die Band auch schon komplett.

Wir haben dann noch 1 oder 2 Proben lang mit einem 3. Gitarristen gespielt, mit Thomas Hartl von der Band "Forever Ends Tonight", aber das hat sich schnell als "zu viel des Guten" erwiesen. Naja, wir haben dann im September ( also ca 4-5 Monate nach dem ersten Zusammentreffen von Niki und mir ) "Mask Installed" released und an Radios, Magazine, Labels, usw geschickt. Der nächste logische Schritt war auch live und nicht nur medial aufzutreten.
Wir hatten dann auch unseren ersten Gig. Immerhin, zusammen mit Satanic Slaughter, auf ihrer letzten Europa-Tour. In Folge gab es einige Konzerte und die ersten Reviews und Feedbacks zu "Mask Installed" trudelten ins Haus - durchwegs äußerst positiv.Das hat uns natürlich beflügelt! Irgendwann haben wir dann mit den Aufnahmen zu "Mask Industries" begonnen, die sich aufgrund einiger Produktions-Probleme ( darauf näher einzugehen würde den Rahmen sprengen ), sehr lange hingezogen haben.

Aber letztlich war's dann im April 2006 soweit und das Debutalbum war endlich draußen und zusammen mit Rebeat als Vertrieb war das schon ein wichtiger Schritt vorwärts für uns. Ein Highlight war sicher das Kaltenbach Open Air zusammen mit Acts wie Dismember und Sodom und das Konzert in Wien mit Morbid Angel und Darkside.Derzeit arbeiten wir am neuen Material, es geht gut voran und so viel ist sicher: Einen neuen Devanic-Release wird es definitiv geben! Wann? Das traue ich nicht vorherzusagen.


Rocco: Wird es in absehbarer Zeit ein Gastspiel in Deutschland geben?

Andi: Von uns aus jederzeit und wahnsinnig gerne! Nur muss das erstmal zu Stande kommen und gut organisiert sein, sowie finanziert. Wir bekommen von Fans Anfragen wann wir denn da und dort einmal spielen (teils aus Ländern die mir geografisch völlig fremd sind hehe) einerseits freut man sich über solche Fragen andererseits frustriert es ganz schön.
Wir sind nun einmal eine Labellose Band und da ist es schwierig so etwas zu organisieren.
Hinzu kommt, dass man für ein einziges Konzert eher ungern hunderte Kilometer zurücklegt. Wenn dann müsste es schon eine "Mini-Tour" sein. Wir haben letztens ein Angebot aus Rumänien für eine Kurz-Tour erhalten. Da hätte soweit alles gepasst, nur terminlich ist es sich nicht ausgegangen.
Jetzt überlegen wir, dass wir das im Herbst noch nachholen. Also wenn's da draußen Veranstalter gibt, die uns gerne in Deutschland, der Schweiz oder Japan sehen wollen, dann immer her mit den Anfragen!


Rocco: Derzeitig gibt es im Death Metalbereich ja schon verschiedene Unterkategorien wie Brutal Death, Melodic Death, Doom Death, Progressive Death Metal etc.Ihr benutzt ja auch teilweise Einwürfe der besagten "Genres", sowie bei "I am", wo es einen kleinen "Chor" zu hören gibt, welches mir besonders noch von Orphanage in Erinnerung bleibt.
Wie seht ihr die Entwicklung in dem Bereich, da ja mittlerweile schon fast jeder Metlafan mindestens ein paar Death Metal Platten besitzt?

Andi: Ich glaube, dass diese Entwicklung dem Metal an sich gut tut. Dadurch fallen diese Schubladierungen auch immer mehr weg.
Denn wenn immer mehr Einflüsse zusammenfinden, dann wird es immer schwieriger Vergleiche bzw. Kategorisierungen zu finden oder überhaupt danach zu suchen.
Auf der anderen Seite wird Metal dadurch sicherlich auch eine Spur Massentauglicher.
Also ich kann dieser Entwicklung eigentlich nur positives abgewinnen, auch wenn sich manche "Truemetaller" ans Bein gepisst fühlen.
Ich zum Beispiel war von der Entwicklung von "In Flames" schockiert, nichts desto trotz muss man das akzeptieren und vor allem ihren Erfolg respektieren.


Rocco: Vielen Dank für das Interview. Zum Schluss hast Du die Ehre der letzten Zeilen. Was möchtest du noch den Metalfans da draußen ans Herz legen?

Andi: Na gut, ich freu mich auf das Jahr 2007, was davon halt noch übrig ist und sehe zuversichtlich in die Zukunft und vor allem freue ich mich schon auf diverse Auftritte in Deutschland - nach diesem Interview muss da ja mal ein richtig gutes Angebot kommen. Also bis zum nächsten Mal, es war mir ein Ehre!


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