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Interview mit Deserted Fear

Interview mit Deserted Fear

Nachdem mich die erste DESERTED FEAR Scheibe derart geflasht hatte und ich quasi gezwungen war die Höchstnote auszupacken (siehe Review), wollte ich die Gelegenheit gleich nutzen und fühlte Gitarrist Fabian kurz auf den Zahn.

Sascha S.: Moin erstmal... Stell dich und deine Band doch mal kurz vor.

Fabian: Hallo Sascha und Grüße an die Metal.tm Leser! Erst mal Danke für das gute Review, unsere Scheibe scheint dich ja umgehauen zu haben. Ich bin Fabian, Gitarrist von DESERTED FEAR. Mit mir sind noch Mahne am Gesang und ebenso an der Gitarre, Albi am Bass und Simon an den Drums. Wir kommen aus Eisenberg im grünen Thüringen und spielen Death Metal. Soweit so gut, schieß mal los mit deinen Fragen!

Sascha S.: Die Presse überschlägt sich ja förmlich mit Lobpreisungen und der Vorverkauf scheint ja auch ziemlich gut zu laufen. Hattet ihr mit so einer Resonanz gerechnet?

Fabian: All die Reviews die wir gerade bekommen sind schon krass. Als wir mit den Aufnahmen begannen oder überhaupt daran dachten ein Album aufzunehmen, haben wir natürlich mit so etwas nicht gerechnet. Aber als dann der erste Probemix kam, wussten wir, dass wir da wohl ein ganz ordentliches Album aufgenommen haben. Alles Weitere hat sich dann entwickelt. Ist schon ein Wahnsinn und wir freuen uns echt riesig.

Sascha S.: Ihr habt es geschafft dem Old-School Death Metal einen frischen Wind zu verpassen und somit einen eigenen Stil zu kreieren. Was würdest du sagen, wo liegen eure Wurzeln?

Fabian: Unsere Wurzeln liegen ganz klar bei dem Death Metal der frühen 90er. Obituary, Grave, Asphyx, Dismember und so weiter. Wir wollten aber nie so klingen und haben einfach das gespielt worauf wir gerade Lust hatten. Es freut uns daher umso mehr, wenn wir dann nicht ausschließlich als Old School Band gesehen werden und uns ein eigener Stil oder auch eine gewisse Moderne zugeschrieben wird. Der Mix des Albums ist auch einfach perfekt. Dan Swanö hat es geschafft, die ganze Sache so zu arrangieren, dass kein Instrument verloren geht, alles differenziert ist, ohne dabei steril zu klingen und es einem noch richtig die Birne wegbläst. Fett!

Sascha S.: Eines der größten, brutalsten und auch schönsten Festivals findet ja bei euch in der Nachbarschaft statt. Seid ihr eigentlich auch Party.San Gänger?

Fabian: Als das Party.San noch in Bad Berka war, war es tatsächlich gleich um die Ecke. Dann sind die Jungs umgezogen und ich bin irgendwie letztes Jahr nicht hin. Dieses Jahr war ich dann wieder dort und ich muss sagen, das neue Gelände ist wirklich gut und Party.San ist zum Glück noch Party.San! Es ist und bleibt einfach ein super Festival von coolen Leuten, die immer Hammer Bands am Start haben. Nächstes Jahr bin ich definitiv wieder dabei!

Sascha S.: Wie steht's mit Live-Auftritten? Wie eben schon angesprochen wäre das Party.San doch echt optimal für euch? Ihr spielt ja sogar im November auf dem Ear Terror Festival in Emden, quasi bei mir um die Ecke...

Fabian: Ja cool, dann treffen wir uns ja in Emden oder etwa nicht?! Für dieses Jahr versuchen wir noch an die eine oder andere Clubshow zu kommen. Nächstes Jahr wollen wir eine kleine Tour und hoffentlich auch viele weitere Clubshows spielen. Party.San ist natürlich so ein Traum. Es ist schon lange eins unserer Ziele, dort einmal zu spielen. Schauen wir mal, vielleicht klappt es ja irgendwann! Aber auch andere Festivals wären geil. Wir freuen uns darauf, was vielleicht noch so kommt.

Sascha S.: Ich bin selbstverständlich dabei und für n Bierchen immer zu haben...
Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Schmeißt ihr bei den Vorschusslorbeeren eure Jobs hin? Was macht ihr eigentlich zurzeit um euren Lebensunterhalt zu finanzieren?

Fabian: Oh ja, das wäre sicher toll. Den ganzen Tag Musik machen, durch die Gegend fahren und Konzerte spielen. Aber da muss man einfach ehrlich zu sich selbst sein, ich denke das wird es zumindest im Metalbereich nicht mehr geben und ob uns das Alles dann noch so viel Spaß macht, ist auch noch eine ganz andere Frage. Wir sind eigentlich alle zufrieden mit dem was wir momentan machen. Unser Basser Albi studiert Musikwissenschaften, Drummer Simon ist Friedhofsgärtner und Mahne und Ich sind Werkzeugmechaniker. Bisher lässt sich auch zeitlich noch alles gut vereinbaren, obwohl es nach einem Wochenende mit Auftritten dann immer sehr sehr hart ist in die Woche zu kommen.

Sascha S.: DESERTED FEAR existiert nun ja schon seit 2007. Ich hoffe ihr hab schon einige neue Songs im Köcher?! Fünf Jahre für ein Demo und ein Album sind ja recht happig eigentlich. War die Band überhaupt so groß geplant? Habt Ihr vielleicht unterwegs selbst gemerkt das ihr zu Höherem berufen seid?

Fabian: Als Mahne und ich 2007 begannen waren wir noch lange zu zweit, deswegen muss man die fünf Jahre einfach relativieren. Simon kam erst später hinzu und ein Basser und Sänger war auch lange nicht zu finden. Mahne probierte sich dann am Gesang und dann nahmen wir irgendwann 2010 die Demo auf. Die Songs auf "My Empire" sind alle über die Jahre entstanden, wir haben viel geprobt und an unserer Livequalität gearbeitet. Es war also nicht geplant, dass alles so lange dauert, aber im Endeffekt war es genau richtig. Wir haben uns und unseren Stil gefunden und sind auch Live eine Einheit. Das bedeutet auch, dass wir uns in Zukunft mehr auf das Songwriting konzentrieren können. In der Tat haben wir vor einigen Wochen angefangen wieder an neuem Material zu arbeiten. Es klingt absolut nach DESERTED FEAR und wir sind froh, dass aus uns noch immer neue fette Riffs sprudeln. Ehrlich gesagt hatten wir auch nach "My Empire" etwas bedenken, ob wir noch mal so ein paar geile Songs schreiben können. Aber ja, wir können!

Sascha S.: Wie kam der Vertrag mit FDA Rekotz zustande? Momentan wird ja alles zu Gold was der Herr Unglaube anpackt, was aber wohl auch mit seinem guten Geschmack zusammen hängen könnte?!

Fabian: Als das Album fertig war, haben wir mehrere Labels per Post und Mail angeschrieben. Herr Unglaube war da ziemlich schnell begeistert und er machte uns ein Angebot. Uns wurde dann recht schnell klar, dass FDA wohl das beste Label für uns ist und wir machten mit ihm den Deal klar. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit und er ist auch ein cooler Typ. Letztendlich veröffentlicht er nur was ihm auch selbst gefällt und ja, er hat da echt einen guten Geschmack.

Sascha S.: Besten Dank für deine Zeit, die letzten Worte gehören dir...

Fabian: Vielen Dank für das Interview Sascha, wir sehen uns dann in Emden bei der Wattwanderung?! Danke an Metal.tm und den Lesern fürs lesen. Alle die, die uns noch nicht kennen und auf den klassischen Death Metal mit einer frischen Prise stehen, sollten sich unser Debut Album "My Empire" anhören. Schaut doch auch mal auf unserer Homepage www.desertedfear.de vorbei. Geht auf Konzerte, denn so bleibt der Metal am Leben! Prost! Fabian und DESERTED FEAR

 
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