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Interview mit Geoff Bub von Jungle Rot

Interview mit Geoff Bub von Jungle Rot

Sascha S.: "Terror Regime" ist in meinen Augen das kompletteste JUNGLE ROT Album. Würdest du dem zustimmen?

Geoff: Ich bin mir nicht sicher ob ich das Wort "komplett" benutzten würde, aber es hat definitiv eine tolle Atmosphäre. Ich glaube Dave, Jimmy und ich sind an dem Punkt angelangt, an dem es einfacher wird und mehr Spaß macht Songs zu schreiben und das zeigt sich hier.

Sascha S.: Bist du glücklich mit der Resonanz und den Reviews für "Terror Regime"? Für mich ist es das bis dahin beste JUNGLE ROT Album.

Geoff: Absolut! Eine Menge positiver Reaktionen. Ich finds gut das du es magst.

Sascha S.: Bitte erzähl uns etwas über die ganzen Besetzungswechsel. Ist es denn wirklich so schwer einen vernünftigen Drummer in Wisconsin zu finden? Ist Scott Fuller noch in der Band, was ist da eigentlich passiert?

Geoff: Seltsamerweise hab ich mich bereits daran gewöhnt. Für mich besteht das Line-Up aus Dave, Jimmy und mir. Die Hälfte der Alben sind von uns dreien geschrieben worden. Scott Fuller hat nur die Europa-Gigs im August gespielt. Er hatte gerade Zeit mit uns zu touren und seine eigentliche Band ABYSMAL DAWN hatte im August gerade nichts vor.

Sascha S.: Ich war etwas überrascht als ich hörte das JUNGLE ROT bei Victory Records unterschrieben haben. Wie kam dieser Deal zustande? Ist das die richtige Wahl für eine Old-School Death-Metal Band und seid ihr zufrieden mit ihnen?

Geoff: Wir gewöhnen uns langsam an diese Frage, haha. Ich mag Fans die auf alles achten. Oft fühl ich mich wie ein Idiot, wenn ich mit einem 16-Jährigen über die Band, Line-Up-Wechsel oder über das Label spreche, wenn diese Dinge schon vor 20 Jahren passiert sind. Es sieht so aus, als würden diese Metalheads den Wechsel zu Victory nicht verstehen. Ich könnte in einer Multiple-Choice Frage die Labels meiner Lieblingsbands nicht nennen. Victory ist das beste Label mit dem JUNGLE ROT bisher zusammen gearbeitet haben. So weit ich weiß, hat Dave in den letzten 20 Jahren Tony (Tony Brummel hat 1989 das Label gegründet - d. Red.) immer schon in die Richtung bewegen wollen, JUNGLE ROT zu signen, und nach dem er "Kill on Command" gehört hatte, hat er endlich angebissen und wir sind froh, dass er es tat. Es ist das Richtige für alle Genres bei Victory Records zu unterschreiben.

Ronald B.: Wenn du mit einem Künstler zusammenarbeiten könntest, wer wäre das?

Geoff: Für JUNGLE ROT, Gene Hoglan am Schlagzeug!

Sascha S.: Was ist dein liebstes JUNGLE ROT Release und warum? Für mich ist "Terror Regime" leicht vor der "Dead and Buried" Scheibe. Beide haben dieses BOLT THROWER Panzerfahrt feeling.

Geoff: Auf "Terror Regime" kommt das heraus, was wir uns für "What Horror Awaits" vorgenommen hatten. Ich kann nur den Schreibprozess vergleichen, da ich für JUNGLE ROT Alben nie jamme.

Sascha S.: Was würdest du sagen welche Haupt-Einflüsse JUNGLE ROT haben?

Geoff: Die "German Invasion"! KREATOR, SODOM, DESTRUCTION. Das hat Dave dazu bewegt die Gitarre in die Hand zu nehmen und war der Anstoß des Ganzen.

Ronald B.: Ist BOLT THROWER einer eurer Einflüsse?

Geoff: Nicht wirklich, es ist aber eine absolut geile Band.

Sascha S.: Ihr habt mir erzählt, dass ihr seit 2009 nicht mehr in Europa wart. Mögt ihr Europa? Welches Publikum ist das Beste? Ich denke es ist irgendwo in Deutschland richtig???

Geoff: Es gibt nur eine Sache die ich an Europa nicht mag und das ist das absolute nicht vorhanden sein von Eiswürfeln...was zum Geier soll das? Wir lieben es natürlich in Europa zu spielen, wobei mir Deutschland und Holland am liebsten sind.

Ronald B.: Ihr seid ganz schön rumgekommen. Wenn du zurückschaust, was habt ihr bis dato erreicht?

Geoff: Wenn ich die Straße zurückblicke, würde ich mich sicherlich zu Tode erschrecken. Es ist nicht wirklich eine Straße, versuch dir eine 8000m hohe Klippe vorzustellen, an der du hinauf kletterst und herab siehst, wenn du zur Hälfte oben bist.

Sascha S.: Wer hat eigentlich das "Terror Regime" Cover gemacht? Für mich ist es das perfekte Cover für die Musik.

Geoff: Gyula Havancsák hat das Killer-Artwork gemacht. Wir hatten das Vergnügen ihn persönlich in Budapest zu treffen, als wir gerade dort waren. Ein echtes Talent.

Sascha S.: "Skin the Living" wurde neu aufgelegt, wessen Idee war das? Die haben davon sogar eine Coloured-Vinyl Version rausgebracht, richtig? Verrückt, denkst du nicht?

Geoff: Ich weiß nicht wer zuerst mit der Idee ankam, aber "Skin the living" ist ein Klassiker und verdient es. JUNGLE ROT haben bisher eh nicht viele Vinyls rausgebracht, also warum nicht?

Ronald B.: Es passiert gerade eine Art von Revival in der Metalwelt... Habt ihr davon etwas bemerkt?

Geoff: Ich sehe zumindest, wie es jeder versucht. So, wie die meisten Veranstaltungsorte die Dinge handhaben, ist es schwer für die Leute, einfach loszulegen wie man es noch in den 80ern konnte. Diese "Kein Spaß, oder ihr fliegt raus"-Locations, machen es schwer, solide Szenen zu entwickeln.

Sascha S.: Wer ist der Hardcore-Fan bei JUNGLE ROT? Das D.R.I. Cover "I don't need Society" ist eine Klasse für sich...

Geoff: Jimmy und Dave. Ich erinnere mich an eine Heimfahrt nach einer Show, jimmy hat verschiedene Songs von seinem i-Pod gespielt und dieser Song fing an und Dave fing in seinem Stil an dazu zu singen. Wir schauten uns alle an und sagten, dann lasst es uns tun, und nun sind wir hier.

Ronald B.: Wenn du etwas ändern könntest in deiner Karriere, was würde das sein?

Geoff: Ich würde Schlagzeug spielen. In meiner ersten, miesen Highschool-Band war ich der Drummer. So viel Spaß.

Sascha S.: Habt ihr euch jemals gedacht, das JUNGLE ROT so groß werden?

Geoff: Ich bin mir sicher, wenn du das Original Line-Up fragen würdest, sie würden nein sagen, aber ich sage ja. Ich hoffe die meisten Leute stimmen mir zu, wenn ich sage, wir sind eine Live-Band. Je mehr Shows wir spielen, desto mehr Fans bekommen wir, die vorher noch nie von uns gehört hatten. Einige Leute haben "Terror Regime" gehört und keine Miene verzogen, aber wenn sie uns Live sehen sind sie infiziert. Anfänglich haben wir uns sehr bemühen müssen Shows zu bekommen, jetzt gehts etwas leichter und unsere Fans werden immer mehr.

Ronald B.: Was sind deine Hobbys, mal abgesehen davon in einer Metalband zu spielen?

Geoff: David ist leidenschaftlicher Jäger, das ist mit Sicherheit das, was er am meisten in seiner Freizeit tut. Insgesamt sind wir aber ziemlich langweilig und durchschnittlich.

Sascha S.: Wenn du die fünf besten Alben wählen solltest, welche wären das?

Geoff: Ride the Lightning - Metallica
Beneath the Remains - Sepultura
Awake - Dream Theater
Over Bjoergvin Graater Himmerik - Taake
Them - King Diamond

Sascha S.: Welche Band oder Person inspiriert dich am Meisten?

Geoff: Marty Friedman, ich liebe einfach seinen Stil.

Sascha S.: Was war deine erste Metal Platte und wo hattest du sie her? Kannst du dich noch an das Gefühl damals erinnern?

Geoff: Ich bin nicht so fürs sammeln. Ich hab so vier oder fünf Platten rumstehen, zwei Plattenspieler, aber keine Nadeln dafür.

Sascha S.: Hörst du neben Metal oder Rock noch andere Sachen?

Geoff: Momentan nicht. Ich arbeite in einer Kneipe wenn wir nicht touren und habe daher genügend Country, Rap und Pop für mein ganzes Leben gehört. Ich würde sagen mein Lieblings-Pop-Song ist von Daft Punk "Get Lucky" - was für eine Bass-Line.

Sascha S.: Wie seid ihr auf dieses Kriegs-Thema gekommen? War das, weil der Name JUNGLE ROT (so wurde im Vietnam-Krieg eine wirklich fiese Hautkrankheit genannt - Anm. d. Verf.) so cool und passend ist?

Geoff: Metal sollte von Natur aus gewalttätig sein. Unser Thema entsteht aus unseren Texten. Krieg kommt ganz automatisch, wenn die Regierung die Nase von Korruption und Gier voll hat.

Ronald B.: Was ist der nächste Meilenstein den ihr mit JUNGLE ROT erreichen wollt? Vielleicht eine weitere DVD-Veröffentlichung?

Geoff: Unser Territorium erweitern, Japan, Russland, Afrika, Indien, China, Australien, Süd-Amerika und Zentral-Amerika. Viel zu tun.

Ronald B.: Das wars dann. Möchtest du den Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Geoff: Danke, dass ihr bis zum Ende gelesen habt (war doch gar nicht sooo lang - Anm. d. Verf.). Tut euer Bestes und unterstützt die Bands und Konzerthäuser die ihr liebt. Übt Headbangen bevor ihr zu einer Show geht, damit ihr dort länger durchhalten könnt und esst euer Gemüse. Cheers!

 
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