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15.07.2017

Rockharz Open Air 2017 - Harzer Schmelzkäse


BildUnzucht
FREITAG 07.07.

Die Dark Rocker UNZUCHT spielen am Freitag-Nachmittag. Während Sänger Daniel „Der Schulz“ Schulz mit wie immer tuchbehängtem Mikrofonständer über die Bühne turnt und post, blitzen immer wieder seine Zähne aus dem grinsenden Mund, der schwarze Bart verstärkt den Kontrast noch mehr. Während das Konzert noch im strahlenden Sonnenschein startet, schiebt sich alsbald eine Regenwolke über die Bühne und kann nicht mehr an sich halten. Nicht nur die Fans freuen sich über die Abkühlung durch haselnussgroße Wassertropfen, auch UNZUCHT feiern tatsächlich ihre erste Liveperformance im Regen. Während die meisten den ordentlichen Guss genießen, gehen die Fotografen erst mal rennen um ihre Technik in Sicherheit zu bringen.
Später höre ich, dass ich ganz froh sein kann mir nicht die im Anschluss spielenden OST+FRONT angesehen zu haben. Kleidchenlupfende Musiker ohne etwas drunter muss ich mir dann doch nicht geben. Mein Beileid geht an alle Fotografen mit Zoomobjektiv.

BildPain

An diesem Tag freue ich mich besonders auf PAIN, deren Musik mich eine beträchtliche Zeit durch meine Jugend begleitet hat. Eingestimmt werden wir mit Billy Idols „Rebell Yell“ vom Band, und nicht wenige kommen nicht herum, dezent das Tanzbein zu schwingen. Als die letzten Töne verklingen stehen auch schon Peter Tägtgren (wieso sehe ich immer Jack Sparrow?) und seine Live-Crew auf den Brettern, the Mastermind himself wie so häufig in seiner dreckigen Zwangsjacke. Uns erwartet eine bunte Mischung aus ganzen sieben Alben, darunter Stimmungsgaranten wie „Zombie Slam“, „Same old song“ und selbstverständlich auch „Shut your mouth“ als Zugabe, bevor sich die Mannen mit Sinatras „My way“ verabschieden.

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Es folgt ein großer Genre-Bruch mit MONO INC., deren Stil ich leider als „Schlager Metal“ diffamieren muss. Selbst PAIN bieten eigentlich nur wenig Herausforderung für das geneigte Ohr, doch im Gegensatz zu den sogenannten Dark Rockern aus Hamburg ist die Musik der Schweden geradezu vertonte Intellektualität.
Während ich versuche MONO INC. unvoreingenommen zu lauschen, werde ich mein Kopfkino nicht los, in dem Schlagzeugerin Katha Mia gleich schlafend vom Hocker fällt, so eintönig stampfend gestaltet sich die Rhytmusgabe eines jeden Songs. Leider trägt die aufgesetzt wirkende Kostümierung im Stil von Zirkusuniformen auch nicht gerade zu einem positiveren Bild bei. Für mich ist leider nicht sichtbar und hörbar, was MONO INC. für augenscheinlich viele Leute besonders macht. In jedem Fall herrscht Stimmung vor der Bühne. Solange Menschen Freude an etwas haben, akzeptiere ich – und mache einen dezenten Abgang um anderen nicht mit meinem Missfallen die Laune zu verderben – geschweige denn mir selbst.

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Endgültig treiben HEAVEN SHALL BURN wieder die Massen aufs Gelände und obwohl ich kein einziges Album der Saalfelder besitze, muss ich sie mir live doch immer wieder geben, weil Atmosphäre, Sympathie und Klanggewalt einfach stimmen. Die meterhohen Feuerfontänen die immer wieder in den spätabendlichen Himmel steigen, sind dank abgekühlter Temperaturen auch für die sonnengerötete Haut tragbar.

BildHeaven Shall Burn
(Autor(en): Saskia Z.)
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