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15.07.2017

Rockharz Open Air 2017 - Harzer Schmelzkäse


Rockharz Open Air 2017

Gerade sitze ich gerädert von den ROCKHARZ-Festivaltagen am Laptop und lasse das Erlebte revue passieren. Warm war es, sonnig, staubig und voller entspannter Menschen, die – neben den Bands – so ein Festival im Endeffekt zu dem machen was es ist. Genau das betont auch ein sichtlich glücklicher Veranstalter mit großer, ebenso selig dreinschauender Crew im Rücken, der sich am Samstagabend vor dem Headliner des Tages bei der Menschenmasse vor der Bühne bedankt. Diese ist in diesem Jahr tatsächlich auf den Rekordwert von 15.000 angewachsen und füllte damit das Gelände bis zum „Sold-Out“ der vier Wochen vor dem Startschuss des Open Airs am Mittwoch verkündet werden konnte.

Doch erst mal langsam und zurück auf Anfang. Genauer gesagt auf den besagten Mittwoch, an dem sich sechs Bands – darunter SERIOUS BLACK, ORDEN OGAN und DIRKSCHNEIDER - auf der Rockstage die Instrumente in die Hand geben. In dieser Zeile will ich für mich selbst eine Trauerminute einlegen, denn wir kommen aus Zeitgründen erst am Donnerstag an. So verpasse ich also ausgerechnet ORDEN OGAN, welche mit „Gunmen“ ein kleines, rundes und silbernes Albumschmankerl geschaffen haben und hier nun die Chance auf eine Live-Ohrenmassage bieten. Habe ich schon betont, dass ich durch das ROCKHARZ auch das Releasekonzert am 8.7. im Fort Fun Saloon verpasse? (Nichts für ungut.)

BildLacuna Coil
DONNERSTAG 06.07.

Genug die Tastatur mit Tränen benetzt. Weinen war auf dem ROCKHARZ ohnehin nicht möglich. An Tränenproduktion war vor lauter schwitzen nicht zu denken. Schon am Donnerstag nach langer Anfahrt und selbstverschuldet verkompliziertem Zelt- und Pavillonaufbau mussten wir uns erst mal erschöpft und nassgeschwitzt in die Campingstühle sinken lassen, ehe es erstmalig auf das Gelände ging. An dieser stelle könnte man mal wieder die übersichtliche Größe des Festivals erwähnen, die alle Fußwege angenehm kurz gestaltet. Wir haben uns auf einem der reservierten Campingareale einquartiert, und im Gegensatz zu anderen, oftmals größeren Festivals, hat man hier ein „Ich geh mal eben um die Ecke um mir LACUNA COIL anzusehen“-Gefühl. Gesagt, getan und um die Ecke gegangen, zeigen sich LACUNA COIL wie üblich als perfekte Liveband. Sängerin Cristina Scabbias Stimmorgan fügt sich energisch zwischen die nicht weniger intensiven Instrumente ein. Überhaupt ist jedes Instrument vernehmbar, was auf einem Open Air im schlechtesten Falle und oft genug nicht möglich ist. Hiermit sei dem Toningenieur ein großes Lob ausgesprochen, zumal sich auch die Lautstärke perfekt gestaltete. Mittig vor der Bühne und das ohne Ohrstöpsel, das klappt nicht immer.

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Trotz einer sehr luftig stehenden Menge, wagen sich einige Crowdsurfer auf den Weg Richtung Bühnengraben. Leider ist es für ein muskelarmes Wesen wie mich eine kleine Herausforderung, die Hälfte eines ausgewachsenen Mannes plötzlich und unvorbereitet auf dem Buckel liegen zu haben. Nichtsdestotrotz bleiben alle in der Menge heil und die Crowdsurfer schaffen es in den meisten Fällen bis in die Arme der tapferen Grabenkämpfer.

Die Securities sowohl im Bühnengraben wie auch an den Zugängen zum Festivalgelände sind durchweg entspannt und freundlich, wobei Erstere trotz des Knochenjobs auch noch ordentlich Humor an den Tag legen und das selbst in vermeintlichen Stresssituationen: Man stelle sich vor, eine wogende, feiernde Fanmeute und mehrere Crowdsurfer auf einmal. Zwei davon befinden sich auf gleicher Höhe und müssen zeitgleich aufgefangen werden, eine zierliche Frau und ein massiger Mann. Die Securities gucken sich an, fangen an zu grinsen und spielen Schnick-Schnack-Schnuck.

BildKadavar

KADAVAR spielen im fliegenden Wechsel nach LACUNA COIL, was dank der Doppelbühne fast immer reibungslos mit teilweise keinen 5 Minuten Unterbrechung funktioniert. So bleibt der Eine oder Andere doch noch vor der Bühne stehen um eine ihm womöglich bisher noch unbekannte Band anzutesten. Auf dem ROCKHARZ wird man im Gegensatz zu anderen Festivals nicht von Bühne zu Bühne gehetzt oder muss in Kauf nehmen, dass man die ersten Songs verpasst, wenn man von Lieblingsband A zu Lieblingsband B auf ein anderes Areal muss.
KADAVAR bekommen mit ihrem Gig um 20:35 die perfekte Zeit des Tages geschenkt: Die Sonne brennt einem nicht mehr den Skalp weg, die Temperaturen werden erträglich und Zeitgleich beschert die untergehende, große orange Sonne eine perfekte Atmosphäre für die Psychedelic Stoner Rocker aus Berlin.

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(Autor(en): Saskia Z.)
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