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Bericht:

23.09.2014

Rockharz 2014 - Heavy Metal Donner lässt Regen erblassen


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Nach unserem grandiosen Rockharz Debüt im letzten Jahr, freuten wir uns ganz besonders auf die 21. Ausgabe des Festivals auf dem beschaulichen Flugplatz in Ballenstedt. Trotz schlechter Wetterprognosen, ließen wir uns die Laune nicht verderben und freuten uns auf ein extrem gutes Line-Up. So packten wir die Regenjacken in die Taschen und brachen am Mittwoch pünktlich zur Mittagsstunde auf.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Die Anreise verlief bis auf einige Staus und der hitzigen Schwüle im Auto (doof wenn gerade im Sommer die Klimaanlage kaputt ist) problemlos und um kurz nach 5 erreichten wir schließlich Ballenstedt. Kurz hinter dem Ortsschild hatte sich ein Anreisestau gebildet und so lauschten wir den Klängen der ersten Band WORDS OF FAREWELL aus dem Auto heraus. Die mir bis dato unbekannten Progressive Deather entpuppten sich als erstaunlich gut und ich bereute, dass wir nicht früher losfahren konnten. Dank gut koordinierter Securitys, löste sich der Stau recht schnell und wir konnten nach einem kurzen Zwischenstopp am VIP-Container endlich auf die Campinggrounds, welche zu unserem Unmut leider bereits verschlammt waren. Zum Glück blieben wir nicht stecken und konnten uns dem riesigen Camp einer guten Freundin anschließen, so dass der Weg zum Gelände auch nicht allzu weit war. Dann hieß es erst mal Zeltaufbau und danach ab zur Bändchenausgabe, damit auch die nicht VIP-ler mit aufs Gelände konnten.

BildBrainstorm

Auf dem Weg zur Bändchenausgabe trafen wir alte Bekannte: auch in diesem Jahr sammelten die Jungs und Mädels von "Glück in Dosen" wieder Pfand für einen guten Zweck. Direkt neben dem Haupteingang befand sich eine Wurfwand, bei der man sein Glück versuchen konnte. Für jeden Treffer gab es einen Stempel, den man in einem Programmheft sammeln konnte. Mit 10 Stempeln konnte man an einem Gewinnspiel teilnehmen, welches mit attraktiven Preisen (u.a. 1x Rockharz Ticket für 2015, 1x eigenes Mietklo für 2015) lockte. Der Erlös der Pfandaktion geht an die Kinder- und Jugendarbeit der Organisationen Rückenwind e.V., KidsCamp, Akzente Ballenstedt e.V. und Rotaract Club Clausthal-Zellerfeld. Wer kein guter Werfer ist, konnte seine Stempel übrigens auch gegen 4 Dosen pro Stempel eintauschen.

An der Bändchenausgabe hatte sich bereits eine unendlich lange Schlange gebildet, welche unaufhörlich wuchs, also beschloss ich während der Wartezeit meiner Freunde mein Glück am Merchstand zu probieren, welcher ähnlich überlaufen war. 21OCTAYNE pläscherten im Hintergrund, während ich mich dem Kampf um einen der begehrten und limitierten Rockharz-Zipper auf mich nahm. Nach ca. einer halben Stunde hatte ich es dann endlich geschafft und traf auch meine Freunde wieder, welche gerade ihr Bändchen ergattert hatten. So viel Gedränge und die lange Fahrt sorgten bei uns allen für kräftig Kohldampf und wir gönnten uns erst mal ein Bierchen für einen fairen Preis von 2,70 plus 0,30 Cent Pfand und Gyros im Fladenbrot für 4,80 Euro. Derweil eroberten IRON SAVIOR die Bühne und wussten das Publikum gekonnt mitzureißen. Zwar nicht ganz mein Fall, aber die Mitsingchöre vor der Bühne bestätigten die Daseinsberechtigung der Hamburger.

BildNach einem kurzen Abstecher ins Camp. Fanden wir uns pünktlich zu BRAINSTORM wieder vor der Devil's Wall Stage ein, welche nur am Mittwochabend bespielt wurde und dieses Jahr mit einer AFM Records Labelnacht die Frühanreisenden beschallte. Nun hatte ich auch die Knipse dabei und somit ging es für mich ab in den Fotograben. Aber nicht nur das Fotografieren bereitete Freude, auch die Band selbst verbreitete eine super Stimmung vor und auf der Bühne. Besonders Fronter Andy B. Franck entpuppte sich als echte Rampensau und zog das Publikum förmlich in seinen Bann. Mit einer ordentlichen Ladung Power-Metal, legten BRAINSTORM die Messlatte sehr hoch. Es folgte der Headliner des Abends: RHAPSODY OF FIRE. Die Symphonic Metaller brachten zum Leid der Fotografen eine aufwendige Lichtshow mit und lockten ziemlich viele Leute vor die Bühne. Mit ihrem gelungenen Auftritt stand das Quintett BRAINSTORM in nichts nach und bewies warum ihnen zurecht der Headliner-Slot gebührte. Alles in allem ein gelungener Einstand für das diesjährige Rockharz und besonders für Power-Metal Fans ein echtes Schmankerl.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Nachdem viele am Mittwoch noch bis spät in die Nacht gefeiert hatten, war am Donnerstag erst mal Ausschlafen angesagt - zumindest so lange man es im Zelt aushalten konnte, denn das Wetter glänzte mit einem Wechsel aus schwüler Hitze, leichtem Wind und kurzen Regenschauern. Sobald man dann aus den Federn gehüpft war, konnte man sich ruhig Zeit lassen, denn das Gelände sollte erst um 13:30 Uhr öffnen. Wie jedes Jahr wagten wieder viele Metalheads den traditionellen Aufstieg zur Todesmauer, andere vertrieben sich derweil die Zeit mit Flunky-Ball oder einem ausgedehnten Frühstück.

BildBattle Beast

Um kurz vor halb 1 sammelte sich dann eine beachtliche Menschentraube vor dem Eingang, welche sehnsüchtig auf den Einlass wartete, der sich um ca. eine halbe Stunde nach hinten verschob. So dass man es gerade noch rechtzeitig zu BATTLE BEAST schaffen konnten, welche um Punkt 14 Uhr die Rock Stage eröffneten. Der extreme Andrang am Einlass galt wohl auch zum Teil den Finnen, die aufgrund eines Line-Up Wechsels nicht wie geplant um 18:10 Uhr spielten, sondern nun ungewohnt früh für VOGELFREY einsprangen. Das hatte sich wohl rumgesprochen, denn die Band wurde gebührend empfangen und Frontfrau Noora Louhimo heizte den Fans ordentlich ein. BATTLE BEAST überzeugten mit einem soliden, energiegeladenen Auftritt, der Lust auf mehr macht - ein super Opening für den Festival-Donnerstag. Anschließend ging es mit THE VERY END weiter, die mit ihrem Melo-Death den kurzzeitig einsetzenden Regen wieder in die Flucht schlugen. Ein gelungener Auftritt, der aber bei weitem nicht so viel Publikumsandrang verursachte wie die Vorgänger.

BildDie nächsten beiden Bands, HAMMERCULT und PETER PAN SPEEDROCK verpasste ich leider, da mich mein einsetzendes Hungergefühl zurück ins Camp rief, aber pünktlich zu VOGELFREY war ich wieder auf dem Platz. Laut Plan hätten jetzt eigentlich INSOMNIUM spielen sollen, aber die sind auf den Slot von BATTLE BEAST gerückt und machten somit Platz für die Folk Metal Anhänger aus Hamburg. Die mir bisher unbekannte Band machte einen guten Eindruck und schien auch beim Publikum Anklang zu finden. Noch viel mehr freute ich mich aber auf die im Anschluss spielenden INSOMNIUM. Wie zu erwarten herrschte auch hier viel Andrang, was die Finnen mit gebrochenen Deutschkenntnissen dankten. Trotz der guten Setlist und des eigentlich gelungenen Auftritts, fehlte mir hier ein wenig die Atmosphäre. INSOMNIUM passen einfach nicht zu einem frühen Hochsommerabend - ich hätte mir hier einen späteren Slot gewünscht.

Ganz anders D-A-D, der Slot um 19 Uhr passte perfekt zu den Hard Rock Granaten aus Copenhagen. Mit unglaublich viel Energie und einem Leuchtfeuer an guter Laune, rockten die Urgesteine die Bühne. Kein Wunder, schließlich handelte es sich nicht nur um das 30-jährige Bühnenjubiläum, sondern auch um den Geburtstag von Drummer Laust Sonne. Da konnten auch die technischen Probleme keinen aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil, Sänger Jesper Binzer nutze die Verzögerung für einen netten Plausch mit dem Publikum, bei dem er auch seine Deutschkenntnisse unter Beweis stellte: "Ich komme aus Kopenhagen". Top Auftritt und eins meiner absoluten Rockharz Highlights dieses Jahr.

BildNach so viel guter Laune, folgte die Thrash-Walze SODOM auf der Dark Stage, welche leider ein wenig energielos wirkte. Die Thrash Veteranen brauchen für gewöhnlich immer ein bisschen Zeit um richtig reinzukommen und das war wohl bei der knappen Spielzeit von nicht mal einer Stunde nicht gegeben, was auch zur Folge hatte, dass einige Hits fehlten. Die Fans feierten ihre Helden aber trotzdem und auch die Forderungen nach Bier blieben nicht aus. Im Anschluss ging es auf der Rock Stage da weiter, wo D-A-D aufgehört hatten, denn mit AMORPHIS betrat der erste heimliche Headliner des Abends die Bühne, wo sie von zahlreichen Fans begrüßt wurden. Innerhalb kürzester Zeit bewiesen die Finnen auch, warum sie diesen Empfang verdient hatten, denn sie legten einen Hammer Auftritt hin. Immer wieder ließ sich Sänger Tomi Joutsen zum Headbangen hinreißen und inspirierte auch das Publikum dazu, die Haare kreisen zu lassen. Ein absolut gelungener Gig und sogar mein Lieblingssong "You I Need" wurde gespielt.

Die Mittelalter-Rocker von SALTATIO MORTIS fielen abermals einer Essenspause zum Opfer und somit ging es für ich erst im Anschluss mit SABATON weiter - und die ließen es auch ordentlich krachen, mit einem Lichtgewitter sondergleichen, Pyros und Feuerwerk, das ganze Programm. Leider zum Leidwesen der Fotografen, welche nur einen Song im Graben verbringen durften. Dafür freuten sich die Fans über die tolle Show und grölten aus Leibeskräften "Noch ein Bier". Gefühlt waren alle Festivalbesucher auf dem Platz und auch die Welle an Crowdsurfern schien nicht abzureißen. Insgesamt ein extrem gelungener Auftritt, auch wenn SABATON wenig innovativ sind und im Prinzip immer wieder die gleiche (wenn auch extrem gute) Show abziehen. So neigte sich für ich ein toller erster Festivaltag dem Ende zu und KOORPIKLAANI mussten leider aufgrund von Müdigkeit ausfallen.

BildSabaton

Freitag, 11. Juli 2014

Freitagmorgen begann für mich mit einem Schock, offensichtlich hatte ich mir dank des wechselhaften Wetters etwas eingefangen, denn ich wurde aus dem Schlaf gerissen weil ich keine Luft mehr bekam. Nachdem ich erst mal das Zelt aufgerissen hatte, hat sich das glücklicherweise gelegt, aber ich wurde auch von Halsschmerzen geplagt. Mir ging es zeitweilig so schlecht, dass ich überlegt habe, das Festival abzubrechen und im Zweifelsfall früher zu fahren. Bekanntlich sind Metaller aber hart im nehmen und so mussten meine Reiseapotheke sowie Tee, Suppe und Halstuch herhalten, um das Gröbste zu überstehen.

BildEtwas angeschlagen, versuchte ich also am Vormittag und frühen Nachmittag mich erst mal einigermaßen aufzupeppeln, bevor ich mich letztendlich zum Festivalgelände begab. So verpasste ich DYNAMITE, NOTHNEGAL und die als Ersatz für UNDERTOW eingesprungenen GINGER PIG. Erst zu HÄMATOM fand ich den Weg zu den Bühnen und lauschte noch den letzten Klängen von HERETOIR, welche sich als gar nicht schlecht entpuppten. HÄMATOM weckten dann schließlich die Festivalbesucher aus dem Tiefschlaf, welche in Scharen kamen. Mit geballter gute Laune und jeder Menge Spaß auf der Bühne, legten Nord, Süd, Ost und West einen Hammer Auftritt hin, welcher mit "Leck mich du Wichser, leck mich" in einem grandiosen Finale endete. Nach diesem tollen Auftritt, brauchte ich erst mal eine kleine Stärkung, weshalb ich die nachfolgenden WOLFHEART verpasste.

Pünktlich zu BULLET fand ich mich aber wieder vor den Bühnen ein und lauschte den Old School Klängen, der schwedischen Heavy Metal Fraktion. Sänger Hell Hofer erwies sich als absolute Frontsau und schaffte es, dem Publikum ordentlich einzuheizen. Spaß auf und vor der Bühne war hier garantiert - großartiger Auftritt und ein weiteres Highlight für mich.
Nun wurde es Zeit für eine Shoppingtour. Auch dieses Jahr gab es wieder eine ansehnliche Händlermeile, auf der es alles war das Metalherz begehrt zu erstehen gab. Aufnäher, Kutten, Stiefel, Korsetts für die Damenwelt, Bandshirts und natürlich gaaaaaanz viel Musik - unter anderem war der Napalm Records Labelstand wieder mit von der Partie und auch sehr gut besucht. Für mich gab es vor allem ein paar neue Patches und Schutz vor der glühenden Sonne. Während ich also die Merchstände abklapperte, ließen EINHERJER ihren donnernden Viking Metal auf die Meute los und XANDRIA verzauberten kurz darauf mit feinstem Symphonic Metal und neuer Sängerin. Dianne van Giersbergen ist seit dem letzten Jahr die neue Frontfrau und ersetzt damit ihre Vorgängerin Manuela Kraller.

BildMit DESTRUCTION ging es dann musikalisch weiter. Die Thrash-Urgesteine spielten ein solides Set und ich freute mich riesig sie endlich mal live erleben zu können. Leider sprang aber auch hier, ähnlich wie bei SODOM, der Funke nicht wirklich rüber. Da halfen auch keine Windmaschinen und Zurufe des Publikums. Sehr schade. Ganz anders EQUILIBRIUM, welche die Menge absolut in die Tasche steckten. Der extrem hohe Andrang vor der Bühne wurde mit geiler Stimmung, viel Spielfreude und einer energiegeladenen Show belohnt. Auch im Fotograben ging es feuchtfröhlich zu, ließen einige die Kamera doch für die ersten Minuten außen vor und prosteten lieber dem Sänger zu – ein Bierchen muss schließlich auch mal sein. Meiner Meinung nach rund um gelungen und was die feiernden Fans anbelangte, konnten EQUILIBRIUM sich sogar mit SABATON messen.

Anschließend sollten eigentlich die Melo-Death Granaten von SOILWORK die Bühne stürmen, nur leider mussten die Schweden kurzfristig absagen. Mit EKTOMORF als Überraschungs-Act, wurde aber ein angemessener Ersatz gefunden. Für mich ging es aber erst mit ARCH ENEMY weiter, ein Auftritt auf den sich nach der Absage im letzten Jahr einige sehr gefreut haben. Noch dazu war die Spannung groß, ob die neue Sängerin Alissa White-Gluz (ex-THE AGONIST), mit dem stimmgewaltigen Organ von Angela Gossow mithalten würde und sich somit als würdige Nachfolgerin erweisen würde. Und das hat sie! Mit einer unglaublichen Energie und Dynamik, rockte die neue Frontfrau die Bühne und schaffte es mit ihrer enorm guten Laune das Publikum mitzuziehen. Vor und auf der Bühne wurde gefeiert was das Zeug hält und der Auftritt war ein voller Erfolg. Auch optisch passt Alissa mit ihren blauen Haaren gut ins Bild. Ob sie wirklich in die Fußstapfen von Angela treten kann, wird aber wohl erst die Zeit zeigen. Mich hat sie zumindest überzeugt, auch wenn ohne Angela natürlich was fehlt...

BildArch Enemy

Zu HELLOWEEN war erstaunlich wenig los und auch mich reizten die Power-Metal Veteranen nicht wirklich, weshalb ich mich zurückzog und nochmal Kraft tankte, bevor es mit CHILDREN OF BODOM weiterging. Die Finnen absolvierten einen soliden Auftritt und machten ihr Ding. Die Stimmung im Publikum war durchaus gut, dennoch sprang der Funke nicht wirklich über - die Dynamik fehlte irgendwie. Auch auf der Bühne gab es keine wirklichen Überraschungen und wenig Interaktion, was mich persönlich ein wenig enttäuschte - auch wenn das für die Band durchaus typisch ist. Immer wieder ein Highlight ist natürlich das unglaublich versierte Gitarrenspiel von Mastermind Alexi Laiho - der Mann beherrscht sein Instrument durch und durch und es ist ein Genuss ihm dabei zu lauschen. Im Anschluss spielten noch EISREGEN und 9MM, welche ich leider verpasste, denn ich war hundemüde und so begab ich mich ins Land der Träume.

Samstag, 12. Juli 2014

Der letzte Festivaltag brach an, Zeit die müden Knochen ein letztes Mal auf den Platz zu scheuchen - allerdings nicht ohne einen Zwischenstopp bei den Sanitätern, die mir glücklicherweise etwas gegen meine immer schlimmer werdenden Halsschmerzen geben konnten. Das sollte reichen, um durch den Tag zu kommen.
Nachdem FJOERGYN und HARMANN den Anfang gemacht hatten, spielte die hannoveranische Dark Rock Truppe UNZUCHT, welche mir vollkommen unbekannt waren. Allerdings zogen die Jungs ein für die frühe Stunde beachtliches Publikum an – wie sich herausstellte auch nicht ohne Grund, denn UNZUCHT entpuppten sich als überraschend gut. Klischee behafteter Gothic Rock vom Feinsten, der mich entfernt an STAUBKIND erinnert. Die Leute hatten zumindest Spaß und viele ließen sich sogar zum Tanzen hinreißen - ein Hoch auf die Abwechslung auf dem Rockharz, auch wenn das nicht Jedermanns Sache ist.

BildMotorjesus

Weiter gings mit MOTORJESUS, welche für ordentlich Stimmung sorgen. Sie verteilten nicht nur Bier an die Zuschauer, sondern wussten auch musikalisch mit ihrem coolen Hardrock zu überzeugen. Eingängige Texte luden zum Mitsingen ein und trotz der frühen Stunde, wurde vor der Bühne mächtig gefeiert. Geiler Auftritt und eine absolute Überraschung für mich. Mit GLORYHAMMER, der Zweitband von ALESTORM Frontman Christopher Bowes, gab es schön klischeebehafteten Power-Metal vom Feinsten, welcher auch von dem ein oder anderem ALESTORM Shirt im Publikum begleitet wurde. Schottischer Humor scheint sehr gefragt zu sein.

BildDie Hardcore-Punks von BORN FROM PAIN, boten eine weitere Abwechslung im bunten Rockharz-Line-Up. Die Niederländer quittierten ihr musikalisches Alleinstellungsmerkmal indem sie sich beim Publikum für die Teilnahme bedankten und bezeugten, dass sie sich über den Auftritt sehr freuen würden. Das konnte man auch sehen, denn Sänger Rob Franssen flog geradezu über die Bühne und schaffte es sogar einen ansehnlichen Moshpit zu provozieren - 'ne runde Sache.

Anschließend gab es für mich wieder mal eine Mittags- und Verschnaufpause, während KISSIN' DYNAMITE und PRIMAL FEAR die Bretter eroberten, bevor es mit der Death-Walze UNLEASHED weiterging. Mit viel Energie und sichtlicher Spielfreude zogen die Schweden ihre Fans in ihren Bann, was auch mit viel Publikumsandrang gedankt wurde. Kurz und knapp, geiler Auftritt - jederzeit gerne wieder!
Im Anschluss fegten LEGION OF THE DAMNED über die Bühne, welche ebenfalls vor Spielfreude nur so strotzten und die erste Wall of Death des Tages ausriefen.

BildMein absolutes Highlight folgte aber mit SONIC SYNDICATE, welche den Abend einläuteten und somit auch die krassesten Langschläfer aus den Federn lockte. Trotz des plötzlich einsetzenden Starkregens, welcher die Fotografen schlagartig aus dem Graben jagte, ließen sich die Schweden ihre Laune nicht vermiesen und absolvierten einen absolut genialen Auftritt. Glücklicherweise hielt der Regen nicht lang an und so konnte ich, nachdem die Kamera in Sicherheit gebracht war, den energiegeladenen Auftritt in Ruhe genießen. Schade nur, dass sich das Publikum trotz aller Versuche des Sängers nur zum Teil motivieren ließ - ob das wohl daran lag, dass viele sehr nass geworden waren? Egal, für mich waren SONIC SYNDICATE ein Highlight und eine der stärksten Bands auf dem diesjährigen Rockharz.

Den Abschluss bildeten für mich dann KNORKATOR, die mit ihrem bunten Quatschcomedy-Programm mal wieder voll ins Schwarze trafen. Auch die Fotografen ließen sich zu ein wenig Schabernack hinreißen und zeichneten statt zu fotografieren während des ersten Songs lieber Portraits, welche sie anschließend auf die Bühne warfen. Gitarrist Buzz Dee quittierte dies auch mit einem Lächeln, während Stumpen voll in seinem Element aufging. Wie gewohnt feierten KNORKATOR wieder mal eine riesengroße Party, bei der keiner mehr stillstehen konnte und auch der letzte Fan mit eingebunden wurde ("Melissa ist Schuld"). Einen besseren Abschluss hätte ich mir nicht wünschen können, denn leider musste ich das Festival nach diesem Auftritt aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Noch eine Nacht im Zelt hätte ich wohl kaum überstanden. Trotzdem hat sich für mich auch dieses Jahr wieder bestätigt, warum das Rockharz mein absolutes Lieblingsfestival ist: geile Leute, geniale Stimmung, super Organisation, Hammer Bands und das alles zu einem absolut fairen Preis - wir sehen uns 2015 auf jeden Fall wieder!

BildKnorkator
(Autor(en): Bianca P.)
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