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Bericht:

05.07.2011

Metalfest Open Air Germany 2011


BildLogbucheintrag Cpt. G. Sternenzeit 26052011.
Unsere Odyssee beginnt am frühen Nachmittag. Nachdem wir uns am Versorgungsdock mit dem nötigsten Speisen und alternativen Nahrungsmitteln eingedeckt haben, brechen wir auf in Dimensionen die nie zuvor ein Mensch gesehen hat.

Mein Heimcomputer attestiert mir eine Fahrtzeit von ca. 2 Stunden, diese Hoffnung wird allerdings von unserer veralteten Bordtechnik zerschlagen. So führt uns der Bordcomputer zunächst durch ein Asteroidenfeld welches wir mit minimalem Tempo und einer handvoll Karosserieschäden überstehen. Anschließend gibt es im Örtchen Roßlau eine Reise durch die gute alte DDR. Die Stadtmauer, die kasernenmäßige Häuseranordnung und die Statue mit der Aufschrift "Proletarier aller Länder vereinigt euch!" versuchen uns vom Kommunismus zu überzeugen.

Nachdem wir dann endlich an unserem Ziel angekommen sind und der Herr Alex uns zu unserem reservierten Campingplatz führt, können wir den Tag dann noch entspannt ausklingen lassen.

Freitag - 27. Mai 2011:

BildAm nächsten Morgen geht es also endlich los. Durch Trägheit verpassen ich und mein Fotograf zwar die ersten Bands und damit leidlicher Weise auch SCAR SYMMETRY, aber nichtsdestotrotz geht es gegen 15.00 Uhr auf das Festivalgelände.

Durch das Image und etliche Youtube-Hörsessions war ich vor dem Auftritt MILKING THE GOATMACHINE doch sehr skeptisch und befürchtete eine unmusikalische Dödelkapelle. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Die Masken der Musiker und die Texte sind zwar humoristischer Art aber die Musik ist doch als relativ in Ordnung gehender Grindcore zu bezeichnen. Die Stimmung im recht großen Publikum ist super und die Band mit der singenden und gleichzeitig Schlagzeug spielenden Ziege, wissen wie man die Menge aufheizt. Songs wie der "Goat Thrower Groove" oder "Here comes Uncle Wolf" wissen zu überzeugen. Bei letzterem kommt sogar ein als Wolf verkleideter Statist auf die Bühne um ein wenig Stimmung zu machen.
Alles in allem ist das schon mal ein ordentlicher Auftritt auch wenn ich persönlich nicht so überaus Begeistert war wie der Rest des Publikums.

Primordial @ Metalfest 2011
Primordial

Nach einer größeren Pause stehen um 19 Uhr PRIMORDIAL auf unserem Plan. Hierbei handelt es sich übrigens um das Konzert auf das ich mich am meisten freue. Glücklicher Weise werden meine Erwartungen sogar noch ein wenig übertroffen.
Den Auftakt macht "No Grave Deep Enough" vom neuen Album "Redemtion of a Puritans Hand". Schon hier offenbart sich eine großartige, trostlose Atmosphäre die durch die extasische Performance des Sängers noch einen zusätzlichen Schub erhält.
Alan, der in seinen üblichen zerlumpten Klamotten und dem weißen Gesicht mit Blutklecks auf dem Kopf auf der Bühne umherwandelt, leistet eine der markerschütterndsten Gesangsleistungen ab, die ich je vernehmen durfte. Wie der Mann die Musik durchleidet und jede Note fühlt ist wirklich beeindruckend. Neben den neuen Songs wie "Bloodied Yet Unbowed" oder "Lain With The Wolf" gibt es auch Klassiker wie "Gods to the Godless" oder "The Coffing ships" zu hören. Nachdem sich Alan über eine Irlandflagge im Publikum freut, gibt es zum Schluss noch den mit Jubelstürmen empfangenen "Empire Falls" zu hören und eines der besten Konzerte des Festivals findet sein jähes Ende.

BildWeiter geht es auf der Tentstage mit meinen Alltime Favoriten ALCEST.
Diese schaffen es die märchenhafte Atmosphäre ihrer Studioalben auch auf die Bühne zu transportieren. Das doch recht große Publikum wirkt wie verzaubert und ich bin es ebenso. "Les Iris" oder "Ecailles de Lune pt.1" lassen einen in Träumen schwelgen. Passend dazu trägt Sänger Neige einen Traumfänger um den Hals. Der schüchterne Fronter kommt dann bei "Piercee de Lumire" auch mal etwas aus sich heraus und besticht mit leidvoll klingenden Screams. Zum Finale gibt es dann noch "Souveniers d'un otre monde" und ein schüchternes "good night " zu hören. Wirklich, der Kerl ist zum verlieben. *gg*

Eine weitere Pause wird eingelegt in der ich genüsslich mit einem Taschenmesser die von mir mitgebrachte Kokusnuss öffne und mich an ihrem zarten Nektar ergötze. Manche Leute, wie unsere Zeltnachbarn, mögen dies Dekadent nennen. Ich nenne es verdienten Luxus. Zumal uns die Schalen später auf superbe Weise als Suppenschüsseln dienen.

Danach geht es dann etwas zu spät zu CRADLE OFO FILTH. Nun ja, über diese Band kann man sich natürlich streiten. Menschen die sich durch Danis Kreischen akustisch vergewaltigt fühlen und denen die Musik im Allgemeinen zu kitschig wirkt, werden natürlich live auch nicht glücklich werden. Ich allerdings weiß genau was ich zu erwarten habe. Nämlich Kitsch und Atmosphäre vom Feinsten.

Cradle Of Filth @ Metalfest 2011
Cradle Of Filth

Zunächst fällt mir auf, dass die Band auf eine pompöse Bühnendekoration komplett verzichtet hat, was ich sehr schade finde. Musikalisch wissen mich die Briten allerdings zu begeistern. Das Set besteht aus Songs aller Schaffensphasen der Band. So stehen Klassiker wie "Her Ghost in the Fog" "Cruelty and the Beast" oder "The Principal of Evil Made Flesh" neben neueren Nummern á la "Lilith Immaculate" oder "Nymphtamine". Das Publikum scheint großteils überzeugt zu sein. Dani der wie Pumuckl ausschaut, hüpft in seiner üblichen Art und Weise über die Bühne und zum Abschluss gibt es noch "From the Cradle to Enslave" zu hören. Die Lichtshow ist im Übrigen auch sehr gut gelungen.
Wie gesagt, einigen Leuten, wie meinem Fotografen Patrick, ging die Musik auf den Geist. Mir hat es durchaus gut gefallen.

BildNach einer 30 Minütigen Umbaupause melden sich die Nordmänner AMON AMARTH zum letzten, heutigen Konzert auf der Hauptbühne.
Das Festivalgelände ist proppenvoll und uns gelingt es nicht mehr nach vorn durchzubrechen, weswegen wir uns ein gemütliches Plätzchen am F.O.H. sichern.
Die Band eröffnet nach dem epischen Intro, ihr Set mit "War of the Gods". Bereits hier wird mit der Pyrotechnik nicht gegeizt. Das Licht ist durch die zusätzlich aufgestellten Moving Heads wirklich imposant geraten. Es folgt der moderne Klassiker "With Wdin On Our Side", der standesgemäß gefeiert wird. Die Bewegung auf der Bühne hält sich zwar wie üblich in Grenzen aber man sieht der Band durchaus die Freude am Auftritt an. Zwischen den Songs gibt es ab und an noch eine nette Ansage vom Johann. Nach der recht schnellen, neuen Nummer "Destroyer of the Universe" inkl. Mitgröhlrefrain, folgt mit "Masters of War" einer der zwei älteren Songs des heutigen Abends. Mich persönlich freut dies sehr, da ich vor allem die ersten vier Alben der Band sehr schätze. Anschließend gibt es mit "Live for the Kill" wieder etwas Epik und eine unaufgeforderte Wall of Death vor der Bühne. Der neue Song "Slaves of Fear" kommt mindestens 10 mal besser als auf Platte, was wohl bei AMON AMARTH üblich zu sein scheint. So ist es auch bei "Guardians of Asgard" bei dem sich L.G. Petrov von ENTOMBED auf die Bühne gesellt und zusätzlich für Stimmung sorgt. Man was freue ich mich jetzt schon auf das ENTOMBED Konzert im Anschluss.
Es geht weiter mit "Varyags of Miklagaard" und "For Victory or Death" bevor mit "Death in Fire" ein weiteres Highlight folgt. Nun gibt es noch "Twilight of the thundergod", "Runes for my Memories" und "Persuit of Vikings" mit Singalong Part zu bewundern, bevor sich die Band unter tosendem Applaus verabschiedet.
Ich persönlich finde es wirklich sehr schade, dass sie nur so wenige ältere Songs spielten. Nichtsdestotrotz war das hier ein wirklich gelungenes Konzert.

Entombed @ Metalfest 2011
Entombed

Wie eben schon angedeutet, geht es nun ab zu ENTOMBED. Mir persönlich ist es zwar ein absolutes Rätsel wie man eine solche Death Metal Legende auf die um einiges kleinere Tentstage verfrachten kann, aber naja, dem Konzert an sich tut das ja keinen Abbruch.
Die Band hat sich für den heutigen Abend etwas ganz Besonderes ausgedacht. So spielen sie nur Songs der ersten beiden Alben "Left Hand Path" und "Clandestine". Somit gibt es schon mal Klassiker-Gewissheit. Auch wenn ich es schade finde, dass "Demon" oder "Chief Rebel Angel" nicht gespielt werden.

BildDen Auftakt macht "Living Dead". Von Anfang an gibt es Power ohne Ende, auch wenn das Mikrofon zunächst eine Störung aufweist, die die Box vor mir unaufhörlich zum schnarren bringt. Das Publikum ist auch von Anfang an dabei und feiert die Songs ohne Ende ab. Bei "Evylin", "Sinners bleed" oder "Drowned" geht es nicht nur im Publikum ab, nein auch im Photograben ist Bewegung. Dort Sammeln sich nämlich etwaige Musiker, wie die Leute von ALCEST oder SCAR SYMMETRY an, um sich die Show anzusehen. Blöd ist dabei nur, dass der Herr Palmqvist so extrem betrunken zu sein scheint, dass er sich andauernd mit der Security anlegt, die ihn ständig daran hindern muss vor der Bühne umher zuspringen. Das Ganze endet damit, dass er an der Seite eine Zeit lang liegen bleibt.
Dies war allerdings der einzige Zwischenfall. Ansonsten spielen ENTOMBED gewohnt energisch ihre alten Hymnen und lassen dabei kein Auge trocken. Mit "Chaos Breed" und "Supposed to Rot" gibt es sogar noch zwei Energie geladene Zugaben, bevor der Abend für heute sein Ende findet.

Es geht also wieder zum Zelt, wo auch schon unsere Bekannten aus Leipzig auf uns warten. In einer gemütlichen Runde wird miteinander getratscht und irgendjemand Fremdes wird ein provisorischer Sidecut geschnitten. Man kann also sagen, heute war ein erfolgreicher Tag.
(Autor(en): Kevin G.)
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