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Bericht:

25.09.2013

Meltdown Festival 2013 - Ausnahmezustand in Schleswig


BildNachdem es die legendären Meldown-Party's und Konzerte schon eine ganze Weile gibt, fand im vergangenen Jahr erstmalig auch das Meltdown Festival statt. Mit 500 zahlenden Besuchern fand es bereits ordentlich Anklang, was dieses Jahr sogar noch getoppt werden konnte. Sage und schreibe 713 feierwütige Metalheads fanden sich am 7. September 2013 auf der Freiheit in Schleswig ein, um gemeinsam mit 11 Bands das Metalevent des Jahres zu feiern.

Pünktlich um 15 Uhr war Einlass. Nachdem im Vorverkauf schon 500 Karten verkauft wurden, konnten Kurzentschlossene noch weitere Tickets für 8 Euro (VVK 5,-) an der Abendkasse kaufen. Für Trophäenjäger gab es außerdem zu einem geringen Aufpreis von 1nem Euro eines der streng limitierten Festivalbändchen zu erwerben. Alle anderen bekamen ein rotes Papierbändchen ums Handgelenk geklebt. Das Personal an der Kasse war gut gelaunt und überaus freundlich, auch als die Schlange immer länger wurde. Bevor FEINDBILD als erste Band die Hauptbühne eröffneten, blieb mir genügend Zeit das Festivalgelände genauer unter die Lupe zu nehmen. Neben dem großen Grill- und Bierstand gab es draußen noch eine Kurze-Bar und den Merch-Stand, sowie eine Minibühne und viele Sitzmöglichkeiten. Im Gebäude befand sich die zweite Bühne, auch "35 Stage" genannt, eine weitere Bar und die sanitären Anlagen. Ein eigener Backstage Bereich für Bands und Festivalcrew durfte natürlich auch nicht fehlen. Wie mir zu Ohren kam, gab es dort Freigetränke und ein eigenes Buffet. Wer nicht in den Genuss kam Backstage zu Speisen, war aber auch draußen gut versorgt, denn die Meltdown-Preise waren dieses Jahr mehr als human. Bier gab's für einen Euro, Nacken im Brötchen für 2 und Wasser sogar for free (bzw. gegen Becherpfand von 1nem Euro). Mit der Falaffel im Brötchen war sogar auch für die Vegetarier gesorgt - ein dickes Plus hier für!

BildFeindbild

Nun aber zur Hauptsache, den Bands. Um 16 Uhr betrat die Schleswiger Punk/Metal-Kombo FEINDBILD die Main Stage und legte eine lockere Sohle mit geballter guter Laune auf die Bretter. Die ersten Zuschauer begaben sich vor die Bühne und ließen sich von der guten Stimmung anstecken. Technische Probleme überspielten Band und Fans recht gut und ließen sich davon den Spaß nicht nehmen. Einziger Wehrmutstropfen war der Abschied von Gitarrist Thies, der heute seinen letzten Gig spielen sollte. Insgesamt ein sehr guter Auftritt, der einen guten Einstieg für das Festival bot. Weiter ging's mit ZOMBIE MASSACRE auf der 35 Stage, welche vor allem durch ihr ungewöhnliches Bühnenoutfit hervorstechen: Pinke Strampelanzüge auf Deathmetal oder so ähnlich. Zumindest scheinen die Jungs ihr Publikum gefunden zu haben, wenngleich mir ihre Musik nicht so ganz zusagen wollte.

BildDown On Knees

Ganz anders dagen DOWN ON KNEES, die mit ihrem Old School Hardrock die Main Stage rockten. Die Angelner feierten ihre CD Release-Party und schienen keine Unbekannten zu sein - fand sich doch der ein oder andere Fan vor der Bühne ein - und auch ich wippte im Takt. Leider meinten es die Herren ein wenig zu gut und überzogen ein paar Minuten, was dafür sorgte, dass alle nachfolgenden Bands ca. 5-10 Minuten später starteten. Dies war allerdings nicht weiter schlimm, da so Bandüberschneidungen weiterhin vermieden wurden und man tatsächlich alle Bands ansehen konnte.

BildZombie Massacre

Nach DOWN ON KNEES gab es drinnen ne Ladung Hardcore auf die Ohren, als THE DOCKYARD die 35 Stage zerlegten. Ein Genuss für die Fans und ein Albtraum für jeden Fotografen, denn Stillstand gab es hier kaum. Die Schleswiger fegten über die Bühne und ließen nichts aus. Erste Moshpits bildeten sich, gesprungen wurde sowieso und einige ließen sich auch zum Headbangen hinreißen. Nicht unbedingt meins, aber für die Band ein voller Erfolg. Nicht in der Running Order angekündigt, verpassten sicher einige den kleinen aber feinen Gig von den RATTLESNAKES FROM HELL, welche kurzerhand die Minibühne eroberten, um ihre frischgepresste EP vorzustellen. Die erst kürzlich gegründete Band setzt sich aus Sänger Tomasch (Days in Red), Bassist Frank (Rezet) und Drummer Morten (Terminal) zusammen und spielt einen thrashig angehauchten Rock'n'Metal Mix. Kleiner Geheimtipp von mir. ;)

BildRattlesnakes From Hell

Auf die Kieler Deathmetal Helden von DIVIDE freute ich mich ganz besonders. Wurden sie in den letzten Monaten doch hier und da als Geheimtipp in der Presse gehandelt und spielten kürzlich auf dem Summer Breeze. Nach kurzem Reinhören war für mich klar, die Jungs können was, und live überzeugten sie auf ganzer Linie. Top Gig, der besser nicht hätte sein können und ein Kauf der aktuellen Scheibe "Messiah of Mutilation" ist absolut Pflicht für jeden Death-Liebhaber!

BildDivide

Auch die nachfolgende Band CHAOSANE stammt aus Kiel und ist allein durch Frontfrau Anna ein absolutes Meltdown-Highlight. Die einzige weibliche Besetzung des ganzen Festivals und doch steht Anna den Herren der Schöpfung in nichts nach. Mit eine unglaublichen Stimmgewalt und einem sexy Outfit bringt sie alle aus der Fassung. Das kann selbst eine Angela Gossow nicht besser. Ingesamt kommt die Mischung aus Death und Thrash sehr gut an und es wird ordentlich voll vor der 35.

BildAnschließend läuten die Groove Metaller von ETECC als Headliner die Abenstunden ein. Die Wolfsburger haben sich mit ihrem PANTERA-ähnlichen Sound bereits einen Namen machen können und riefen folglich viel Publikum auf den Plan, was das fotografieren ohne Sicherheitsgraben deutlich erschwerte. Dafür war die Show einfach nur grandios und machte Lust auf mehr.

Nach ETECC musste ich das Festival leider verfrüht verlassen, und verpasste dadurch die Extreme Metal Kombo SLOWLY ROTTEN aus Husum, sowie die Hamburger Powermetaller SHADOWBANE und eine weitere Kieler Deathwalze NOISE FOREST. Dennoch war das diesjährige Meltdown für mich ein voller Erfolg und ich komme im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.

Mein Fazit: Ein gutes Festival, mit tollen Bands, zu humanen Preisen, in einer gemütlichen Atmosphäre und mit einer Bombenstimmung - was will man mehr?

BildEtecc
(Autor(en): Bianca P.)
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