Metal.tm - Musik Community, Portal & Magazin

Bericht:

19.08.2015

Das Nichtsoganz-Wacken 2015


Bild Normalerweise bin ich ja eine schreibwütige Berichteschreiberin, aber ich sollte dieses Jahr von besonderen Umständen ausgebremst werden. Die tapferen Recken die vor Ort waren, wissen wovon ich rede. Alle anderen aber sicher auch, schließlich waren die geschichtsträchtigen Bilder in allen Medien. Aber von Anfang: Schon die Tage vor dem Festival waren von Regenfällen im Stil der Niagarafälle geprägt. Wer immer schon gerne eine Moorlandschaft besuchen wollte, war in Wacken also richtig. Um ein Festival einigermaßen trockenen Fußes zu feiern und Zelte aufzustellen in denen man uneingeschlammt schlafen konnte, war leider komplett falsch.

Arbeitstechnisch sind wir dieses Jahr gezwungen erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag anzureisen, und so treffen wir uns bei einem Kumpel um die Stau- und Autobefreite-Nacht abzuwarten um in den Norden aufzubrechen. Alle Zeichen stehen auf go, so Twittert Wacken am 29. Juli „We are ready. Let's do it! :)“. Und wie wir ready sind. Zwar genießen wir noch die schlamm und nässefreien Stunden auf dem Sofa, aber einen Wackengänger schreckt ein bisschen Feuchtigkeit ja nicht ab. Doch da haben wir und auch die Veranstalter nicht die Rechnung mit dem Wetter gemacht:


BildBoden? Geht noch. Betonung auf "noch".

Und so reichen die Tweets in kürze vom nicht klein zu kriegenden „Fuck this, we're going to Bullhead City now to "Rock the night". We might have to swim...„ über das verunsicherte „It is still raining at the moment. Please make sure to check the W:O:A website for the latest announcements!“ bis hin zum kapitulierenden „PLEASE DO NOT COME TODAY! We will not be able to get all of you onto the festival area tonight!" - und so sitzen wir am liveticker und verfolgen den Stand der Dinge die Nacht hindurch, bis wir uns entschließen uns doch noch mal aufs Ohr zu hauen.


BildVielleicht geht ja trockenföhnen?

In der zwischen Zeit wurden zwangsweise alle anreisenden mit Auto in ein Parkhaus und auf einen Parkplatz ins nahegelegene Itzehoe umgeleitet weil mit dem Auto auf dem schlammigen Gelände kein Durchkommen mehr ist. Leider bessert sich die Situation auch am nächsten Tag nicht. Noch immer sind die Gelände gesperrt. Das Festivalteam schaltet schnell und richtet Shuttlebusse zwischen Itzehoe und Bühnengelände ein um die zahlreichen gestrandeten zu den Konzerten zu bringen. Die Hashtags #zusammenrücken und #durchhalten sollen nicht nur den Besuchern sondern auch dem Team Mut machen. Das wird es auch nötig gehabt haben, denn der Stress in der „Schaltzentrale“ müsste ein neues Höchstmaß erreicht haben.

Wir verfolgen am nächsten Morgen die neusten Bilder vom Gelände und lassen uns von Freunden die bereits früh angereist waren auf den neusten Stand bringen. Selbst die gestandensten Festivalgänger sagen uns „Kommt bloß nicht! Und wenn doch, dann ausschließlich mit Gummistiefeln und Badeklamotten.“, so könne man sich wenigstens allabendlich vollständig vom Schlamm befreien. Der Wille ist stark, doch ausgerechnet Gummistiefel machen sich in unserem Gepäck rar. Da helfen auch keine Allwettererprobten Kampfstiefel mehr...


BildWenn das Bier nicht mehr zum Papa kommt, muss der Papa eben zum Bier kommen.

Und so endet unser Wacken 2015. Dreisam und Allein im Wohnzimmer weit weg vom Festival vor dem Wackenticker. Ohne Konzerte, Ohne Rain or Shine. Und für das nächste Jahr wünschen wir uns allemal weniger Rain und wesentlich mehr Shine. Bitte. Danke.

BildDas wichtigste von Wacken in einem Bild

Bild
(Autor(en): Saskia Z.)
Tags:

Kommentare

Diese Kommentare im Forum anzeigen.    
Gastkommentar schreiben
Gastkommentare werden nach Prüfung freigeschaltet.
 

Anzeige

Facebook-Kommentar

 
 Besucher heute: 681    
(metal.tm beta v0.874)