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Bericht:

12.07.2013

With Full Force 2013 - Die Jubiläumssause


BildDas With Full Force wird 20, was für eine passende Gelegenheit für unsere With Full Force-Premiere, nachdem wir letztes Jahr leider so kurzfristig ausscheiden mussten. Das Line-Up ließ auch in diesem Jahr die Metal-(und Hardcore)herzen wieder höher schlagen und auch ich freute mich ganz besonders auf die ein oder andere Band. Doof nur, dass Montag wieder gearbeitet werden musste und das Finale am Sonntag für mich daher flach fiel... Zum Glück gab es in diesem Jahr aber eine Neuerung: das Anniversary Special, welches bereits am Donnerstagabend mit hochkarätigen Bands auf uns wartete. Eine gelungene Entschädigung, wie ich finde.

Nach den verheerenden Flutkatastrophen der letzten Wochen, waren natürlich auch wir besorgt, ob das With Full Force überhaupt stattfinden würde. Glücklicherweise blieb das Flugpatzgelände bei Roitzschjora aber unbeschadet. Nur eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen zwischen Löbnitz und Pouch musste kurzfristig gesperrt werden. Diese wichtige Meldung (inklusive Umleitungsbeschreibung) wurde kurz vor dem Festival bekanntgegeben und ersparte vielen Besuchern böse Überraschungen - so auch uns. Weiterhin waren die Wetterprognosen relativ zutreffend und warnten vor Regen und Nässe. Entsprechend rüsteten wir uns aus und packten bereits am Dienstag, damit die Anreise am Mittwoch reibungslos klappen konnte. Die wichtigsten Accessoires: Regenjacke und Mückenzeug!

Mittwochabend erreichten wir, dank Umleitung, noch rechtzeitig um 22:30 Uhr das Gelände. Der Check-In verlief ohne Probleme und wir wurden (mit wenigen Verwirrungen) auf die uns zugewiesene Campingfläche gelotst, welche zu diesem Zeitpunkt noch recht übersichtlich war. Licht gab es keins, weswegen ich Duschen und Toiletten auch erst am nächsten Tag, durch den freundlichen Hinweis eines Mitcampers ausfindig machen konnte. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, gingen wir für eine kleine Erkundungstour auf das Hauptgelände, von dem uns bereits laute Musik entgegen dröhnte. Kein Wunder, denn das Partyzelt platzte bereits aus allen Nähten - gestandene Frühanreiser lassen es sich eben nicht nehmen, den Geburtstag ihres Lieblingsfestivals gebührend einzuleiten. Bier und Verpflegung gab es ebenfalls und die regulären Campinggrounds wiesen schon eine beachtliche Anzahl von Besuchern auf. Nach 5 Stunden Autofahrt und einem regulären Arbeitstag war uns allerdings nicht mehr nach Feiern zumute und wir verabschiedeten uns ins Schlummerland.

Donnerstag, 27. Juni 2013

BildNach einer dank Ohrstöpseln mehr oder weniger erholsamen Nacht (das Partyzelt ist echt verdammt laut), war ich morgens um 9 bereits putzmunter und als ich dann endlich wusste wo die Toiletten waren auch guter Laune. Endlich ging es los! Allerdings erst um 18 Uhr - nächste Frage also, wie die Zeit überbrücken? Unsere Fotografin Daniela Adelfinger und meine Teamkollegen Sascha und Malte sollten erst am späten Nachmittag auftauchen.

Das Wetter noch heiter aber bewölkt, machten wir uns erstmal auf zum Gelände, um zu frühstücken. Der Zugang zur Main Stage war noch verschlossen, aber hinter den Kulissen tat sich bereits einiges: die Stände wurden fertig aufgebaut und alles bereitete sich auf den Besucheransturm am Abend vor. Das Frühstückszelt befand sich direkt neben dem Haupteingang und servierte standesgemäß belegte Brötchen, Rührei, Kaffee, Kakao und wahlweise auch Eistee oder O-Saft. Preise völlig in Ordnung und schmecken tat's auch! Der nächste Gang führte uns auf die Campingplätze, die allmählich immer voller wurden. Man begrüßte alte Bekannte, betrat die berühmtem Slow-Motion Zonen und spielte Flunky Ball. Alle schienen bester Laune und warteten eigentlich nur auf die Öffnung des Hauptgeländes. Um 17 Uhr war es dann endlich soweit - das diesjährige With Full Force öffnete die Tore und die Besucher kamen in Strömen - genauso wie der Regen. Es kübelte aus Eimern, aber Gott sei Dank war es nur ein Schauer (wenn auch ein ziemlich heftiger). Das Komikerduo ELSTERGLANZ gab sein Bestes, um die Meute bei Laune zu halten, während ich mich unter einen Pavillon verkroch und wartete bis der Regen schwand. Pünktlich zu NEWSTED schaffte auch ich es zur Hauptbühne und konnte den weisen Worten des ehemaligen METALLICA Helden lauschen. "Music brings us together, Metal keeps us together" waren seine würdigen Worte. Er traf den Geist der Menge und lockte immer mehr Zuschauer aus den Löchern. Spielen kann er noch genauso gut wie früher und Spaß hatte er dabei auch noch, einziges Manko - sein Gesang ist meiner Ansicht nach nicht der Beste. Da konnte auch das METALLICA Cover "Whiplash" nichts mehr retten. Ansonsten: top!

BildAgnostic Front

Zeitgleich fanden sich auch meine verehrten Teamkollegen Malte und Sascha endlich auf dem Force ein. Und besonders für Sascha begann das Abenteuer erstmal mit einem verlängerten Fußmarsch.

Sascha: Donnerstags endlich angekommen musste ich gleich gefühlte 20 Kilometer Wanderweg hinter mich bringen um an mein heiß-begehrtes Akkreditierungs-Bändchen zu gelangen. Dort angekommen war es mir bald ziemlich egal, dass es nun auch noch angefangen hatte zu regnen denn ich erblickte doch tatsächlich niemand geringeren als Paul Speckmann in der Schlange vor mir. Der MASTER-Fronter war sichtlich relaxt und offensichtlich freudig der Dinge die da kommen sollten. Nach der ganzen Latscherei war es nun nix mehr mit den Openern ELSTERGLANZ und NEWSTED, wobei ich letztere wenigstens noch hören konnte.

BildWährenddessen beobachtete ich weiterhin das Geschehen vor der Bühne. AGNOSTIC FRONT standen auf dem Plan und es wurde schlagartig voll. Die Hardcore-Veteranen spielten eine unfassbar geile Show voller Energie und Spielfreude. Die Fans ließen sich davon anstecken und feierten gehörig mit. Das "Happy Birthday" für das With Full Force durfte genauso wenig fehlen, wie der Fanliebling „Gotta Go“ und das berühmte RAMONES Cover "Blitzkrieg Bop", welches natürlich von allen lauthals mitgesungen wurde. So sieht Party aus! Wer jetzt denkt, das ist nicht zu toppen, irrt. Als nächstes traten HATEBREED auf und die Menge verdichtete sich sogar noch mehr. Ähnlich wir AGNOSTIC FRONT legten HATEBREED einen Megaauftritt hin und auf dem Platz gab es kaum jemanden, der noch still stand. Spätestens beim Klassiker "I Will Be Heard" gab es kein Halten mehr und die Worte von Sänger Jamey Jasta taten ihr übriges: "This is the right festival to be. They told us, we are too metal for the Hardcore fans and too hardcore for the Metal fans. Fuck You!" Das Publikum feiert die Band, die Band das Publikum und alle gemeinsam das Festival, welches dieses schon seit 20 Jahren möglich macht. Die Stimmung hat ihren Höhepunkt erreicht! Sascha, der die Band schon häufiger gesehen hat, hatte ebenfalls einen positiven Eindruck.

Sascha: Kurz nach 9 war die HATEBREED Maschinerie am Start. Jamey Jasta und seine Mannen springen ja nun wirklich auf fast jedem Festival herum und somit habe ich die Band nun auch schon mehrmals gesehen, was dieses Jahr aber auf dem With Full Force passierte, hatte ich bislang noch nicht gesehen. Schon beinahe gelangweilt machte ich mich auf zur Bierbude, orderte 'ne Gerstenkaltschale und lief einfach in der Gegend herum. HATEBREED machten so einen Druck vorne, dass die Leute hinten an den Verkaufsständen noch am moshen und ausflippen waren! Selten habe ich eine Band gesehen die ihr Publikum so beherrscht hat. Mit Abstand der beste Auftritt der Amis dem ich beiwohnen durfte. So nun wars also soweit... SLAYER! Über Jeff Hannemann brauchen wir wohl nicht mehr zu sprechen?! Ein tragischer Verlust in der Metalwelt aber nüchtern betrachtet ist Gary Holt eh schon seit 2 Jahren Live mit an Bord. Ich war aber gespannt darauf wie sich die Band verhalten würde, merkt man dem Rest der Band den Verlust an, haben SLAYER überhaupt noch Bock?

BildSlayer

Dieselbe Frage stellte ich mir auch, als ich beobachtete, wie sich das Publikum förmlich austauschte. Ob hier der Split zwischen den Hardcore-Liebhabern und Thrash-Anhängern zu erkennen war? Man weiß es nicht. Fakt ist, pünktlich zum Start war das Feld wieder genauso voll wie bei HATEBREED. Leider präsentierten sich die Bay-Area Größen aber nicht von ihrer besten Seite, wie Sascha ebenfalls feststellen musste. Mich riss die Band zumindest so gar nicht mit und so verschwand ich dann auch schneller als gedacht zum Schlafen.

Sascha: Tja, es kam wohl so wie es kommen musste. Die Herren spazierten auf die Bühne und bemühten sich ihre Songs angemessen vorzutragen, aber besonders bei Tom Araya hat man doch stark gemerkt, dass es nicht mehr wirklich das ist, was es einmal war und was es eigentlich auch sein soll. Vor allen Dingen bei den wirklich Energie-geladenen Parts und Screams hat er leider nicht seinen besten Tag gehabt. Kerry King machte seine Sache souverän und auch Gary bemühte sich, dagegen waren aber die Drums aus 'm Takt und Toms Vocals klangen stellenweise, als hätte man auf der Bühne einen Hahn abgemurkst. Sorry, aber das sind nicht mehr die SLAYER von einst und werden es wohl auch nie wieder sein...?

(Autor(en): Bianca P., Daniela A., Malte H., Sascha S.)
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