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Bericht:

02.08.2011

Stoned From The Underground 2011 - Sommer, Sonne, Stoner Rock


BildEs scheint ganz so, als ob es das bisher einzige richtige Sommer-wochenende 2011 sein würde. Abgesehen vom Regen, der das diesjährige Stoned From The Underground am Donnerstag ereilt und somit Festival - und Campinggelände in eine teilweise stark durchweichte Schlammlandschaft verwandelt, wird das Areal mit wunderbarem Wetter belohnt.

Die Ankunft am frühen Freitag Nachmittag in Erfurt-Stotternheim nach einer angenehm unkomplizierten Anreise wird vom ersten Security/Campingplatzeinweiser zunächst beendet. Aufgrund der Witterungsverhältnisse am Vortag gibt es noch keine allzu klaren Anweisungen über die Einfahrt auf dem Zeltplatz - eine persönliche Observation der für uns freigehaltenen Plätze zeigt, dass es alles gar nicht so schlimm ist. Zumal in der Zeit unserer Abwesenheit die Zufahrt von oberster Stelle ohnehin freigegeben wurde. Also auf geht's!

BildDas gesamte Festival ist angenehm überschaubar: Ein Campingplatz, ein Haupteingang, eine Bühne - in diesem Jahr erstmals Open Air und nicht wie bisher im Partyzelt, ebendieses ist für Merch Stände, Aftershow Party und der allmorgendlichen Matinee mit der örtlichen Feuerwehr Marschkapelle aufgebaut. Und nicht zu vergessen, die zweite grundsätzliche Neuerung im 12 Veranstaltungsjahr: Zum Zahlen gibt es ab jetzt ein Chipsystem. Einzutauschen ist das mitgebrachte Bargeld im eben erwähnten Zelt.
Ebenfalls etwas verstreut sind die Verkaufs - und Versorgungsstände, die dafür umso mehr lohnen. So gibt es neben dem obligatorischen Bierwagen auch einen Absinthstand, neben Standartfestivalfutter wie Würschten und Fritten kommen Vegetarier und Veganer ebenfalls auf ihre Kosten.
Nach erfolgreichem Zeltaufbau und Erkundung des Alperstedter Sees gilt es nun die Pressepässe in Empfang zu nehmen... oder vielmehr beginnt eine kleine Odyssee angefangen am Kassenhäuschen, welches lediglich grell gelbe Klebebändchen aushändigt, und endend mit der Erkenntnis, dass in der ostdeutschen Provinz die Amtssprache im Festivalproduktionsbüro Englisch ist!
Großen Dank an dieser Stelle an alle Mitwirkenden/Mitarbeiter: Danke besonders für das schöne blaue Stoffbändchen und für das absolut sagenhafte Catering! Uneinig sind allerdings die Sicherheitskräfte bezüglich der Getränke aus dem Backstagebereich... oder aber die Obrigkeit selbst hat irgendwann einen plötzlichen Gemütsumschwung. Wie dem auch sei, die (Getränke)Versorgung ist ganz hervorragend und abgesehen von reichlich Flüssigkeit ist in diesen Tagen Sonnenschutz unerlässlich!

BildDen Auftakt des heutigen Tages machen die Schweizer Nachbarn von MARANT, die bestgelaunt u.a. Songs von ihrer Demo "Desert Dude Rock" (Review) zum Besten geben - Sänger Jimmy con Carne ist später mit passendem Dude Shirt anzutreffen. Es sieht aus, als sei er selbst drauf abgebildet...
Das erste Highlight am Freitag und damit die tatsächlich einzige Musikerin des gesamtem Festivals ist JEX THOTH. Der Sound ist leider nicht allzu ausgewogen und auch in der ersten Reihe ist der hypnotische Gesang von Frontfrau Jessica (Bild links) recht leise zu vernehmen. Erst zum Ende hin, bessert sich dieser Zustand. Dafür wehen ihre roten Locken umso deutlicher im Wind des aufgestellten Ventilators. Dargeboten werden u.a. Songs des 2008er Albums, sowie der "Wittness" EP und das mit einem ganz neuen Lineup (2. Gitarre, dafür keine Synths), welches wie wir später erfahren, erst den zweiten gemeinsamen Auftritt absolviert.
EYEHATEGOD stellen auf dem diesjährigen SFTU sicherlich die härteste Band des Festivals dar. Die Sludge-Veteranen aus New Orleans lassen auch keinen Zweifel an ihrem Ruf aufkommen und legen einen energiegeladenen Gig hin. Stimmungsvoll untermalt mit verstörenden Videocollagen kreischt und keift sich Mike Williams durch das Set, während Jimmy Bower ein öliges Riff nach dem anderen aus seiner Gitarre tropfen lässt. Coole Showeinlage: ein spontaner Jam mit Mitgliedern von CHURCH OF MISERY. "Shoplift" zum Abschluss stellt noch einmal in aller Deutlichkeit klar, wer im Sludgesumpf die Hosen an hat.
BildDie bereits am Freitag mit den Tour-Kollegen von EYEHATEGOD angereisten CHURCH OF MISERY (Bild rechts) erleben derweil ihre ganz eigene Misere nachdem Basser Tatsu seine Umhängetasche samt Reisepass verliert - die Durchsage über den Verlust wirkt unter Einfluss von Sonne und Bier fast schon wieder amüsant. Glücklicherweise empfangen uns die Japaner am folgenden Dienstag wohlbehalten und mit sämtlichen Papieren. Alles wieder gut!

Heimspiel haben die Opener des finalen Festivaltages GRANDLOOM - instrumentaler Psychedelic Rock scheint dieser Tage schwer im Kommen zu sein. Stilecht mit Jimy Hendrix Box und Omateppich gibt sich das Trio die Ehre.
PLANET OF ZEUS aus - wen wundert's - Griechenland dürfen als zweite Band des Tages ran. Geboten wird groovebetonter Stoner Rock mit Alternative-Anleihen, der jedoch nichts überragendes darstellt. Besonders der Gesang ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Das französische Trio GLOWSUN begeistert ab 15 Uhr mit seinem hypnotischen Psychedelic-Sound die immer zahlreicher werdenden Festivalbesucher. Sänger und Gitarrist Johan Jaccob hat sichtlich Spaß und begeistert mit seinen Soli ebenso wie mit seinen Sangeskünsten.

BildDass sie längst nicht mehr einsam sind, beweisen LONELY KAMEL kurz darauf. Die Norweger lassen eine ordentliche Breitseite vom Stapel und haben leichtes Spiel mit der Menge. Trotz der heißen Temperaturen feiern Band und Fans eine geile Party und Leadgitarrist Lukas Paulsen (Bild links) nimmt jede Gelegenheit wahr, in bester Rockstar-Manier zu posen, wozu ihm die PA-Boxen auch reichlich Platz bieten.
Um 18:30 Uhr ist das Festivalgelände dann bereits sehr gut gefüllt, sodass die niederländischen SUNGRAZER ganz auf der Erfolgswelle surfen können. Mittlerweile vom Newcomer zum heiß gehandelten Szenetipp gereift, präsentieren sie das Material ihres brandneuen Albums "Mirador" (Review an anderer Stelle). Mit ihrer grandiosen Mischung aus Psychedelic und Stoner Rock haben sie die Menge auch schnell im Griff und werden zum Abschluss frenetisch bejubelt.
Gegen 21:30 Uhr ist es dann endlich soweit: MONSTER MAGNET lassen die Hallucination Bomb platzen! Mit der wohl dienstältesten Combo (von der Blaskapelle mal abgesehen...) des Lineups konnte ein würdiger Headliner verpflichtet werden. Neben Standards wie "Space Lord" und "Powertrip" gibt es auch altes (z.B. "Tractor", "Medicine") und Obskures ("The Right Stuff" vom "Monolithic Baby"-Album) aus der Bandhistorie zu bewundern. Dass die Songs des letzten Albums "Mastermind" live echte Granaten sind, dürfte den meisten Besuchern schon von der letzten Tour bekannt sein. Neuzugang Garret Sweeny an der Leadgitarre hat sich mittlerweile vorzüglich in die Band integriert und lässt Ed Mundell zu keiner Minute vermissen. Einziger Minuspunkt der Show: Keine psychedelischen Backdrops, wie man sie noch auf der Hallentour bestaunen durfte.



Den letzten Slot des gesamten Festivals belegen dieses Jahr Europas selbst ernannte Psychedelic-Krauts #1: VIBRAVOID. Zu später Stunde beeindruckt besonders die Lichtshow der Düsseldorfer. Doch leider hat man mit der Position nach dem Headliner auch das Los einer müden Festival-Meute, sodass der Platz nicht mehr zum bersten gefüllt bleibt.

Vom Schlafmangel mal abgesehen, ein sehr gelungenes Festival, welches in vielerlei Hinsicht unvergesslich bleiben wird.


(Autor(en): Katharina P, Yorck S.)
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