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Bericht:

03.10.2013

Schlachtfest XII - Voll auf die Zwölf!


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Wie schnell doch manchmal die Zeit vergeht. Es scheint, als sei die 11. Ausgabe des Schlachtfests im Auricher JuZ Schlachthof gerade beendet, da ist auch schon ein halbes Jahr vergangen und die nächste Feierorgie steht vor der Tür. So fand am 14. September 2013 das 12. Schlachtfest statt, das dieses Mal ganz im Zeichen der ostfriesischen Szene-Veteranen von NAILED TO OBSCURITY stehen sollte. Knapp eine Woche vor Release ihrer neuen Scheibe "Opaque" (20. September 2013) konnte man das Teil auf dem Schlachtfest bereits exklusiv am Merch-Stand erwerben und das wurde im Zuge einer besonderen Release-Party gefeiert. Doch alles der Reihe nach.

BildDen Anfang machten die Jungs von EPITOME. Die Paderborner Newcomer zocken melodischen, modernen Metal und lieferten eine ambitionierte Leistung ab. Ohne Kompromisse drückten sie von Anfang an aufs Gaspedal und feuerten harte und auch groovige Riffs ins Publikum, was bereits die ersten Feierwütigen vor die Bühne zog, um die Haare oder wahlweise auch die Arme zu schwingen. Offensichtlich stand jedoch ein Großteil der Zuschauer noch vor dem Eingang oder war noch gar nicht vor Ort, denn EPITOME spielten vor einer noch überschaubaren Menge.

Pünktlich zur zweiten Band füllte sich der Saal dann so langsam. An der Reihen waren die Brasilianer von KROW, die ohne Umschweife saftigen Death Metal ins Publikum feuerten. Mit einer brachialen Härte machten die Jungs deutlich, was eine Abrissbirne ist und die Menge dankte es ihnen mit zahlreichen wehenden Mähnen. Es hatte sich wohl bis nach draussen rumgesprochen, dass die Mannen vom Zuckerhut einen Blick wert sind, denn immer mehr Leute nahmen den Bereich vor der Bühne ein. Völlig zurecht, KROW zerlegten die Bühne ohne Probleme (profitierten hierbei auch von einem sahnigen Sound) und machten einmal mehr deutlich, dass die Südamerikaner, wenn es um Metal geht, stets eine Menge Energie auf die Bühne bringen.

BildDann war es soweit: Die Lokalmatadore von NAILED TO OBSCURITY betraten erst zum zweiten Mal mit ihrem neuen Sänger Raimund Ennenga (BURIAL VAULT) die Bühne. Bereits im Vorfeld sagte Kollege Sascha mir, dass die Jungs, wenn sie klug sind, einfach die ganze Scheibe spielen sollten, weil das Teil so stark geworden ist (vgl. Review). Und so kam es tatsächlich auch.
Die anwesenden Zuschauer (und es waren extrem viele) bekamen das gesamte "Opaque"-Album in voller Länge geboten. Sicherlich etwas, was nicht alltäglich sein wird und dadurch ein besonderes Schmankerl war. Obwohl sicherlich der Großteil der Zuschauer abgesehen von der ersten Auskopplung "iNnerME" die Songs nicht kannte, war die Stimmung bombastisch. Die Meute wollte NAILED TO OBSCURITY und bekam das volle Programm!

Sehr souverän und mit viel Energie zockten sich die fünf Musiker durch ihr Set. Obwohl meine persönlichen Highlights der Opener "iNnerME", das eindringliche "On the Verge of Collapse" und der Übersong "Drift" waren, kann man sagen, dass eigentlich jedes Stück vom neuen Album live funktioniert. Kleine Abstriche könnte man hier beim Klargesang von "Murder of Crows" machen, der leider etwas unterging. Doch das sind bei einer herausragenden Leistung der Band Tropfen auf den heißen Stein.

BildNailed to Obscurity

Sänger Raimund, im Vorfeld besorgt da angeschlagen durch Husten, lieferte eine erstklassige Leistung ab und untermauerte das Lob, welches Kollege Sascha in seinem Review aussprach. Ein großes Lob geht auch an die beiden Gitarristen Jan-Ole Lamberti und Volker Dieken, die tief in die Musik versunken ihren Instrumenten feinste Melodien entlockten und vom sauberen Rhythmus-Fundament von Bassist (und Mit-Veranstalter) Carsten Schorn und Drummer Jann Hillrichs (beide BATTUE) profitierten.
Die Menge war sichtlich zufrieden, ebenso wie die Band. Ein klasse Auftritt.

Als letzte Band des Abends betrat das schwedische Todeskommando OVERTORTURE, welches sich u.a. aus ehemaligen GRAVE-Mitgliedern zusammensetzt, die Bühne. Und mal wieder stellte sich die Frage, ob sich der Schlachthof pünktlich zum Headliner wieder leeren würde. Knappe Antwort: Ja.
Obwohl die Jungs auf der Bühne alles gaben und eine richtig starke Leistung ablieferten, gingen immer mehr Menschen nach Hause, worüber so mancher noch anwesender Metalhead (sprichwörtlich) nur den Kopf schütteln konnte. Lag es am Alkoholpegel? Oder daran, dass nach NAILED TO OBSCURITY die Luft raus war? Ich vermag es nicht zu sagen, schade ist es allemal und leider passiert es auch immer wieder. Vielleicht hätten NAILED TO OBSCURITY den Headliner-Posten kriegen sollen, damit der Schlachthof mal bis zum Schluss gefüllt geblieben wäre.
Unbeirrt davon zockten die Schweden sich knallhart durch ihr Set und bescherten den noch anwesenden Kopfschüttlern einen saftigen Ausklang dieses mal wieder wirklich gelungenen Abends.

BildOvertorture
Fazit:
Im Vergleich zum ersten Schlachtfest in diesem Jahr (vgl. Bericht) zeigte sich die 12. Ausgabe von ihrer besten Seite. Der Sound war dieses Mal durchgängig gut, die Bandauswahl angemessen und mit der Release-Show von NAILED TO OBSCURITY gab es ein besonderes Highlight.
Leider trat erneut die alte Krankheit auf, dass zum Headliner die Leute überwiegend nach Hause gingen. Das ist schade, denn OVERTORTURE haben alles gegeben und ein sauberes Set gespielt. Daher an dieser Stelle ein Aufruf an alle (zukünftigen) Besucher des Schlachtfests (und Konzerten allgemein): Leute, bleibt auch beim Headliner da! Der hat eure Unterstützung genauso verdient wie die anderen Bands.
Aber es bleibt dabei, dass das Schlachtfest für kleines Geld immens viel zu bieten hat. Im Mai nächsten Jahres geht es in die 13. Runde und natürlich werden wir von metal.tm wieder für euch dabei sein! (Autor(en): Malte H.)
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