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Bericht:

05.10.2011

Party.San Open Air 2011


BildBis vor zwei Tagen wusste ich ehrlich gesagt noch gar nicht, wo Schlotheim liegt. Muss man sich ja auch nicht so früh drum kümmern, wo die Reise hingeht... Na ja, nun weiß ich es und muss nur noch hinkommen. Aber von vorne. Wie jedes mal, wenn es zum Festival geht, sind 24 Stunden Tage einfach zu kurz. Irgendwie wird die Liste der zu erledigenden Aufgaben einfach nicht kürzer, plötzlich ist man dennoch abfahrbereit - ein Phänomen. Jedenfalls machen wir uns gegen Nachmittag auf die Reise Richtung Süden. Wie schon auf der Reise zum Death Feast Open Air, endet unsere Reise erstmal vor dem Elbtunnel - wo auch sonst? Nach dieser ersten Zwangspause geht es dann im Affenzahn (bis zu 110 Km/h!!!) weiter in Richtung Süden. Ein Gruß an dieser Stelle an die Kollegen aus OH in dem G20, mit denen wir einige Kilometer zusammen im Konvoi die A7 gefahren sind. Die ersten Anrufe gehen ein, mit so sinnvollen Fragen: "Wann seid ihr da?" oder "Wie lange braucht ihr noch?". Nach der Abfahrt von der Autobahn zeigt das Navi immer noch knapp eine Stunde Fahrzeit bis zum neuen Gelände an. Ein kurzer Stopp im amerikanischen Restaurant muss trotzdem noch drin sein.

Gut gestärkt geht die Reise weiter und Schlotheim ist zum ersten Mal auf einem Schild zu lesen. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt durch dieses beschauliche Örtchen, haben wir dann auch die Schilder Richtung Flugplatz entdeckt. Hier sind die ersten Hinweisschilder zu finden und so machen wir uns gleich auf, um die Akkreditierungstelle unsicher zu machen. Die Damen und Herren sind trotz vorgerückter Stunde guter Laune und wir sind sofort an der Reihe. Somit sind wir nach knapp fünf Minuten mit allen Formalien durch. Auch der Einlass auf das Flughafengelände geht reibungslos, nun gilt es nur noch den Rest der Gruppe zu finden. Gut, wenn man sich dann zumindest im zweiten Versuch auf seine Freunde verlassen kann. Nach kurzen Parküberlegungen kann dann endlich der beschauliche Teil des Abends beginnen. Nach langer Wiedersehensfreude, schnell die Schlafstätte hergerichtet und mit einem alkoholischen Getränk in den Stuhlkreis geplatzt - angekommen.

Nach einer entspannten Nacht, geht es am Donnerstag Morgen mit durchwachsenem Wetter, aber zumindest trocken in den Campingstuhl vor den Van zum frühstücken. Da es erst später am Tage losgeht, beschließen wir einen verlängerten Frühschoppen zu uns zu nehmen.

Das neue Gelände ist ein geteerter Flugplatz, wo zwischen den Rollbahnen eine Rasenfläche zum campen ist. Das ganze macht einen wetterbeständigeren Eindruck, als das alte Gelände in Bad Berka.

Eine böse Vorahnung macht sich breit, als ich mit den Massen gegen 17:30 Uhr Richtung Bühnenareal gehe, um BYFROST, die erste Band des Party.San 2011, zu begrüßen. Der starke Wind der Morgenstunden hat der Mainstage so sehr zugesetzt, dass die Planen, die das Dach der Bühne bilden, abgerissen sind und nun wie ein dicker Vorhang vornüber hängen. "Da wird so schnell keiner spielen" munkelt es durch die Reihen und als wir an der riesigen Schlange vor den Eingangstoren ankommen sind, ist klar, dass erstmal noch gar nichts geht. Kurze Ratlosigkeit und dann, gegen 18:15 Uhr wird bekannt gegeben, dass die ersten Bands des heutigen Tages im Party Zelt spielen. Erinnerungen an das Death Feast 2010 werden wach. Aber dort hat es prima funktioniert. Wieso also nicht auch hier?
Um eine Verzögerung des gesamten Billings so gering wie möglich zu halten, lässt man BYFROST direkt nach dieser Info losholzen. Das Dumme ist nur, dass fast das gesamte Publikum noch vor den Eingangskontrolleuren steht und es hier nur sehr langsam voran geht. Flux zucke ich also meinen pornorösen Presseausweis und arschloche mich an den vielen Wartenden vorbei, Richtung Zeltmitte. Schließlich muss ich ja hier arbeiten!
BYFROST aus Norwegen zimmern Black und Thrash Metal zu einem recht energischen, wenn Bildauch wenig spektakulären Lattenzaun zusammen. Was jedoch auffällt ist, dass die Jungs eine Menge Energie mitbringen und ihnen die Tatsache, der Opener zu sein, überhaupt nichts ausmacht. Schnell schaffen sie es, den Funken auf die langsam immer mehr werdenden Metaller überspringen zu lassen und so liefern sie alles in allem einen wirklich guten Opener Gig!

Die allgegenwärtigen und zurecht stets gefeierten Thrash Teutonen aus dem Norden DEW-SCENTED müssen nie viel tun, um ein paar herumstehende Metaller in ein hektisch wogendes Mähnenmeer zu verwandeln. Sänger Leif, ein Gutelauneknödel vor dem Herrn, nimmt die Tatsache auch im Zelt spielen zu müssen, nicht weiter schwer und peitscht die schwitzende Menge von einem Prügel zum Nächsten und neben vielen alten Klassikern, der nun seit acht Alben existierenden Band, gibt es auch vom neuen Album "INVOCATION" auf die Mütze.

In der Umbaupause gibt es nun die Info, dass am heutigen Tage alle Bands im Zelt spielen müssen. Eine Traverse der Dachkonstruktion sei gebrochen und die Techniker, welche erst am Sonntag zum Abbauen wieder anreisen sollen, müssen nun eiligst hergeholt werden. Man bemühe sich aber, bis morgen Mittag alles repariert zu haben. Da drücken wir mal die Daumen!

Die belgischen Chirugen sind wieder da. Und mit ihnen gefühlt alle Gäste des Party.San. Das Zelt ist bis zur Rückwand brechend voll und leider hat dies auch zur Folge, dass gut die Hälfte der Anwesenden, nämlich die, die etwas weiter hinten stehen, einen ziemlich bescheidenen Sound haben. Man kann die Songs nur erahnen und daher arbeite ich mich etwas weiter nach vorn vor. Die Jungs bieten wie immer volle Breitseite und feuern Brutal Death Salven von Ihrem 2001 erschienenen "Engineering The Dead" bis zum aktuellen Album in die Massen. ABORTED enttäuschen mal wieder nicht - und das auf ganzer Linie!
(Autor(en): Christian T., Tino S.)
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Kommentare

06.10.2011 13:41 Uhr AnimatismA
So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich finde das letzte Album von Enslaved ist der Hammer (und ihre Entwicklung), und dafür die alten Alben öde
 
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