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Bericht:

25.07.2012

Devil Side Festival 2012 - Leiser Lärm und feurige Shows


BildVon Duisburg nach Essen Richtung Oberhausen. Vom 20. - 22. Juli 2012 beschallte das dritte Devil Side Festival wieder einmal das Ruhrgebiet. Dieses Mal fand es in Oberhausen auf dem Außengelände der Turbinenhalle statt. 33 Bands spielten Freitag und Samstag auf 2 Bühnen. Am Sonntag gab es für die Hardliner in der Halle weitere 13 Bands zur Sättigung. Wir beschränken uns mit dem Bericht auf die beiden Haupttage.

Freitag

Es war Freitag Mittag gegen 14:30 Uhr und wir schlängelten uns mit dem Auto durch den Berufsverkehr nach Oberhausen. Auch wenn auf der Webseite keine gesonderten Parkmöglichkeiten ausgewiesen waren, versprachen die Veranstalter "in unmittelbarer Umgebung reichlich Parkmöglichkeiten". Und so fuhren wir mit dem Auto bis kurz vor den Eingang und fanden tatsächlich umgehend einen freien Abstellplatz für unsere Kutsche. Wir freuten uns, stiegen aus und waren uns nicht so ganz sicher, ob wir wirklich so kurz vor dem Eingang geparkt hatten. Entfernt hörte man leise Klänge von SERUM 114.
Doch bereits nach knappen 200m standen wir an einer leeren Kasse und erhielten umgehend unser (leider nur Papier-) Bändchen. Eine Minute später waren wir auch schon mitten auf dem überschaubaren Gelände. Die Musik war ungewohnt still und überhaupt wirkte alles noch sehr verschlafen und gemütlich. Wenn wirklich heute Morgen um halb 12 schon Besucher auf dem Festivalgelände waren, können es bei weitem nicht viele gewesen sein. Denn auch jetzt um 15 Uhr sehen wir nur eine überschaubare Anzahl an Gästen.
BildWir schauten uns um und sahen erstaunlich viele Securities, Bierstände und Dixi-Klos. Ein gutes Anzeichen, dass es doch noch richtig voll werden würde. An dieser Stelle sei vorweg genommen, dass es nie so richtig voll wurde auf dem Gelände. Es gab kein großes Gedränge und keine Warteschlangen vor den Bierständen und Dixis. Trotz des ansehnlichen Line-Ups und des fairen Preises war das Festival nicht ausverkauft. Rund 11.000 Besucher hätten auf dem Gelände Platz gehabt. Gerade einmal circa 6.000 kamen letzten Endes.

Nach einigen Aufwärm-Bierchen zog es mich zu EMIL BULLS in den Fotograben, um ein paar Bilder zu knipsen. Der sehr knapp bemessene Graben war mit 10 stämmigen Securitys schon ziemlich voll und sollte später mit allen Fotografen noch sehr gemütlich werden. Auch hier sei vorweg genommen, dass die Legionäre von CCS Security zu jeder Zeit einen wahrhaft professionellen Job ablieferten und jeden Crowdsurfer sicher zu Boden brachten.
Vorne im Fotograben war die Lautstärke sehr angenehm und ich merkte erst nach der Band, dass ich direkt vor den Boxen ohne Gehörschutz stand. Für ein Metal-Festival war es wirklich ungewohnt leise, dennoch klang der Sound sauber abgemischt. Von dem her kann man sich eigentlich nicht beschweren. Dennoch wurden die "lauter lauter" Rufe der Fans immer größer, als später ARCH ENEMY an der Reihe waren.
BildDoch zuvor stand noch eine andere Sängerin auf der Bühne. Maja Ivarsson von THE SOUNDS sorgte für etwas übertriebene Weiblichkeit und versuchte in einem auffällig rotem Kleid die Zuschauer zu bezirzen. Ob dieser Auftritt jetzt sexy, stilvoll oder einfach nur peinlich war, lasse ich mal dahin gestellt.

Frontfrau Angela Gossow von ARCH ENEMY wollte jedenfalls weder sexy noch stilvoll sein, sondern einfach nur laut. "Wir spielen mit gerade einmal 88 Dezibel. Da schreie ich ja ohne Mikro lauter" beschwerte sich die Sängerin und forderte mehr Power, was mit vehementem Kopfschütteln aus Richtung des Mischpults verneint wurde. Gewöhnliche Metal-Festivals liegen bei deutlich über 100 Dezibel, aber mehr Saft war aufgrund einer sehr kurzfristigen Anwohnerklage eines Unternehmers aus dem benachbarten Gewerbegebiet "Im Lipperfeld" nicht möglich. Die Stadt hatte aufgrund der Klage kurzfristig die Lautstärke auf 75 Dezibel limitiert. Am Freitag wurde die Klage dann zwar abgewiesen, dennoch waren verschärfte Kontrollen der Stadt die Folge. Zwar mit leisem, aber gewohnt kräftigem und aggressivem Sound, bretterten die Erzfeinde alles aus ihren Instrumenten heraus. Doch lauter wurde es leider nicht, weshalb der verdiente Tinnitus für Metalfans ausblieb.

BildArch Enemy

CLAWFINGER konnten an den stimmungsvollen Auftritt von ARCH ENEMY anknüpfen und hielten die Zuschauer auf Spannung. Wie von Sänger Zak Tell gewohnt, sprang dieser mit Mikrofon in die Zuschauermenge und kletterte an der Bühnenkonstruktion bis ganz nach oben. Endlich war die Stimmung voll da und auch das Gelände hatte sich inzwischen gut gefüllt.

Mit DORO stand schließlich die nächste Frau auf dem Programm. So viele weibliche Sänger an einem Abend auf einem Metalfestival sind definitiv ungewöhnlich. Aber den Zuschauern gefiel der solide aber unauffällige Auftritt, der ohne nennenswerte Vorkommnisse blieb.

BildClawfinger

Headliner an diesem Abend waren IN FLAMES. Noch vor wenigen Stunden hätte man sich den Auftritt der Schweden nur schwer vorstellen können. Das Gelände war relativ leer und alles wirkte ein wenig so wie Nachmittags vor dem Schützenfest. Doch inzwischen war es halb 10 Abends und die Dämmerung war eingebrochen. Und nachdem die ersten Flammensäulen auf der "Hell Stage" empor stiegen, fühlte man sich wie auf einem richtigen Metalfestival. Nur war wieder der Sound viel zu leise, so dass man beim mitsingen seine eigene Stimme hören konnte und beim Zünden der Pyro von dem lauten Knall immer wieder erschrocken zusammen zuckte. Während ich fleißig versuchte bei schlechtesten Lichtverhältnissen ein paar gute Bilder für den Bericht zu schießen, klaute mir Sänger Anders Fridén kurzerhand meine Kamera und drehte den Spieß um. Statt eines guten Bildes von Anders habe ich nun ein peinliches Foto von mir. Vielen Dank lieber Herr Fridén, wir sehen uns noch in Kürze auf Wacken und dem 70000 Tons of Metal!
Leider war um 23 Uhr auch schon Zapfenstreich und so blieb uns nur noch die Aftershow-Party. Die Musik dort war (wie das Line-Up) bunt gemischt und auf die breite Masse ausgelegt. Um 03 Uhr war allerdings auch hier Ruhe angesagt.

BildIn Flames / Das peinliche Foto
(Autor(en): Michael J.)
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