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Bericht:

20.02.2017

70000 Tons Of Metal 2017 - So war die weltgrößte Heavy Metal Kreuzfahrt!


70000 Tons Of Metal 2017

Das 70000 Tons Of Metal 2017 ist vorüber und es war mal wieder eine grandiose Auszeit von der Eiszeit. Alles began wie gewohnt im warmen Miami - genauer gesagt am South Beach - wo sich eine Vielzahl an Metalheads zum Vorglühen in der prallen Mittagssonne trafen. Dieses Jahr war die Strand-Meute sogar noch größer, was wohl daran lag, dass es nur noch eine Beach-Party gab. Seit dem Wechsel des Hafens von Miami nach Fort Lauderdale gab es in der Vergangenheit jeweils eine Party in beiden Städten. Des Weiteren wurde vorab eine Uhrzeit für das Gruppenfoto kommuniziert, damit weniger Leute zu diesem Zeitpunkt abwesend sind. Ein Vergleich dieses Gruppenfotos mit denen der vergangenen Jahre zeigt den Unterschied. Die Beach-Party ist eine inoffizielle Veranstaltung organisiert von den Fans. Nach der Beach-Party ging es die wenigen Meter zurück zum Ocean Drive, wo inmitten eine Party nur für Metalheads im 3-Sterne Hotel Clevelander organisiert wurde.

70000 Tons of Metal, 2017, BeachpartyDie einzig wahre Metal-Beachparty

Einen Tag später (am 02. Februar 2017) hieß es dann Boarding auf die Independence Of The Seas (Royal Caribbean Cruises Ltd). Rund 3.000 Besucher strömten gemeinsam mit 61 Bands und Crew-Mitgliedern mit Katerstimmung auf das gewaltige Kreuzfahrtschiff der Freedom-Klasse. Das Boarding verlief weitestgehend schnell und organisiert und auch der Aufbau der Mainstage auf dem Pooldeck schien besser zu laufen. Man hat jedoch aus den Fehlern der Vorjahre gelernt und am 1. Tag keine der Bands auf dem Pooldeck eingeplant. In den Vergangenen Jahren dauerte der Aufbau der Pooldeck-Stage immer deutlich länger als geplant, was zu einer großen Verschiebung der Running Order führte. Dieses Jahr verlief jedoch weitestgehend alles planmäßig. Zwar hatten einige Bands ein paar Probleme mit dem Aufbau und somit teilweise deutliche Verspätung, im Großen und Ganzen war jedoch Verlass auf die Planung.

70000 Tons Of Metal, 2017, Pooldeck StageDie Pooldeck Stage under construction

"Leinen los!". Nach den ersten Drinks und der Sicherheitsunterweisung nahm unser kroatischer Kapitän Iv Vidos am Donnerstag Nachmittag Kurs in Richtung Haiti. Kaum hatten wir den Hafen in Fort Lauderdale verlassen, zeigte sich ein gewaltiger Regenbogen über Floridas Gewässer, unmittelbar gefolgt von einem fantastischen Sonnenuntergang. Was ein Anblick! Für mich persönlich in diesem Moment interessanter als mir SCAR SYMMETRY im Studio B (Ice Rink) anzusehen. Ich nahm mir einen Augenblick Zeit zum genießen und ließ mir von der frischen Meeresbrise die New Yorker Abgase von vergangener Woche aus der Lunge pusten.

70000 Tons Of Metal, 2017, RainbowNicht nur Metal, auch mal Regenbogen-Märchenland

Im Anschluss ging ich hinunter ins Alhambra Theater, wo die schwedisch-dänische Metalband AMARANTHE gerade zu spielen begann, gefolgt von den Cruise-Veteranen GRAVE DIGGER, die bereits 2012 und 2015 mit dabei waren. An dem ersten Abend gab es noch ordentlich was auf die Ohren. Während DEVIL DRIVER mir ein wenig leise vorkamen, ließen ARCH ENEMY das Theather richtig erbeben.

Tag 2 war musikalisch nicht ganz so hart, dafür recht melodisch und abwechslungsreich. Nach dem Ausschlafen und einem ausgewogenen Frühstück standen die heimischen Jungs von ORDEN OGAN (erstmalig mit an Bord) auf der Theaterbühne. Nach einem sehr kurzen Abstecher bei ORPHANED LAND ging es dann für mich mit XANDRIA und HAGGARD weiter. Besonders freute ich mich allerdings wieder auf AMORPHIS, die ebenfalls 2012 und 2015 mit an Bord waren. Mit EQUILIBRIUM stand dann schlussendlich die 4. deutsche Band an diesem Tag vor mir bzw meiner Linse.

Zur Halbzeit erreichten wir dann Port Labadee. Labadee ist eine Halbinsel auf Haiti, wo die Royal Caribbean Cruises einen eigenen traumhaften Privatstrand unterhält. Dieser ist durch Zäune und Sicherheitskräfte abgeriegelt. Da man eh nur seine Bordkarte brauchte um auf dem Privatstrand Cocktails zu bezahlen, fühlte man sich somit sicher vor Verlust etwaiger Wertsachen. Während die Crew der Independence of the Seas von Bord ging um das Buffet und Cocktailstände aufzubauen, ging ich mit den Poolgirls zum Strand um dort ein kleines Promo-Shooting abzuhalten. Die restlichen Besucher begnügten sich derweil am Strand oder Wasserpark, legten zu einer kleinen Bootstour ab oder besonders abenteuerlustige Metalheads wagten sich an die Zipline, die mit 800 Metern längste über Wasser führende Seilbahn der Welt. Die kleine Halbinsel bot noch eine Menge weiterer Aktivitäten wie Schnorcheln, Speedboat, Jetski, Kayak, Segeltouren, Sportfischen und mehr. Ein paar Besucher blieben allerdings auch an Bord und genossen dort die Ruhe bei karibischen Temperaturen.

70000 Tons Of Metal, 2017, Beach

Am späten Nachmittag nahm das Schiff dann wieder Kurs Richtung Fort Lauderdale. Am Abend schaute ich mir noch OERKILL (bereits 2012 und 2014 mit dabei), erneut HAGGARD, AMORPHIS und GRAVE DIGGER sowie KAMELOT und DEMOLITION HAMMER an.

Am vierten Tag stand zunächst der alljährliche Belly Flop Contest an, bei dem sich überwiegend Bierbäuchige und Kostümierte möglichst mit einem lauten Platscher vom Podest ins Wasser stürzten. Eine Jury aus verschiedenen Bandmitgliedern bewerteten dabei den Sprung auf einer Skala von eins bis zehn und ließen dabei wichtige Kriterien wie Aufprall-Lautstärke, Spritzwasserhöhe, Wasserverdrängung, Haltungsnoten sowie Unterhaltungswert bei ihrer Bewertung mit einfließen. Neben der Pressekonferenz und der Dankesrede des Skippers Andy Piller standen auch noch einige Bands auf meiner To-Do Liste. Noch einmal sah ich mir Gigs von AMARANTHE, DEVIL DRIVER und ARCH ENEMY an, aber auch SALTATIO MORTIS.

Als Fazit kann man sagen, dass dieses eine durchaus gelungene und gut organisierte Cruise war. Etwas neues oder außergewöhnliches war jedoch nicht dabei. Sieht man von den deutlich gestiegenen Preisen für Cocktails und Bier mal ab, war das 70000 Tons of Metal 2017 ein gewohnt tolles Erlebnis, welches ich nun schon zum sechsten Mal als Fotograf und Redakteur miterleben durfte.

Zwar habe ich dieses Jahr bei weitem nicht soviele Bands und Bilder wie die Jahre davor geschossen, dennoch habe ich einige Impressionen mitgebracht:

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Fakten, Fakten, Fakten ... !

• Es waren 74 Nationen vertreten
• Die Besucher waren zwischen 5 - 78 Jahre alt
• 63% der Besucher waren männlich, demzufolge 37% weiblich
• 3022 Besucher, 981 Musiker + Crewmitglieder & 1445 Mann Schiffsbesatzung waren an Bord
• Das macht stolze 5448 Personen an Bord der Independence of the Seas
• 15 LKWs voller Equipment und ein 240 Tonnen Kran für die Beladung waren nötig

Alles Infos über die Independence of the Seas:
• Betreiber: Royal Caribbean International
• Klasse: Freedom-Klasse
• Heimathafen: Nassau, Bahamas
• Taufpatin: Elizabeth Hill
• Jungfernfahrt: 02. Mai 2008
• Vermessung: 154.407 t
• Länge: 338,95 m
• Breite: 38,60 m
• Tiefgang: 8,53 m
• Geschwindigkeit: 40 km/h (21.6 Knoten)
• Baukosten: 28 Millionen USD
• Verdrängung: 160.000 t
• Leistung: 102.787 PS
• Decks: 18 (davon 15 für Passagiere)

Alle 61 Bands an Bord:

Allegaeon, Amaranthe, Amorphis, Angra, Annihilator, Anthrax, Arch Enemy, Avatarium, Axxis, Carcass, Cattle Decapitation, Cruachan, Cryptex, Cryptopsy, Dalriada, Death Angel, Demolition Hammer, Devil Driver, Draconian, Dying Fetus, Edenbridge, Einherjer, Equilibrium, Ghost Ship Octavius, Grave, Grave Digger, Haggard, Kalmah, Kamelot, Manegarm, Marduk, Misery Loves Co., Moonsorrow, Mors Principium Est, Nightmare, Omnium Gatherum, Orden Ogan, Orphaned Land, Overkill, Pain, Powerglove, Psycroptic, Revocation, Saltatio Mortis, Scar Symmetry, Serenity, Stamina, Striker, Stuck Mojo, Suffocation, Testament, Therion, Total Death, Touch The Sun, Trauma, Trollfest, Uli Jon Roth, Unleashed, Vreid, Witchtrap, Xandria


Alle 74 Nationen an Bord:

Andorra, Argentinien, Australien, Österreich, Weißrussland, Belgien, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, Kanada, Chile, Costa Rica, Honduras, Kroatien, Kuba, Tschechien, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, Ägypten, El Salvador, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Guatemala, Honduras, Hong Kong, Ungarn, Indien, Iran, Irland, Israel, Italien, Japan, Kolumbien, Libanon, Litauen, Luxemburg, Malta, Mexiko, Moldawien, Neukaledonien, Niederlande, Neuseeland, Nicaragua, Norwegen, Panama, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Puerto Rico, Katar, Rumänien, Russland, Saudi Arabien, Singapur, Slowakei, Südafrika, Spanien, Sri Lanka, Schweden, Schweiz, Trinidad und Tobago, Tunesien, Türkei, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Venezuela, Volksrepublik China


Top 10 Nationen an Bord:

1. USA
2. Germany
3. Canada
4. Switzerland
5. Finland
6. Sweden
7. Mexico
8. Colombia
9. Costa Rica
10. Norway (Autor(en): Michael J.)
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